Das Softwareunternehmen Tana hat eine Funktion namens „Bring Your Own Agent“ eingeführt. Damit können Teams bereits genutzte KI-Agenten wie Claude, ChatGPT, Grok Bot, Mistral, Lovable oder Gemini direkt in Live-Meetings integrieren. Das System ermöglicht es den digitalen Assistenten, am Gespräch teilzunehmen und Aufgaben unmittelbar während der Besprechung abzuarbeiten.
Arbeitsaufträge direkt in der Besprechung erledigen
Die eingebundenen Agenten erfassen den Sprach-, Bildschirm- und Chat-Kontext einer Konferenz. Auf dieser Basis unterbreiten sie Arbeitsvorschläge, die nach der Freigabe durch menschliche Teilnehmer noch vor dem Ende des Meetings ausgeführt werden.
Dazu zählen etwa das Abrufen von Kennzahlen, das Aktualisieren von Prognosedateien, das Anlegen von Software-Issues, die Erstellung von Präsentationsfolien oder das Verfassen von Beiträgen für Kollaborationsplattformen wie Slack.
Technisch läuft die Funktion über die Desktop-App von Tana und unterstützt gängige Konferenzsysteme wie Zoom, Microsoft Teams sowie Google Meet. Zudem wird die plattforminterne Meeting-Lösung des Unternehmens unterstützt.
Jeder Agent nutzt dabei die individuellen Schnittstellen, Fähigkeiten, Gedächtnisspeicher und Zugriffsberechtigungen des jeweiligen Nutzers und agiert innerhalb des Meeting-Chats. Angaben zur Genauigkeit oder Verarbeitungsgeschwindigkeit der Agenten hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.
CEO Olav Sindre Kriken erklärte dazu, jahrelang sei in Meetings nur über die anstehende Arbeit gesprochen worden, nun werde sie direkt vor Ort erledigt. Besprechungen sollten damit zum produktivsten Teil des Arbeitstages werden.
Datenschutz, EU-Hosting und Preisstruktur
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Das norwegische Unternehmen bezeichnet sein Angebot als erste agentische Meeting-Plattform. Ein großes, börsennotiertes Health-Tech-Unternehmen aus den Niederlanden hatte eine Datenspeicherung innerhalb der Europäischen Union zur zwingenden Bedingung für die Plattformnutzung gemacht.
Tana verweist auf Sicherheitsstandards nach SOC 2 Type 2, Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung (GDPR), ein Hosting innerhalb der EU sowie Rechenkapazitäten in den USA oder der EU. Eigene Daten der Plattform werden nicht für Trainingszwecke verwendet und verbleiben in der EU – diese Zusagen gelten allerdings ausdrücklich nicht für die von Nutzern extern mitgebrachten Agenten.
Die Preisstruktur umfasst ein kostenloses Einstiegsmodell, einen Pro-Tarif für 15 US-Dollar pro Monat sowie Enterprise-Pakete ab 35 US-Dollar monatlich, deren Einstiegspreis unter anderem durch teurere europäische Inferenzkosten begründet wird.
Tana stützt sich auf eine eigene Vereinbarung mit OpenAI für EU-Server, bezieht Modelle von Anthropic und Google über Google Vertex in Europa und arbeitet an der Anbindung des europäischen Anbieters Mistral.
Strategiewechsel nach Umbau der Kernarchitektur
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Mit dem Schritt vollzieht Tana einen strategischen Kurswechsel: Statt eigene Agenten zu entwickeln, fungiert die Plattform als Host für Drittanbieter-Modelle. Diese Ausrichtung trifft auf ein dynamisches Marktumfeld. So hatten im Oktober 2026 Meta und Sierra gemeinsam einen offenen Agentenstandard ins Leben gerufen.
Tana wurde in Norwegen von Olav Sindre Kriken, Tarjei Vassbotn und dem früheren Google-Wave-Mitarbeiter Grim Iversen gegründet; das Remote-Team besitzt Wurzeln in Ørsta und Volda. Für seinen Wissensgraphen erhielt das Startup die Auszeichnung als „Product Hunt Launch of the Year 2025“, richtete die Plattform danach jedoch auf Meeting- und Memory-Funktionen neu aus.
Bislang hat das Unternehmen 25 Mio. US-Dollar an Wagniskapital von Investoren wie Lightspeed Venture Partners und Tola Capital eingeworben und verzeichnet mehr als 160.000 Personen auf der Warteliste.

