Telekom erhöht MultiSIM-Preise um 40 Prozent

Die Deutsche Telekom verteuert Zusatzkarten ab April deutlich. Die Erhöhung trifft vor allem Kunden älterer Tarife und unterstreicht einen strategischen Wandel hin zu Premium-Konnektivität.

Ab April müssen Kunden für zusätzliche Mobilfunkkarten deutlich mehr zahlen. Die Erhöhung trifft vor allem Nutzer älterer Tarife und unterstreicht einen strategischen Kurswechsel des Bonner Konzerns.

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Deutliche Verteuerung für Zusatzkarten

Die Deutsche Telekom schickt derzeit die letzten Benachrichtigungen an betroffene Kunden: Ab dem 1. April 2026 steigt die monatliche Gebühr für eine MultiSIM von 4,95 auf 6,95 Euro. Das entspricht einer Preiserhöhung von rund 40 Prozent. Jede zusätzliche Karte kostet Verbraucher damit künftig 24 Euro mehr im Jahr. Die Anpassung gilt gleichermaßen für physische SIM-Karten und digitale eSIM-Profile, mit denen sich Smartwatches, Tablets oder Laptops über den Hauptvertrag online verbinden lassen.

Als Grund nennt der Netzbetreiber in seinen Schreiben „allgemeine wirtschaftliche Preisentwicklungen“ und die hohen Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung seiner Mobilfunkinfrastruktur. Die Preise für diesen Zusatzdienst seien über Jahre stabil geblieben, obwohl die Betriebskosten gestiegen seien.

Premium-Kunden bleiben verschont – Ältere Tarife zahlen

Die Preiserhöhung trifft nicht alle Kunden gleichermaßen. Sie betrifft vor allem Nutzer älterer oder günstigerer Mobilfunkverträge, die eine MultiSIM als kostenpflichtiges Extra hinzugebucht haben. Kunden mit aktuellen Premium-Tarifen hingegen spüren die Veränderung nicht.

Der MagentaMobil L-Tarif beinhaltet bereits eine kostenlose MultiSIM, beim MagentaMobil XL sind sogar zwei inklusive. Branchenbeobachter deuten die Strategie als doppelten Schachzug: Sie generiert zusätzliche Einnahmen von Bestandskunden und macht gleichzeitig einen Wechsel in teurere Verträge attraktiver. Der eigenständige Zusatz wird teurer, der Paketpreis der Premium-Tarife wirkt dadurch relativ günstiger. Eine Welle von Tarifwechseln noch vor April gilt als wahrscheinlich.

Sonderkündigungsrecht für betroffene Nutzer

Gemäß deutscher Verbraucherschutzregeln gewährt die Telekom betroffenen Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Wer mit der neuen Gebühr nicht einverstanden ist, kann seinen MultiSIM-Zusatz innerhalb von drei Monaten nach Erhalt der Benachrichtigung kündigen. Die Kündigung kann zum 31. März 2026 wirksam werden, sodass die höheren Kosten von vornherein vermieden werden.

Verbraucherschützer betonen: Die Kündigung der Zusatzkarte hat keine Auswirkungen auf den Hauptvertrag. Für Nutzer, die ihre Zweitgeräte nur selten mobil nutzen, lohnt sich die Prüfung von Alternativen. Die Hotspot-Funktion des Smartphones bietet kostenlos Internet für Tablet oder Laptop. Günstige Prepaid-Angebote oder Zweitverträge können für Geräte mit gelegentlichem Datenbedarf ebenfalls günstiger sein.

Strategischer Shift in der Digitalisierung

Die Preisanpassung spiegelt einen grundlegenden Trend wider. Während Verbraucher immer mehr Geräte vernetzen, ändern die Netzbetreiber ihre Geschäftsmodelle. Zusatzkarten wurden lange als günstiges Lockmittel gesehen, um Kunden zu binden.

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Doch der Datenverbrauch auf Zweitgeräten steigt rasant – durch Streaming auf Tablets oder eigenständige Smartwatch-Funktionen. Für die Telekom wird die nahtlose Multi-Device-Konnektivität nun zum Premium-Service, der extra bezahlt werden muss. Analysten sehen darin einen notwendigen Schritt, um die hohen Investitionen in den 5G-Ausbau und Glasfasernetze zu refinanzieren.

Was bedeutet das für den Markt?

Die Reaktion auf die Telekom-Strategie wird das Verhalten der Wettbewerber prägen. Konkurrenten könnten mit ähnlichen Erhöhungen nachziehen oder gezielt mit günstigen MultiSIM-Angeboten um unzufriedene Telekom-Kunden werben.

Langfristig deutet sich ein Wandel an: Provider werden wahrscheinlich verstärkt gebündelte Pakete anbieten, die Festnetz-Internet, Mobilfunk und unbegrenzten Zugang für Zweitgeräte in einer Rechnung vereinen. Die Ära der einzeln hinzugebuchten Zusatzkarten könnte allmählich zu Ende gehen. Für Verbraucher heißt das: Die Gesamtkosten der digitalen Vernetzung werden neu verhandelt.