Teslas humanoider Roboter Optimus erhält milliardenschwere Prognosen von Analysten. Gleichzeitig gerät die KI-Sicherheit des Konzerns unter Beschuss – mit Folgen für das gesamte Geschäft.
Die Woche zeigt zwei Gesichter des Elektroauto-Pioniers: Während die Wall Street dem humanoiden Roboter Optimus eine glänzende Zukunft vorhersagt, verschärfen US-Behörden die Aufsicht über Teslas autonome Technologien. Der Konzern steht am 18. Februar 2026 an einem Wendepunkt. Er will das „Optimus 3“-Modell noch im ersten Quartal präsentieren, muss dabei aber wachsende regulatorische Hürden nehmen.
Barclays prophezeit das „Jahrzehnt des Roboters“
Ein bahnbrechender Bericht der Investmentbank Barclays sorgt für Optimismus. Unter dem Titel „Das Jahrzehnt des Roboters“ prognostizieren die Analysten einen Boom für humanoide Roboter. Der Markt für sogenannte „Physical AI“ – künstliche Intelligenz mit physischem Körper – könnte bis 2035 auf ein Volumen von einer Billion US-Dollar anwachsen.
Tesla wird darin als zentraler Akteur genannt. Das Unternehmen vereine „Gehirn, Muskeln und Batterien“ unter einem Dach. Die Konvergenz von fortschrittlicher KI und besserer Aktor-Technologie habe die Branche an einen Wendepunkt gebracht. Die Produktionskosten seien deutlich gesunken, was einen breiten Einsatz in Fabriken, Logistikzentren und später auch Haushalten ermögliche.
Diese Einschätzung deckt sich mit Teslas eigenen Plänen. Der Konzern bereitet laut Berichten die Vorstellung von „Optimus 3“ vor. Dieses Modell soll das erste sein, das für die Massenproduktion taugt. Noch in diesem Jahr will Tesla die Fertigung hochfahren.
Die Realität: Zwischen Vision und Produktionshürden
Doch zwischen den milliardenschweren Prognosen und der Produktionsrealität klafft eine Lücke. Zwar setzte Tesla 2025 etwa 1.000 Optimus-Einheiten in eigenen Fabriken ein. Dies verfehlte jedoch frühere, ambitioniertere interne Ziele.
Aktuell peilt das Unternehmen eine Produktionsrate an, die langfristig bei einer Million Einheiten pro Jahr liegen könnte. Der Weg dorthin ist jedoch steinig. Berichte weisen auf anhaltende technische Herausforderungen hin, besonders bei der Skalierung der Lieferkette für die hochkomplexen Aktoren und Batteriesysteme.
Auch der praktische Nutzen der Roboter ist umstritten. Sie verrichten zwar einfache Aufgaben. Kritiker verweisen jedoch auf einen viralen Vorfall vom Dezember 2025: Ein Optimus-Roboter verlor das Gleichgewicht und stürzte. Solche Vorfälle zeigen, dass Stabilität und Alltagstauglichkeit vor einem kommerziellen Release noch verfeinert werden müssen.
NHTSA-Daten stellen KI-Sicherheit in Frage
Während Optimus vorankommt, gerät die Sicherheit von Teslas KI-Systemen unter Beschuss. Neue Daten der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zeichnen ein problematisches Bild der autonomen Fahrzeugflotte in Austin, Texas.
Die Daten zeigen: Zwischen Juli 2025 und Januar 2026 gab es 14 gemeldete Vorfälle mit Teslas Robotaxis. Fünf davon ereigneten sich allein im Dezember und Januar. Hochgerechnet auf die gefahrenen Kilometer ergibt sich eine Unfallrate von etwa einem Vorfall alle 57.000 Meilen (ca. 91.700 Kilometer). Zum Vergleich: Der nationale Durchschnitt für menschliche Fahrer liegt bei einem polizeilich gemeldeten Unfall alle 500.000 Meilen.
