Die Performance-Verbesserungen sind deutlich spürbar – doch ein bekanntes Problem bleibt bestehen.
Chat-Wechsel in unter einer Sekunde
Die wohl wichtigste Neuerung betrifft die Geschwindigkeit beim Wechsel zwischen Chats. Die Verzögerung sank von rund 1,2 Sekunden auf unter eine Sekunde – eine Verbesserung um 20 Prozent. Möglich wurde dies durch gebündelte Datenabfragen und eine priorisierte Darstellung der Benutzeroberfläche.
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Auch auf mobilen Geräten und Macs läuft Teams nun stabiler. Abstürze dieser Plattformen gingen um 35 Prozent zurück. Microsoft führt das auf ausgelagerte Überwachungsprozesse und optimierte Datenbankzugriffe zurück. Die WebView2-Bibliothek wird zudem im Hintergrund geladen, um die Benutzeroberfläche nicht zu blockieren.
Bereits 2025 hatte Microsoft die Ladezeiten von Videos um zehn Prozent verkürzt. Nun verbessert sich auch die Erholungszeit nach netzwerkbedingten Videounterbrechungen um 35 Prozent – durch adaptive Bitraten-Anpassung.
Speicherverbrauch: Teams bleibt ein Schwergewicht
Trotz aller Geschwindigkeitsgewinne: Teams frisst weiterhin Unmengen an Arbeitsspeicher. Im Leerlauf belegt die Software auf Systemen mit 16 Gigabyte RAM zwischen 600 und 800 Megabyte – in manchen Fällen sogar bis zu 963 Megabyte. Während aktiver Videokonferenzen klettert der Verbrauch auf bis zu 2,4 Gigabyte.
Zum Vergleich: Zoom kommt im Leerlauf mit unter 300 Megabyte aus, Slack mit rund 450 Megabyte. Microsoft arbeitet eigenen Angaben zufolge an einer Funktion namens „intelligentes Tab-Schlafenlegen“, die im dritten Quartal 2026 erscheinen soll.
Kritische Sicherheitslücken geschlossen
Parallel zu den Performance-Updates hat Microsoft mehrere schwerwiegende Sicherheitslücken gestopft. Am 9. Juni 2026 erschienen Patches für drei kritische Schwachstellen in Outlook und Word. Die als CVE-2026-45456, CVE-2026-45458 und CVE-2026-47635 gelisteten Fehler erhielten einen CVSS-Score von 8,4 – sie erlauben Angreifern die Ausführung von Schadcode allein durch die Vorschau einer E-Mail, ohne dass der Nutzer klicken muss.
Ebenfalls geschlossen wurde die Lücke CVE-2026-42897 in Exchange Server. Diese Zero-Day-Sicherheitslücke war seit Mitte Mai aktiv ausgenutzt worden und ermöglichte Cross-Site-Scripting-Angriffe auf Outlook Web Access.
„Ghost-Sender“: Exchange Online bleibt verwundbar
Sicherheitsforscher machen zudem auf eine Schwachstelle namens „Ghost-Sender“ aufmerksam. Sie betrifft Exchange Online und erlaubt es Unbefugten, E-Mail-Absender zu fälschen – selbst wenn SPF, DKIM und DMARC aktiviert sind. Voraussetzung ist die Nutzung bestimmter eingehender Verbindungen. Über 20 Prozent der untersuchten Exchange-Online-Domänen seien angreifbar.
Microsoft stuft das Problem als bekannte architektonische Einschränkung ein – nicht als klassischen Bug. Administratoren müssen die Konfiguration manuell anpassen.
Neue KI-Funktionen für Microsoft 365
Im Juni kündigte Microsoft zudem „Work IQ“ an, eine neue Intelligenzschicht für Microsoft 365 Copilot. Das System greift auf E-Mails, Chats, Meetings und Dateien zu, um kontextbezogene Antworten zu liefern. KI-Agenten können so über unstrukturierte Geschäftsdaten hinweg schlussfolgern.
Ebenfalls neu: „DigitalMe“, ein digitaler Zwilling, der über Copilot Studio verfügbar ist. In Tests beantwortete der Agent innerhalb einer 60-minütigen Besprechung 158 Fragen – basierend auf freigegebenen Wissensquellen der Mitarbeiter.
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Lizenzänderungen und Produktende
Mehrere Änderungen stehen in den kommenden Wochen an. Zum 1. Juli 2026 passen Microsoft die Preise für Microsoft 365 an. Zudem werden eigenständige Pläne für SharePoint Online und OneDrive for Business eingestellt – der Verkauf endet im Juni 2026, der Support läuft bis Ende 2029.
Mac-Nutzer von Office 2019 müssen sich auf den 13. Juli 2026 einstellen. Dann verfällt das digitale Zertifikat, die Software schaltet in einen „eingeschränkten Funktionsmodus“. Nutzer können dann nur noch lesen, aber keine Dateien mehr erstellen, bearbeiten oder speichern. Microsoft will so den Umstieg auf Microsoft 365 oder Office 2024 forcieren.

