Die Polizei in Leer sowie Dienststellen in Rheinland-Pfalz berichten aktuell über eine Zunahme von Betrugsversuchen, bei denen Kriminelle mit falschen Gewinnversprechen operieren. Im Fokus der Ermittler stehen dabei insbesondere Forderungen nach Zahlungen über Apple-Geschenkkarten sowie der missbräuchliche Einsatz von Fernwartungssoftware auf Mobilgeräten. Während einige Taten im Versuchsstadium scheiterten, kam es bereits zu erheblichen finanziellen Schäden bei Privatpersonen.
In den vergangenen Tagen registrierte die Polizei Leer vermehrt Fälle, in denen Unbekannte Kontakt zu Bürgern aufnahmen und ihnen Bargeldsummen oder hohe Gewinne aus Kapitalanlagen in Aussicht stellten. Um diese angeblichen Beträge zu erhalten, wurden die Betroffenen aufgefordert, Vorabzahlungen zu leisten. Dies sollte entweder durch klassische Banküberweisungen oder durch die Übermittlung von Codes von Apple-Geschenkkarten erfolgen. Nach Angaben der Behörden blieben diese Versuche im Raum Leer bislang erfolglos, da die Angesprochenen die Masche erkannten und keine Zahlungen leisteten.
Hoher Sachschaden durch Fernzugriff auf Mobilgeräte
Dass diese Betrugsformen jedoch eine ernste Gefahr darstellen, zeigt ein aktueller Fall aus Ludwigshafen. Dort erstattete ein 83-jähriger Mann Anzeige, nachdem er Opfer eines organisierten Anlagebetrugs geworden war. Dem Senior war am vergangenen Wochenende von einer unbekannten Frau am Telefon ein Gewinn in Höhe von 60.000 Euro versprochen worden. Im Verlauf der professionell geführten Gespräche gelang es der Täterin, das Opfer zur Installation einer App auf seinem Mobiltelefon zu bewegen.
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Durch diese Anwendung verschaffte sich die Unbekannte unbefugten Zugriff auf das Gerät des Seniors. In der Folge wurden ohne dessen Zustimmung Überweisungen vom Bankkonto des Mannes getätigt. Der entstandene Schaden beläuft sich laut Polizeibericht auf insgesamt 19.000 Euro. Die Ermittler warnen in diesem Zusammenhang eindringlich davor, Unbekannten unter keinen Umständen Zugriff auf das eigene Smartphone oder den Computer zu gewähren.
Muster der Kriminellen und Sicherheitshinweise
Die Polizei weist darauf hin, dass die Kombination aus psychologischem Druck und der Nutzung anonymer Zahlungsmittel charakteristisch für diese Deliktfelder ist. Apple-Geschenkkarten werden von Kriminellen bevorzugt, da die darauf befindlichen Guthaben-Codes nach der Übermittlung sofort digital eingelöst oder weiterverkauft werden können. Eine Rückverfolgung oder Stornierung der Transaktion ist für die Opfer in der Regel nicht möglich.
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Sicherheits- und Finanzexperten raten zur grundsätzlichen Skepsis, wenn Gewinne an Bedingungen wie Gebührenzahlungen oder den Kauf von Gutscheinkarten geknüpft sind. Seriöse Gewinnspielanbieter oder Finanzinstitute würden niemals die Übermittlung von Gutscheincodes als Gebührenersatz fordern. Zudem gelte die Regel, dass bei unerwarteten Anrufen, in denen hohe Geldsummen versprochen werden, höchste Vorsicht geboten sei. Insbesondere die Installation von Software auf Aufforderung fremder Personen stellt ein massives Sicherheitsrisiko für das Online-Banking und die persönlichen Daten dar.
Die Behörden fordern Betroffene dazu auf, solche Vorfälle umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle zur Anzeige zu bringen und im Verdachtsfall Gespräche sofort zu beenden. Nur durch eine schnelle Meldung können Warnungen an die Bevölkerung zeitnah herausgegeben und weitere potenzielle Opfer geschützt werden.

