Sicherheitsexperten des IT-Sicherheitsunternehmens Malwarebytes warnen vor einer koordinierten Kampagne bösartiger Websites, die das Markendesign von Microsoft imitieren.
Unter der Bezeichnung „SysScan“ täuschen diese Portale den Besuchern eine umfassende Prüfung ihres Computersystems vor. Das primäre Ziel der Hintermänner besteht laut den vorliegenden Berichten darin, Anwender zur Deaktivierung oder vollständigen Deinstallation ihrer rechtmäßig installierten Antiviren-Software zu bewegen, um den Weg für weitere Angriffe frei zu machen.
Manipulation durch gefälschte Testergebnisse
Die Angreifer nutzen für ihre Täuschung ein festes Schema bei der Anzeige der Scan-Resultate. Um ein hohes Maß an Dringlichkeit und Besorgnis zu erzeugen, bewerten die gefälschten Analysen den Zustand der betroffenen Systeme durchweg als kritisch. Die angezeigten Sicherheitswerte bewegen sich dabei laut den Analysen in einem engen Rahmen zwischen 13 und 30 von insgesamt 100 möglichen Punkten.
Den Nutzern werde durch die manipulierten Grafiken suggeriert, dass ihre aktuelle Sicherheitslösung unzureichend sei oder die Ursache für angebliche Systeminstabilitäten darstelle. In der Folge werden die Opfer explizit dazu aufgefordert, ihre legitimen Schutzprogramme zu entfernen. Dies dient dazu, die Barrieren für die Installation tatsächlicher Schadsoftware auf den Zielrechnern zu beseitigen.
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Zentralisierte Infrastruktur und Datenabfluss über Telegram
Die technische Infrastruktur hinter dieser Kampagne ist konzentriert aufgebaut. Untersuchungen ergaben, dass insgesamt elf verschiedene betrügerische Websites über einen einzigen Host bereitgestellt wurden. Dies deutet auf eine zentral gesteuerte Operation hin, die gezielt Nutzer anspricht, die nach Hilfestellungen zur Systemsicherheit suchen.
Ein weiteres Merkmal der Angriffswelle ist die Methode des Datenabflusses. Die von den Opfern entwendeten Informationen werden nicht an klassische Kommando-Server übermittelt, sondern sollen laut den Erkenntnissen der Sicherheitsforscher über den Messenger-Dienst Telegram abgeführt werden.
Diese Taktik werde von Cyberkriminellen vermehrt eingesetzt, um die Erkennung durch herkömmliche Netzwerk-Sicherheitssysteme zu umgehen und die Kommunikation der Schadsoftware zu verschleiern.
Kombination mit Rückerstattungs-Betrug
Zusätzlich zur technischen Manipulation setzen die Täter auf weitere psychologische Tricks. So umfasst die Kampagne neben den vorgetäuschten Scans auch Versuche eines sogenannten „Refund Scams“. Dabei werde den Opfern unter einem Vorwand eine angebliche Rückerstattung in Aussicht gestellt.
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Dieses Vorgehen zielt darauf ab, die Nutzer weiter zu manipulieren und sie zur Preisgabe sensibler Finanzdaten oder zur Durchführung bestimmter Transaktionen zu bewegen.
Experten raten aufgrund dieser Entwicklungen zu erhöhter Vorsicht bei Webbannern oder Pop-ups, die ungefragt Sicherheitsprüfungen anbieten. Legitime Sicherheits-Scans sollten ausschließlich über die lokal installierten Original-Anwendungen von Sicherheitsanbietern oder über die integrierten Funktionen des Betriebssystems gestartet werden. Webseiten, die zur Deinstallation von Schutzsoftware auffordern, gelten in der Branche als eindeutiger Indikator für betrügerische Aktivitäten.

