Telefonbetrug: Bankkunden durch gefälschte Anrufernummern in Gefahr

Betrüger nutzen Call-ID-Spoofing, um mit gefälschten Anruferkennungen von Banken und Polizei an PINs und TANs zu gelangen. Behörden warnen vor der bundesweiten Betrugswelle.

Eine neue Welle von Telefonbetrug verunsichert deutschlandweit Bankkunden. Kriminelle fälschen die Telefonnummern von Banken und der Polizei, um an sensible Daten und Transaktionsnummern zu gelangen. Das Polizeipräsidium Westpfalz warnte erst kürzlich vor der akuten Gefahr, nachdem eine 81-jährige Frau um ihr Geld gebracht wurde.

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Die perfide Masche: So funktioniert das „Call-ID-Spoofing“

Die Betrüger nutzen „Call-ID-Spoofing“. Dabei manipulieren sie die Anruferkennung: Auf dem Display des Opfers erscheint die offizielle Nummer der eigenen Bank oder einer Polizeidienststelle. Das schafft Vertrauen und senkt die Hemmschwelle.

Am Telefon geben sich die Anrufer als Bankmitarbeiter oder Polizeibeamte aus. Sie erfinden eine dringende Geschichte: Verdächtige Kontobewegungen, ein abgelaufenes Sicherheitszertifikat oder ein notwendiges Update. Ihr Ziel ist immer dasselbe: Sie wollen PINs, TANs oder eine „Testüberweisung“ erschleichen.

Psychoterror 2.0: Warum die Masche so gut funktioniert

Der Erfolg basiert auf einer Mischung aus Technik und Psychologie. Die Täter erzeugen massiven Zeitdruck und drohen mit Kontosperrungen oder hohen Verlusten. Sie sprechen akzentfreies Deutsch und haben oft vorab persönliche Informationen beschafft.

Eine beunruhigende Entwicklung ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz zum Stimmenklonen. Die Betrüger imitieren damit Stimmen von Angehörigen oder sogar des echten Bankberaters. Für Laien wird es so fast unmöglich, den Betrug zu erkennen.

Aktuelle Warnungen: Die Betrugswelle rollt bundesweit

Der Fall der 81-Jährigen aus Kaiserslautern ist nur ein Beispiel. Bundesweit warnen Landeskriminalämter vor der anhaltenden Welle. Die Täter agieren in regionalen Schüben und ziehen dann weiter.

Parallel zu den Anrufen verzeichnen Verbraucherschützer eine Flut gefälschter E-Mails und SMS. Diese werden im Namen großer Banken wie Volksbanken, Commerzbank oder N26 verschickt. Die Multikanal-Strategie erhöht den Druck auf die Kunden.

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Die goldene Regel: Banken fragen niemals nach TANs am Telefon

Experten und Behörden betonen eine fundamentale Sicherheitsregel: Ihre Bank oder die Polizei wird Sie niemals unaufgefordert anrufen und nach Passwörtern, PINs oder TANs fragen. Jede telefonische Abfrage dieser Daten ist ein eindeutiges Alarmsignal.

Die Tücke liegt im Vertrauensmissbrauch: Die Betrüger nutzen den guten Ruf bekannter Institutionen aus. Selbst ein Abgleich der angezeigten Nummer mit der offiziellen Banknummer bietet keine Sicherheit mehr.

So schützen Sie sich vor der Telefon-Falle

Polizei und Verbraucherschützer raten zu klaren Verhaltensregeln:

  • Legen Sie einfach auf: Beenden Sie jeden unaufgeforderten Anruf zu Geld- oder Sicherheitsthemen sofort.
  • Geben Sie niemals Daten preis: PINs, TANs und Passwörter haben am Telefon nichts verloren.
  • Lassen Sie sich nicht drängen: Drohungen und angebliche Notfälle sind klassische Betrügertaktiken.
  • Rufen Sie selbst zurück: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Polizei über eine selbst recherchierte, offizielle Nummer. Nutzen Sie nie die Rückruffunktion.
  • Handeln Sie bei Schaden: Bei Datenpreisgabe oder Geldverlust sperren Sie sofort alle Konten und erstatten Sie Anzeige.