Sicherheitsfirmen bringen neue KI-Lösungen gegen Telefonbetrug auf den Markt. Die Schäden durch Cyberkriminalität erreichen 2025 weltweit fast 10 Billionen Euro.
Neue Apps erkennen Betrug in Echtzeit
NordVPN hat die kostenlose Android-App „HangUp“ veröffentlicht. Die Software scannt eingehende Anrufe und SMS auf Betrugsmuster – basierend auf der Erkennungstechnologie von Hiya. Ein Basiskonto beim Anbieter reicht aus, ein VPN-Abonnement ist nicht nötig.
Orange Romania startete am 24. Juli den Dienst „Orange Cybersecure“ für Privatkunden und kleine Unternehmen. Das Paket schützt mit KI gegen SMS-Betrug, sichert Bankzahlungen und überwacht die Identität für bis zu zehn Geräte. Ein kostenloses Portal zum Prüfen verdächtiger Links gehört ebenfalls dazu.
Die Zahlen zeigen, wie dringend solche Maßnahmen sind: In den USA erhielten im vergangenen Jahr fast 80 Prozent der Bürger Betrugsanrufe, rund 30 Millionen Menschen erlitten finanzielle Verluste. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der SMS-Betrug in einigen Regionen um bis zu 146 Prozent. Auch Android-Banking-Trojaner legten um 56 Prozent zu.
Entwicklerin programmiert „Guardian“ nach Oma-Betrug
Neben den großen Playern gibt es auch private Initiativen. Die Softwareentwicklerin Rita Barbosa entwickelte Anfang des Jahres die App „Guardian“ – während eines 48-stündigen Wettbewerbs in Hamburg. Der Auslöser: Ihre Großmutter verlor durch einen Betrugsanruf mehrere tausend Euro.
Angesichts steigender Raten bei Banking-Trojanern und SMS-Betrug ist ein Basisschutz für das Smartphone unerlässlich. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Gerät sofort gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt kostenlos entdecken
Die KI analysiert Anrufe direkt auf dem Smartphone, innerhalb von zwei Sekunden lokal. Blockiert sie einen Anruf, ist der Schaden abgewendet. Barbosa gewann ein Preisgeld und Guthaben für Infrastruktur. Die App ist in einer frühen Phase, der Fokus liegt auf dem portugiesischen Markt.
Betrüger erbeuten in zwei Wochen 310.000 Euro
Die Dringlichkeit zeigt sich auch in Deutschland. Im Kreis Birkenfeld ergaunerten Telefonbetrüger innerhalb von zwei Wochen im Juli 310.000 Euro – Bargeld, Schmuck und Gold. Die Täter nutzten perfide Maschen: vorgetäuschte Autounfälle mit Kautionsforderungen, angebliche medizinische Notfälle.
In Kranzberg verloren Senioren im Juli rund 140.000 Euro durch Schockanrufe. In Hagenow waren es 37.000 Euro. Die Täter gaben sich als Polizisten, Ärzte oder Angehörige aus.
Während Kriminelle immer raffiniertere Methoden anwenden, um Nutzer auszuspionieren, lassen sich viele Sicherheitslücken durch die richtigen Einstellungen schließen. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Report, wie Sie durch automatische Updates und gezielte Maßnahmen Ihr Android-Smartphone zur Festung machen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Was die Polizei rät
Die Behörden bleiben bei ihren Empfehlungen: Bei Verdacht sofort auflegen. Niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben. Notfälle über offizielle Nummern prüfen. Innerhalb der Familie Kennwörter vereinbaren.
Aufmerksamkeit bleibt wichtigste Waffe
Trotz aller KI-Technik: Die Wachsamkeit der Nutzer ist die wichtigste Verteidigungslinie. Ein 79-jähriger Senior aus Pullach bewies das am 20. Juli. Er hielt einen Betrüger hin, bis die Polizei einen Verdächtigen festnehmen konnte. Es war bereits das vierte Mal, dass der Mann zur Überführung von Tätern beitrug.

