Tencent-KI verdoppelt Nutzer: WorkBuddy führt Büro-Assistenten an

Tencents Desktop-KI WorkBuddy ist ab sofort im HarmonyOS Store verfügbar und verzeichnet ein starkes Nutzerwachstum in China.

Der chinesische Technologieriese erweitert sein KI-Angebot für den Büroalltag – und setzt damit die Konkurrenz unter Druck.

Seit dem 28. Juli 2026 ist die Desktop-Version von Tencents KI-Büroassistenten WorkBuddy im Huawei HarmonyOS PC App Store verfügbar. Es ist der erste speziell für den Desktop entwickelte Office-Assistent auf der HarmonyOS-Plattform. Der Schritt markiert eine deutliche Ausweitung von Tencents KI-Ökosystem und unterstreicht den wachsenden Wettbewerb im Bereich der künstlichen Intelligenz für den Arbeitsalltag.

Bereits am 9. März 2026 war die PC-Version von WorkBuddy erschienen, gefolgt von den mobilen Apps für iOS, Android und HarmonyOS am 18. Juli. Die Integration in den HarmonyOS-Store bringt besondere Funktionen mit sich: Nutzer können per „Tap-to-Share“ Daten zwischen Geräten synchronisieren und direkt auf lokale Dateien zugreifen.

Explosionsartiges Wachstum im Büro-KI-Segment

Die Nutzerzahlen von WorkBuddy sind in den vergangenen Monaten rasant gestiegen. Die monatlichen Besuche der Desktop-Plattform kletterten von 8,85 Millionen im März 2026 auf 20,97 Millionen im Juni – ein Anstieg um das 2,4-Fache. Branchendaten zufolge lag WorkBuddy im Juni auf Platz eins der PC-Büro-KI-Assistenten in China. Die Besucherzahl übertraf sogar die Summe der Plätze zwei und drei zusammen.

Die Software fungiert als intelligenter Einstiegspunkt für berufliche Aufgaben. Sie ermöglicht den Wechsel zwischen verschiedenen KI-Modellen und die Synchronisation über mehrere Geräte hinweg. Beobachter sehen darin eine strategische Verschiebung bei Tencent: weg von der Entwicklung großer Sprachmodelle, hin zu praktischen Anwendungen, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

Wettlauf der Tech-Giganten

Der Markt für KI-Assistenten in China ist heiß umkämpft. Einen Tag vor Tencents Ankündigung, am 27. Juli, veröffentlichte Alibaba die Beta-Version seines Qianwen Office für Windows, macOS und HarmonyOS. Das von DingTalk verwaltete Produkt bündelt mehrere KI-Tools und bietet ein abgestuftes Preismodell für Privat- und Geschäftskunden. Alibabas bestehende KI-Office-Tools verzeichneten im Juni rund 7,88 Millionen Besuche – deutlich weniger als Tencent.

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Auch 360 Security Technology mischt mit: Gründer Zhou Hongyi stellte am 28. Juli die Nano Work Plattform vor, die sich an kleine Unternehmen richtet. Zum Start gibt es 100 Millionen kostenlose Tokens für Early Adopter. Meituan wiederum hat Ende Juli seinen Assistenten Xiaotuan 2.0 aufgerüstet und bietet Händlerinformationen nun in über 2800 Städten an.

Der gesamte KI-Agenten-Markt in China wuchs 2025 auf umgerechnet rund 10,3 Milliarden Euro – ein Plus von mehr als 120 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Systemnahe KI und offene Plattformen

WorkBuddy ist nicht Tencents einziger KI-Vorstoß. Bereits Ende Mai hatte das Unternehmen Marvis vorgestellt – einen Assistenten für Hardware-Management und lokale Dateioperationen auf Windows, Mac und Android. Anders als WorkBuddy ist Marvis für systemnahe Aufgaben gedacht: Werbung entfernen, Geräte steuern, Dateien verwalten.

Schon zwei Tage nach dem Start zählte Marvis über 300.000 täglich aktive Nutzer. Die Sieben-Tage-Bindungsrate lag bei rund 54 Prozent. 44 Prozent der Nutzungsszenarien betrafen die lokale Dateiverwaltung, 28 Prozent die Hardware-Steuerung. Tencent plant, diese Assistenten künftig mit der hauseigenen Hunyuan-Modellfamilie zu verknüpfen – für mehr Datenschutz und Leistung auf PCs und spezieller KI-Hardware.

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Das HarmonyOS-Ökosystem profitiert zudem von zunehmender Open-Source-Unterstützung. Am 28. Juli veröffentlichte die openJiuwen-Community JiuwenSwarm, eine Multi-Agenten-Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI auf HarmonyOS, Windows und macOS. Die Vielfalt an Produktivitätstools auf Huaweis Plattform wächst damit rasant.