Der chinesische Technologiekonzern Tencent hat mit Hy4 die neueste Generation seines KI-Modells Tencent Hunyuan veröffentlicht. Das System basiert auf einer Mixture-of-Experts-Architektur (MoE) und umfasst 770 Milliarden Parameter. Damit ist das Modell 2,6-mal größer als die Vorgängerversion Hy3, die über 295 Milliarden Parameter verfügte.
Erstmals integriert Tencent in der Reihe sowohl Bildverständnis als auch Steuerungsfähigkeiten für Computer über Kommandozeilen und grafische Benutzeroberflächen. Das Training umfasste unter anderem Daten aus den Bereichen Blender und CAD.
Das Modell steht über Tencent-eigene Produkte sowie über Drittplattformen wie OpenRouter bereit. Die Veröffentlichung der Modellgewichte sowie einer entsprechenden System Card soll kurzfristig erfolgen. Tencent vollzog den strategischen Wechsel von proprietären zu quelloffenen Modellen, um zusätzliche Kunden für seine Cloud-Dienste zu gewinnen, und sieht Hy4 als wettbewerbsfähig mit Systemen von Anthropic und OpenAI an.
Leistungsdaten und Benchmark-Ergebnisse
Laut Berichten vom 4. November 2026 übertrifft Hy4 die Preview-Version vom August bei zwölf Aufgaben aus den Bereichen Agenten, Programmierung und Arbeitsautomatisierung. In der Spieleentwicklung stieg die Leistung um 19,1 Prozent (GameDev) beziehungsweise um 9,8 Prozent bei der Spiellogik (GameLogic).
In Tencent-internen Evaluierungen über das Tool WorkBuddy erzielte Hy4 eine durchschnittliche Punktzahl von 83,18 sowie eine Erfolgsquote von 96,15 Prozent, womit das System in China den ersten Platz in 9 von 12 Szenarien belegte.
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In einem Finanz-Crowdtest mit 213 Experten, darunter 153 Fachleute führender externer Institute, erreichte Hy4 bei 579 Aufgaben einen Wert von 3,04 Punkten. Es lag damit vor DeepSeek-V4.1-Flash-1017 mit 2,97 Punkten sowie vor Kimi K3.1 Pro und GLM-5.3 mit jeweils 2,68 Punkten.
Die interne Halluzinationsrate sank von 15,76 Prozent in der Testphase auf 5,45 Prozent, während spekulative Fehler von 23,1 Prozent auf 5,6 Prozent reduziert wurden. Im Test TenureTrail belegte Hy4 unter den Open-Weight-Modellen den ersten Platz, gestützt durch Ergebnisse in mathematischer Konstruktion, physikalischer Modellierung, Umwelt- und Systemtechnik.
In Programmier- und Agenten-Benchmarks übertraf das Modell Konkurrenten wie DeepSeek-V4.1-Flash-1017 und teilweise GPT6.1 Sol, blieb jedoch bei den meisten Tests hinter GPT6.1 Sol und Claude Opus 5.5 zurück. Tencent räumte ein, dass Hy4 bei forschungsnaher Mathematik, langfristigem Programmieren und visueller Fragebeantwortung hinter führenden Closed-Source-Modellen liegt.
Sicherheitsmaßnahmen, Preise und Infrastruktur
Im Sicherheitstraining filterte Tencent Fähigkeiten zur Exploit-Entwicklung, zum Reverse Engineering sowie für Penetrationstests heraus, um Risiken bei Cyberangriffen zu minimieren. Audits durch Tencent Xuanwu und die Cohen Labs bestätigten das Ausbleiben signifikanter Angriffsrisiken. Im Bereich Biosicherheit erzielte Hy4 beim Test Hy-BioExperimentBench 30,4 von 100 Punkten, was einen deutlichen Abstand zur Spitzengruppe markiert.
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Die API-Preise bleiben mit 6 Yuan je Million Eingabe-Token, 18 Yuan je Million Ausgabe-Token und 0,3 Yuan je Million Cache-Treffer stabil (umgerechnet 0,834 US-Dollar bei der Eingabe und 2,501 US-Dollar bei der Ausgabe).
Tencent gewährt auf dem Cloud TokenHub einen Rabatt von 50 Prozent bis zum 31. Dezember 2026. Die Dienste WorkBuddy und CodeBuddy, in die Hy4 integriert ist, sind vom 4. bis zum 15. November 2026 kostenlos nutzbar. Hy4 treibt zudem ein umfassendes Update von WorkBuddy an und wird bei der KI-Modellentwicklung über rekursive Selbstverbesserung eingesetzt.
Die Investitionsausgaben von Tencent kletterten im zweiten Quartal um 176 Prozent im Jahresvergleich auf 52,8 Milliarden Yuan (rund 7,9 Milliarden US-Dollar). Das geopolitische Umfeld bleibt jedoch angespannt: Oracle stornierte laut Medienberichten einen Chipleasing-Vertrag mit Tencent über geschätzt 7 Milliarden US-Dollar nach Bedenken von US-Regierungsvertretern.
Die auf fünf Jahre ausgelegte Vereinbarung hätte Tencent Zugang zu etwa 100.000 modernen Rechenzentrumschips in Südostasien gewährt. Parallel dazu drängten Behörden aus Guangdong das Unternehmen auf den Einsatz heimischer Hardware.
Das Leasing im Ausland bleibt nach bestehenden Vorgaben formell erlaubt. Geplant sind neben einem günstigeren Hy4-Flash-Modell künftig auch eine Hy5-Generation mit erweiterter Parameterskalierung.

