Tesla erschwert Besitzern den Wechsel des teuren Fahrassistenzsystems auf ein neues Auto. Kurz vor dem Ende des Verkaufsmodells sorgt der Konzern mit widersprüchlichen Regeln für Verunsicherung und gefährdet so den Wiederverkaufswert zehntausender Fahrzeuge.
Frist für Übertragung wird flexibler – aber nur für Einzelkäufer
Noch bis zum 31. März 2026 können Kunden ihre einmalig gekaufte Full Self-Driving (FSD)-Lizenz auf ein neues Tesla-Fahrzeug übertragen. Die Regeln dafür hat der Konzern zuletzt gelockert. Statt der Fahrzeugübergabe reicht nun eine Bestellung bis zum Stichtag. Die Auslieferung darf auch später erfolgen.
Doch das Angebot hat enge Grenzen. Es gilt nur für Privatkunden, die FSD separat erworben haben und beide Autos auf demselben Konto registrieren. Leasingfahrzeuge, Gewerbe-Bestellungen und Gebrauchtwagen aus dem Tesla-Inventar sind ausgeschlossen. Für viele Besitzer ist dies die letzte Chance, ihre Investition von oft über 10.000 Euro mitzunehmen. Bisher war die Software stets an die Fahrgestellnummer gebunden.
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Luxus-Pakete schaffen neue Besitzerklasse
Eine deutliche Einschränkung betrifft die neuen „Luxe“-Pakete. Diese Bündel aus FSD, kostenlosem Supercharging, Premium-Connectivity und Wartungsplänen gibt es für Model S, Model X und den Cyberbeast des Baujahrs 2026.
Das entscheidende Detail: Die in diesen Paketen enthaltene FSD-Lizenz ist nicht übertragbar. Sie bleibt dauerhaft am ursprünglichen Fahrzeug gebunden. Tesla argumentiert, der Wert der Software fließe in den Inzahlungnahmepreis ein, wenn das Auto direkt an den Konzern zurückgeht. Besitzer, die auf das Paket setzten, haben somit weniger Flexibilität als jene, die FSD einzeln kauften.
Widersprüchliche Botschaften gefährden Wiederverkaufswert
Die größte Verwirrung herrscht jedoch um den privaten Verkauf. Bisher war es ein Verkaufsargument, dass FSD beim Weiterverkauf des Autos erhalten bleibt – die Software ging mit dem Fahrzeug auf den neuen Besitzer über. Diese Praxis bestätigt noch immer die offizielle Tesla-Support-Seite.
Doch eine Marketing-E-Mail vom Anfang Februar sendet ein völlig anderes Signal. Darin heißt es zur FSD-Kaufoption: „Wenn Sie Full Self-Driving (Supervised) kaufen, bleibt es bei Ihrem Tesla, solange Sie ihn besitzen.“ Diese Formulierung legt nahe, dass die Lizenz beim Verkauf erlischt – ein klarer Widerspruch zur bisherigen Praxis.
Für Besitzer wäre das ein herber Schlag. Ein nicht übertragbares FSD würde den Wiederverkaufswert zehntausender Fahrzeuge massiv mindern. Die Unsicherheit darüber lähmt aktuell den Gebrauchtwagenmarkt für hochgerüstete Teslas.
Strategischer Wechsel: Vom Kauf zum Abo
Hinter den turbulenten Regeländerungen steht ein grundlegender Strategiewechsel. Tesla stellt den Verkauf von FSD als einmalige Lizenz zum 14. Februar 2026 komplett ein. Künftig ist die Vollautomatisierung nur noch als Abonnement für 99 Euro monatlich verfügbar.
Für Tesla bedeutet das planbare, wiederkehrende Einnahmen und mehr Kontrolle über die Preise. Die aktuelle Verwirrung um die Übertragbarkeit könnte diesem Modell indirekt nutzen. Wenn der „Besitz“ der Software an Wert verliert, erscheint das monatliche Abo plötzlich attraktiver.
Analysten sehen darin eine Abkehr von der früheren Vision. Tesla-Chef Elon Musk hatte einst prophezeit, Fahrzeuge mit FSD würden zu Wertanlagen. Wenn die Software aber nicht mit dem Auto weitergegeben wird, ist dieses Argument hinfällig.
Druck auf Tesla wächst – Klarheit dringend nötig
Mit den nahenden Deadlines wächst der Druck auf Tesla, endlich klare Verhältnisse zu schaffen. Der Widerspruch zwischen Marketing und Support muss aufgelöst werden. Besitzer benötigen Gewissheit, was ihre teure Software-Ausstattung beim privaten Verkauf noch wert ist.
Bis Ende März haben Einzelkäufer noch ein klares, wenn auch schmales Fenster für den Transfer. Die langfristige Perspektive bleibt jedoch trübe. Teslas nächste offizielle Stellungnahme wird entscheidend sein für das Vertrauen der Kunden und den künftigen Wert seiner FSD-Flotte.
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