Diese Zahlen betreffen zwar die autonomen Autos. Analysten warnen jedoch, dass die Skepsis gegenüber der „Full Self-Driving“ (FSD)-Software auch auf Optimus abfärbt. Beide Systeme nutzen dieselbe Computer-Vision- und KI-Infrastruktur. Wenn die KI schon im Straßenverkehr Schwierigkeiten hat, stellt sich die Frage nach ihrer Sicherheit in unberechenbaren Umgebungen wie Fabrikhallen.
Vergleich mit deutschen Standards
Die regulatorische Debatte in den USA ist für Deutschland und die EU hochrelevant. Während die NHTSA Daten veröffentlicht, arbeiten hiesige Behörden wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) an eigenen Richtlinien für autonome Systeme. Der Fall Tesla zeigt: Die Vermarktung von KI-Fähigkeiten wird zunehmend zum rechtlichen Minenfeld – eine Entwicklung, die auch deutsche Tech-Unternehmen wie SAP oder Volkswagen bei ihren KI-Projekten im Blick haben müssen.
Regulierung rückt ins Zentrum – besonders für Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln oder einsetzen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt kompakt, welche Pflichten, Kennzeichnungsvorgaben und Übergangsfristen jetzt gelten – praxisnah aufbereitet für Entwickler, Sicherheitsverantwortliche und Manager. Wer prüfen möchte, ob die eigene Computer‑Vision- oder Robotik‑Software sofort Handlungsbedarf hat, kann den Gratis‑Report hier herunterladen. EU‑KI‑Verordnung: Kostenlosen Umsetzungsleitfaden herunterladen
Kalifornien zwingt Tesla zu klarerer Werbesprache
Der regulatorische Druck wächst weiter. Tesla einigte sich diese Woche mit der kalifornischen DMV (Department of Motor Vehicles) auf einen Vergleich in einem Streit um irreführende Werbung.
Der Konzern hatte die Begriffe „Autopilot“ und „Full Self-Driving“ verwendet. Die Behörde sah darin eine Täuschung der Kunden, die von voller Autonomie ausgehen könnten. Tesla akzeptierte nun „korrigierende Maßnahmen“ und muss die Notwendigkeit menschlicher Aufsicht klarer kommunizieren. Damit entging das Unternehmen einem 30-tägigen Verkaufsstopp in seinem wichtigsten US-Markt.
Dieser Schritt markiert eine Kehrtwende. Tesla hatte seine Begrifflichkeiten bisher stets verteidigt. Rechtsexperten sehen darin ein Präzedenzurteil. Es könnte vorbildhaft sein für die Vermarktung von Optimus. Behörden werden wahrscheinlich klare Grenzen fordern, was der Roboter kann und was nicht. So sollen Vorwürfe der „Autonomie-Wäsche“ von vornherein vermieden werden.
Ausblick: Das Rennen um die „Physical AI“ hat begonnen
Das Jahr 2026 wird zur Bewährungsprobe für Teslas Roboter-Ambitionen. Die Vorstellung von Optimus 3 im ersten Quartal steht im Mittelpunkt. Das Modell muss deutliche Fortschritte bei Stabilität, Geschicklichkeit und Akkulaufzeit zeigen, um die Billionen-Dollar-Prognose von Barclays zu rechtfertigen.
Das Rennen um die „Physical AI“ heizt sich global auf. Konkurrenten in China und den USA treiben eigene humanoide Roboterprogramme voran. Teslas Fertigungskompetenz ist ein theoretischer Vorteil. Die jüngsten Sicherheitsdaten und regulatorischen Rückschläge erinnern jedoch daran: Der Erfolg hängt nicht nur von der Produktion ab, sondern auch vom Vertrauen der Öffentlichkeit und der Behörden.
Während die Branche den Barclays-Bericht diskutiert, richten sich alle Blicke auf Teslas Fabriken in Texas und Kalifornien. Dort entsteht die nächste Generation synthetischer Arbeiter – für eine Welt, die ihre Arbeitskraft sehnsüchtig erwartet, ihre Sicherheit aber noch mit Skepsis betrachtet.





