Telefonbetrug: Kambodscha friert 300 Millionen Dollar ein

Kambodschas Behörden froren über 300 Millionen US-Dollar ein, schlossen 624 Standorte und nahmen Verdächtige aus 39 Ländern fest.

Im Rahmen umfangreicher koordinierter Razzien haben kambodschanische Behörden einschneidende Schläge gegen grenzüberschreitende Telefonbetrugsnetzwerke geführt.

Bei den jüngsten Einsätzen wurden zahlreiche Personen festgenommen, womit ein langjähriges Vorgehen gegen organisierte Kriminalität im digitalen Raum einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Die Maßnahmen zielen auf hochprofessionell organisierte Syndikate ab, die ihre Infrastruktur zunehmend in Südostasien konzentriert hatten.

Umfangreiche Sicherstellungen und rechtliche Konsequenzen

In dem Zeitraum von Juli 2025 bis zum 31. August 2026 ist es den Ermittlern gelungen, über 300 Millionen US-Dollar (1,2 Milliarden RM) auf Bankkonten einzufrieren, die in direkter Verbindung zu Online-Betrugssyndikaten stehen. Die Behörden leiteten in diesem Kontext 446 Fälle an die Justiz weiter, wobei insgesamt 3.927 Verdächtige an die Gerichte überwiesen wurden.

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Ein zentrales Ziel der Operation war die Zerschlagung der physischen Infrastruktur: Nach Behördenangaben wurden 624 Standorte, die als Operationszentren für den Betrug dienten, eliminiert. Es gebe nun keine groß angelegten Komplexe mehr, die für diese Zwecke genutzt werden könnten.

Die Ermittlungen erstreckten sich auch auf die Glücksspielbranche und staatliche Strukturen. Den vorliegenden Informationen zufolge wurde 18 Casinos die Lizenz entzogen. Gegen 27 Betreiber wurden rechtliche Schritte eingeleitet, während neun weitere Betriebe suspendiert wurden.

Ein signifikanter Aspekt der Untersuchungen ist zudem die Korruptionsbekämpfung innerhalb der eigenen Reihen: 15 hochrangige Beamte wurden wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an den Betrugsnetzwerken festgenommen.

Internationale Dimension und Repatriierung

Das Ausmaß der Netzwerke verdeutlicht die Zahl der Festnahmen auf internationaler Ebene. Nahezu 30.000 Verdächtige aus 39 Ländern wurden im Zuge der Ermittlungen aufgegriffen. Über 22.000 ausländische Staatsangehörige sind bereits repatriiert worden.

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Ein wesentlicher Teil der behördlichen Arbeit bestand zudem in der Rettung von Personen, die in den Komplexen festgehalten wurden. Insgesamt wurden 58.266 Ausländer gerettet und in ihre Heimatländer zurückgeführt, darunter 7.282 Frauen. Von diesen Personen waren laut den erhobenen Daten 22.045 direkt an den illegalen Operationen beteiligt.

Regionaler Fokus und aktuelle Schwerpunktkontrollen

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Behörden Regionen wie Bavet City in der Provinz Svay Rieng. In einem Zeitraum zwischen Anfang Juni und Ende August 2026 wurden dort 255 Standorte inspiziert. Dabei deckten die Einsatzkräfte 73 Betrugsstandorte auf, in denen 978 Ausländer aus neun Ländern arbeiteten. Von diesen konnten 559 Personen unmittelbar mit betrügerischen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden, darunter 90 Frauen.

Zusätzliche Razzien fanden in den Provinzen Phnom Penh, Kampong Speu und Kandal statt. In diesen Gebieten wurden unter anderem 73 chinesische Staatsangehörige wegen Telekommunikationsbetrugs festgenommen. Damit stieg die Gesamtzahl der in diesem Bereich festgenommenen chinesischen Verdächtigen auf bisher 561 Personen.

Die kambodschanischen Behörden kündigten an, die Kontrollen weiter zu intensivieren und die verbliebenen Kleinstrukturen der Netzwerke konsequent zu verfolgen.