Teams Workplace Check-in: Microsoft trackt Büro-Anwesenheit via WLAN

Microsoft führt umstrittene Anwesenheitserkennung per WLAN in Teams ein und plant KI-Kontrollen sowie Preiserhöhungen.

Der Softwarekonzern Microsoft rüstet sein Kommunikationstool Teams mit einer umstrittenen Funktion nach: Künftig können Arbeitgeber die Anwesenheit ihrer Mitarbeiter im Büro automatisch erfassen – und zwar über die Verbindung zum Firmen-WLAN.

Neue „Workplace Check-in“-Funktion sorgt für Diskussionen

Die im Juni 2026 gestartete und noch bis Juli laufende Einführung der Funktion „Workplace Check-in“ ermöglicht Unternehmen, die Büroanwesenheit ihrer Beschäftigten automatisch zu registrieren. Sobald sich das Gerät eines Nutzers mit dem Unternehmens-WLAN verbindet, wird die Anwesenheit erfasst. Verfügbar ist die Funktion sowohl für Windows als auch für macOS.

Microsoft betont den Datenschutz: Die Funktion muss von Administratoren manuell aktiviert werden, und jeder Nutzer kann selbst bestimmen, ob er sichtbar sein möchte. Der Konzern versichert, dass keine Standorthistorie gespeichert wird und alle Daten außerhalb der Arbeitszeiten gelöscht werden. Dennoch warnen Beobachter: In Unternehmen, die auf eine strikte Rückkehr ins Büro drängen, könnte die Funktion schnell zur faktischen Pflicht werden.

KI-Kontrollpanel für mehr Privatsphäre in Meetings

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Parallel dazu arbeitet Microsoft an einem weiteren Update: einem sogenannten „KI-Pause-Button“ für Teams-Meetings. Mit diesem Kontrollpanel können Organisatoren und Präsentatoren KI-Funktionen wie Copilot, den Facilitator-Agenten oder Meeting-Zusammenfassungen in Echtzeit ein- und ausschalten.

Die Funktion befindet sich derzeit in einer gezielten Testphase, der allgemeine Rollout ist für Ende Juli 2026 geplant. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Wer komplett KI-frei tagen möchte, muss die Transkription separat deaktivieren. Die neuen Einstellungen respektieren zudem die bestehenden Sicherheitsrichtlinien der Unternehmen.

Preiserhöhungen und Konzernumbau

Die technischen Neuerungen fallen mit einer umfassenden Preisanpassung bei Microsoft 365 zusammen. Seit dem 1. Juli 2026 sind mehrere Abonnement-Tarife teurer geworden:

  • Microsoft 365 Business Basic: von 6 auf 7 Euro pro Nutzer
  • E3-Tarif: auf 39 Euro gestiegen
  • E5-Tarif: nun bei 60 Euro

Besonders stark betroffen sind Tarife für Frontline-Mitarbeiter mit Steigerungen von bis zu 43 Prozent. Bestandskunden sind von den Erhöhungen jedoch erst bei der nächsten Verlängerung betroffen.

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Der Konzern befindet sich zudem in einem tiefgreifenden Umbau. Rund 5.500 Stellen – etwa 2,5 Prozent der Belegschaft – werden gestrichen. Für August 2026 plant Microsoft eine grundlegende Neustrukturierung seiner Copilot-Anwendungen. Ziel ist es, die verschiedenen KI-Tools in einer einzigen App zu bündeln und so die Nutzerzahlen zu steigern. Brancheninternen Schätzungen zufolge zahlten zuletzt rund 20 Millionen der 450 Millionen Microsoft-365-Abonnenten für die erweiterten KI-Funktionen – das entspricht etwa 4,5 Prozent.

Sicherheitsforschung für KI-Agenten

Abseits der Produktupdates hat Microsoft Research kürzlich das Open-Source-Framework „Project Sico“ veröffentlicht. Es dient als „Sicherheitsgeschirr“ für KI-Agenten in Unternehmen und bietet Funktionen wie Sandboxing, Prüfprotokolle und menschliche Kontrollinstanzen. Zwar handelt es sich noch nicht um ein kommerzielles Produkt, doch Branchenkenner sehen darin einen klaren Hinweis darauf, wie Microsoft künftige Unternehmens-KI regulieren will – sicher, nachvollziehbar und kontrolliert.