Tech-Branche im Umbruch: KI frisst Speicher, Konzerne sichern Uran

Die immense KI-Nachfrage führt zu Speicherengpässen bei Konsumentenprodukten wie dem Steam Deck, während Tech-Giganten direkt Uran für ihre Energieversorgung sichern. Nvidia festigt zudem seine Führung bei Grafiktechnologien.

Die Tech-Industrie erlebt eine fundamentale Verschiebung: Während eine akute Speicherknappheit Konsumentenprodukte lahmlegt, sichern sich KI-Giganten direkt Uran für ihre eigene Energieversorgung. Gleichzeitig festigt Nvidia seine Führung im Grafik-Upscaling.

Speicherkrise stoppt Steam Deck-Verkauf

Ein Engpass auf dem globalen Speichermarkt hat sein erstes prominentes Opfer gefordert. Seit dem 18. Februar ist Valves Steam Deck OLED offiziell ausverkauft. Fachmedien führen dies direkt auf die explodierenden Kosten und die Knappheit von Speicherchips zurück.

Getrieben wird der Mangel durch die enorme Nachfrage der KI-Industrie nach Hochleistungsspeichern (HBM). Diese saugt die Lieferketten für consumer-taugliche DDR5- und LPDDR5-Bausteine leer. Berichten zufolge verlangt Samsung für seine neuesten HBM-Produkte bereits über 700 US-Dollar – ein Preis, den Rechenzentren bereitwillig zahlen. Dieser Dominoeffekt stellt Hersteller von Gaming-Hardware vor massive Lieferprobleme.

Valves Schwierigkeiten, genug RAM für seine Handhelds zu beschaffen, offenbaren die Fragilität der heutigen Komponenten-Ökosysteme. Wann Nachschub kommt, ist unklar. Klar ist jedoch der Trend: Konsumentenhardware muss sich das gleiche Silizium nun mit der milliardenschweren KI-Industrie teilen.

Grafik-Battle: DLSS 4.5 setzt sich durch

Im Wettstreit der Upscaling-Technologien lieferte Tom’s Hardware diese Woche eine klare Entscheidung. In einem umfangreichen Blindtest schnitt Nvidias DLSS 4.5 deutlich besser ab als AMDs FSR 4 und sogar das native Rendering.

Fast die Hälfte der Testpersonen bevorzugte die Bildqualität von DLSS 4.5. Die Ergebnisse, veröffentlicht sechs Wochen nach der Vorstellung auf der CES 2026, liefern die erste unabhängige Bestätigung für Nvidias Versprechen einer revolutionären Bildrekonstruktion.

Für den Markt bedeutet das: Proprietäre Features wie DLSS bleiben ein starkes Kaufargument gegenüber AMDs quelloffenem Ansatz. Trotz großer Fortschritte bei FSR 4 kann AMD Nvidias Vorsprung bei der Bildqualität nicht aufholen.

KI-Konzerne decken sich mit Uran ein

Die vielleicht folgenreichste Entwicklung betrifft die Energieversorgung. Laut Berichten haben große KI-Hyperscaler begonnen, direkt Langfristverträge mit Bergbauunternehmen über die Lieferung von Uran abzuschließen.

Der Grund: Der Treibstoff für künftige Small Modular Reactors (SMRs). Diese kleinen modularen Reaktoren gelten als einzige praktikable Lösung, um den gigantischen Energiehunger der nächsten KI-Rechenzentren-Generation zu stillen. Indem Tech-Giganten den Brennstoff direkt sichern, bauen sie de facto ihre eigene Energie-Infrastruktur auf.

Diese vertikale Integration reicht nun bis in den Rohstoffsektor. Sie zeigt: Die Grenze des Wachstums verschiebt sich von der Chip-Produktion hin zur Verfügbarkeit von stabiler, kohlenstofffreier Energie. Die Betriebskosten der KI umfassen künftig den gesamten nuklearen Brennstoffzyklus.

Folgen im Handel: Preissprünge und Nischenprodukte

Die Komponentenknappheit schlägt sich bereits in den Preisen nieder. In Australien wurde der ROG Xbox Ally X diese Woche um umgerechnet etwa 120 Euro teurer. Hersteller geben die gestiegenen Materialkosten immer öfter an die Endkunden weiter – besonders bei Geräten, die auf schnellen Speicher angewiesen sind.

Trotz der schwierigen Lage bleibt die DIY-PC-Szene lebendig. NZXT brachte etwa das H2 Flow Mini-ITX-Gehäuse und ein C850 SFX-Netzteil auf den Markt. Die Produkte für kompakte Hochleistungsrechner (SFF) zeigen: Der Enthusiasten-Markt ist weiterhin innovativ, wenn auch preissensibel.

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Angesichts knapper Verfügbarkeit und steigender Preise für RAM überlegen viele Gamer und Bastler, ob ein Neukauf wirklich nötig ist. Eine praktische Alternative: Ältere Rechner mit Linux wieder fit machen. Das kostenlose Linux-Startpaket enthält eine Ubuntu‑Vollversion und eine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung, wie Sie Linux parallel zu Windows installieren und ältere PCs spürbar beschleunigen – ganz ohne neue Hardware. Gratis Linux-Startpaket herunterladen

Blick nach vorn: Wann kommt Entspannung?

Die Branche blickt nun gespannt auf Nvidias Quartalszahlen am 25. Februar. Analysten erwarten Stellungnahmen zur Speicherversorgung und zur Verbreitung der neuen Blackwell-GPUs. Eine Prognose, wann sich der Speichermarkt entspannt, wäre für die Verfügbarkeit von Consumer-Hardware in der zweiten Jahreshälfte 2026 entscheidend.

Für Verbraucher heißt das vorerst: Weitere Preisschwankungen und Lieferengpässe bei speicherintensiven Geräten wie High-End-Grafikkarten und Gaming-Handhelds. Die „RAM-Krise“ zeigt kaum Anzeichen einer kurzfristigen Besserung. 2026 wird somit nicht nur ein Jahr der technischen Innovation, sondern auch der Belastungsprobe für Lieferketten.