TCL, ASRock, MSI und iiyama bringen im Juli 2026 eine Welle neuer High-End-Displays auf den Markt. Der Wettlauf um die schnellsten und hellsten Gaming-Monitore erreicht damit eine neue Stufe.
TCL setzt auf Dual-Mode und Mini LED
Der chinesische Elektronikkonzern TCL hat am 27. Juli seine OLED+ Pro X3B-Serie in China vorgestellt. Das Flaggschiff-Modell 32X3B kann zwischen zwei Modi umschalten: 4K-Auflösung bei 240 Hertz oder Full HD bei rasanten 480 Hertz. Der 32-Zoll-Bildschirm nutzt die vierte Generation der WOLED-Technologie und erreicht eine Spitzenhelligkeit von 1.500 Nits.
Das kleinere Schwestermodell 27X3B bietet QHD-Auflösung mit 280 Hertz. Beide Geräte verfügen über integrierte Lautsprecher von Bang & Olufsen sowie entspiegelte Beschichtungen.
Ebenfalls am 27. Juli brachte TCLs Thunderbird-Marke den 34U8A auf den Markt – einen gebogenen 34-Zoll-Monitor mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung, 1.188 lokalen Dimming-Zonen und 200 Hertz. Die Schwestermarke Thunderobot kündigte zudem den 25Q6A Pro an: ein 24,5-Zoll-Modell mit 1440p und 360 Hertz, das ab dem 31. Juli im Handel erhältlich sein wird.
ASRock und iiyama steigen ins OLED-Geschäft ein
Der Mainboard-Spezialist ASRock präsentierte am 27. Juli zwei 27-Zoll-QD-OLED-Monitore unter seiner Phantom-Gaming-Marke. Die Modelle PGO27QSA sind in Schwarz und Weiß erhältlich, bieten QHD-Auflösung bei 240 Hertz und setzen auf Samsung-Panels. Die Herstellerangabe von 0,03 Millisekunden Reaktionszeit (Grau-zu-Grau) und AMD FreeSync Premium runden das Paket ab.
Auch der japanische Hersteller iiyama wagt den Schritt ins OLED-Segment. Der G-Master GOB2701QSC-B1 Titan Falcon ist das erste OLED-Gaming-Display der Firma überhaupt. Das 27-Zoll-Modell nutzt LG’s WOLED-Technologie der vierten Generation mit META 3.0 und erreicht 280 Hertz bei 1.500 Nits Spitzenhelligkeit. Der Preis liegt bei rund 459 Euro in den Niederlanden und umgerechnet etwa 560 Euro in Großbritannien.
MSI bringt Tintenstrahl-OLED auf den Markt
MSI sorgte am 27. Juli mit einer technischen Premiere für Aufsehen. Der PRO MAX OLED 271UPJW12 gilt als erster Monitor weltweit, der auf inkjet-gedruckte OLED-Technologie setzt. Das 27-Zoll-4K-Display läuft mit 120 Hertz und wird im Druckverfahren von TCL CSOT gefertigt.
Der Clou: Anders als bei herkömmlichen OLEDs kommt hier eine native RGB-Streifen-Anordnung der Subpixel zum Einsatz. Das soll besonders bei der Textdarstellung und Farbgenauigkeit punkten – ein klarer Vorteil für professionelle Anwender.
Lenovo bringt Tempo in den Budget-Bereich
Während die großen Hersteller auf Premium setzen, zielt Lenovo auf preisbewusste Gamer. Am 25. Juli startete der Konzern die Legion 24-1r und 27-1r IPS-Monitore in China. Beide Modelle liefern native 280 Hertz bei 1080p. Der Einstiegspreis für das 23,8-Zoll-Modell liegt bei umgerechnet rund 90 Euro – ein bemerkenswerter Schritt nach unten für High-Refresh-Hardware.
Boom bei Gaming-Monitoren hält an
Die Flut neuer Produkte folgt auf ein starkes erstes Halbjahr 2026. Weltweit erreichten die Verkäufe von Gaming-Monitoren (ab 144 Hertz) im ersten Quartal umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro – ein Plus von 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Marktführer bleibt Samsung mit 17,7 Prozent Anteil, LG folgt mit rund zehn Prozent.
Forschungsergebnisse von LG Display vom Mai 2026 untermauern den Trend zu immer höheren Bildwiederholraten: 480-Hertz-Displays könnten die Eingabeverzögerung um mehr als zehn Millisekunden im Vergleich zu Standard-240-Hertz-Panels reduzieren. Auf der K-Display-Messe im Juli betonten führende Hersteller, dass sich die Investitionen zunehmend von Fernsehern auf IT- und Gaming-Anwendungen verlagern. Der Markt für Hochleistungsdisplays wächst – und er wächst schnell.

