Telefonbetrüger nutzen gefälschte Anrufer-IDs für Millionen-Schäden

Sicherheitsbehörden warnen vor einer neuen Betrugsmethode mit gefälschten Anrufer-IDs, die bereits zu hohen finanziellen Schäden geführt hat. Die Täter geben sich als Bank oder Behörde aus.

Sicherheitsbehörden warnen eindringlich vor einer neuen Welle von Telefonbetrug. Die Täter manipulieren die Anrufer-ID und geben sich als Bank, Polizei oder Behörde aus. In den letzten Tagen entstanden so Schäden in sechsstelliger Höhe.

Diese Großfälle schockieren die Behörden

Allein im Kanton Schwyz erbeuteten Kriminelle kürzlich 500.000 Schweizer Franken. Sie gaben sich als Bankmitarbeiter aus und überredeten das Opfer, eine angebliche Viren-Scan-Software zu installieren. Tatsächlich handelte es sich um ein Fernwartungsprogramm, das den Zugriff auf das E-Banking ermöglichte.

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In Leoben verlor ein 70-Jähriger knapp 100.000 Euro. Nach einer gefälschten Warn-SMS rief ein angeblicher Bankmitarbeiter unter der echten Hotline-Nummer der Bank an. In einem stundenlangen Gespräch überredete er den Mann, eine Push-Nachricht zur Limit-Erhöhung freizugeben.

Auch in Deutschland häufen sich die Fälle. Im Wartburgkreis verlor ein Senior innerhalb einer Woche über 17.000 Euro. Die Betrüger täuschten ihm unerlaubte Auslandsüberweisungen vor und brachten ihn dazu, angebliche Rückerstattungen zu bestätigen.

So funktioniert das perfide Call-ID-Spoofing

Die technische Grundlage ist Voice-over-IP (VoIP). Diese Technologie erlaubt es, die übermittelte Rufnummer frei zu konfigurieren. Auf dem Display erscheint dann nicht die echte Nummer, sondern eine vertraute Zahlenfolge – etwa von der örtlichen Polizei oder der Hausbank.

Die Täter setzen zunehmend auf hybride Angriffe. Oft gehen dem Anruf Phishing-Mails oder gefälschte SMS voraus. Diese erzeugen Druck durch Drohungen mit Kontosperrungen. Gibt das Opfer erste Daten preis, folgt der telefonische Feinschliff.

Der Anruf dient dazu, die letzten Sicherheitsbarrieren zu überwinden. Die Täter bauen enormen Zeitdruck auf und drängen zur Freigabe von Überweisungen oder zur Installation von Software. Ist diese aktiv, übernehmen sie die Kontrolle über das Gerät.

Diese einfachen Regeln schützen Sie

Echte Banken, Polizei oder Behörden fordern niemals telefonisch zur Überweisung von Geld, zur Herausgabe von Zugangsdaten oder zur Installation von Software auf. Auch Kautionen werden am Telefon nicht verlangt.

Bei verdächtigen Anrufen gilt: Legen Sie sofort auf. Betätigen Sie nicht die Rückruftaste, sondern wählen Sie die offizielle Nummer der Institution selbstständig. Lassen Sie sich nicht in Diskussionen verwickeln.

Dass Besonnenheit schützt, zeigt ein Fall aus Ansbach. Ein 91-Jähriger durchschaute den Anruf eines falschen Polizisten, spielte Gebrechlichkeit vor und verständigte die echte Polizei. Diese nahm einen 17-jährigen Tatverdächtigen fest.

Netzbetreiber kämpfen gegen gefälschte Nummern

Die Bekämpfung ist schwierig, da die Drahtzieher meist aus dem Ausland agieren. In Deutschland müssen Netzbetreiber Anrufe blockieren, die die Notrufnummern 110 oder 112 fälschlich anzeigen. Die Kriminellen weichen jedoch auf lokale Vorwahlen aus.

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In der Schweiz treten 2026 verschärfte Richtlinien in Kraft. Anbieter müssen Anrufe mit gefälschten Schweizer Nummern kennzeichnen, sofern die Manipulation erkennbar ist. Große Anbieter haben bereits Filter, die verdächtige Anrufe blockieren oder als anonym ausweisen.

Wird KI die Betrugswelle weiter anheizen?

Branchenanalysten erwarten, dass die Bedrohung weiter zunimmt. Besonders der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Stimmensimulation bereitet Sorgen. Künftig könnten Täter die Stimmen von Bankberatern oder Familienangehörigen täuschend echt imitieren.

Der wirksamste Schutz bleibt die Sensibilisierung der Bevölkerung. Verbraucher müssen verinnerlichen: Die angezeigte Rufnummer ist keine verlässliche Identifikation mehr. Nur Misstrauen und die Weigerung, sensible Daten am Telefon preiszugeben, schützen vor den professionellen Betrügernetzwerken.