Tesla setzt auf Roboter statt Luxus-Elektroautos

Tesla stellt seine Flaggschiff-Modelle ein und investiert über 20 Milliarden Euro, um sich vom Autobauer zum KI- und Robotik-Unternehmen zu wandeln.

Tesla-Chef Elon Musk stellt den Autobauer radikal um: Er stoppt die Modelle S und X und investiert Milliarden in humanoide Roboter. Sein Ziel ist eine Wirtschaft des „universalen Wohlstands“.

Berlin – Tesla steht vor der größten Transformation seiner Geschichte. Auf der Bilanzpressekonferenz für das vierte Quartal 2025 verkündete CEO Elon Musk einen strategischen Paukenschlag: Der Elektroauto-Pionier konzentriert sich künftig vollständig auf künstliche Intelligenz (KI) und Robotik. Die Flaggschiff-Modelle S und X werden eingestellt, um Platz für die Massenproduktion des humanoiden Optimus-Roboters zu schaffen. Mit einem Investitionsvolumen von über 20 Milliarden Euro für 2026 wandelt sich Tesla vom Autobauer zum KI-Unternehmen.

Die Vision: Wirtschaftlicher Überfluss durch Roboter

Musk entwarf vor Analysten eine radikale Zukunftsvision. Der breite Einsatz von Allzweck-Robotern werde ein Zeitalter des „erstaunlichen Überflusses“ einläuten – ein Satz, der nun offiziell in Teslas Mission Statement steht. Sein Konzept: „Universal High Income“ (universaler Wohlstand).

Anzeige

Passend zum Thema KI und Robotik: Die EU‑KI‑Verordnung bringt neue Pflichten für Entwickler, Anbieter und Nutzer von KI‑Systemen – von Risikoklassen über Kennzeichnung bis zu umfangreicher Dokumentation. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt, welche Anforderungen jetzt gelten und wie Unternehmen technische und rechtliche Prozesse einrichten können. Ideal für Führungskräfte, Compliance‑Teams und Entwickler, die KI‑Produkte einsetzen oder skalieren wollen. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen

Anders als ein bedingungsloses Grundeinkommen, das nur das Existenzminimum sichert, prophezeit Musk einen Kollaps der Kosten für Güter und Dienstleistungen durch robotische Arbeit. Das würde den Lebensstandard aller Menschen anheben. „Dies ist das wahrscheinlichste langfristige Ergebnis fortschrittlicher Automatisierung“, so der Tesla-Chef. Das primäre Ziel des Unternehmens sei es nun, diese Zukunft durch die Massenproduktion leistungsfähiger Roboter zu ermöglichen.

Optimus verdrängt die Elektroauto-Legenden

Um diesen ehrgeizigen Kurs zu unterstützen, wird Tesla die Produktion der Modelle S und X im zweiten Quartal 2026 einstellen. Die Fertigungslinien im Stammwerk Fremont, Kalifornien, werden abgebaut und für den Bau des Optimus-Roboters umgerüstet. Musk peilt dort langfristig eine Kapazität von einer Million Robotern pro Jahr an.

Im ersten Quartal 2026 will Tesla die dritte Generation des Optimus (Gen 3) vorstellen. Sie soll deutlich leistungsfähiger sein und über neu entwickelte Hände für komplexe Manipulationsaufgaben verfügen. In einer offenen Momentaufnahme räumte Musk jedoch ein: Trotz früherer Ankündigungen verrichte aktuell kein einziger Optimus nützliche Arbeit in Teslas Fabriken. Das Programm befinde sich noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase. Die Serienproduktion soll Ende 2026 starten.

Finanzen im Zeichen des Umbruchs

Die Ankündigung begleitete eine durchwachsene Quartalsbilanz. Der Umsatz lag mit 24,9 Milliarden US-Dollar zwar leicht über den Erwartungen, fiel aber im Jahresvergleich. Die Gewinnmargen litten unter rückläufigen Auslieferungen und Preisanpassungen.

Das Jahr 2026 wird ein Jahr der massiven Investitionen. Finanzchef Vaibhav Taneja bestätigte Kapitalausgaben von über 20 Milliarden Dollar. Das Geld fließt vor allem in KI-Recheninfrastruktur, die neuen Optimus-Fertigungslinien und die Hochskalierung des autonomen Cybercab. Zudem investiert Tesla zwei Milliarden Dollar in Musks KI-Start-up xAI, um die Technologie für autonome Systeme voranzutreiben.

Branchenanalyse: Ein Zeitalter endet

Branchenbeobachter werten das Aus für Model S und X als Ende einer Ära. Diese Fahrzeuge etablierten Tesla als Luxusmarke und bewiesen die Alltagstauglichkeit von E-Autos. Mit ihrer Einstigung setzt der Konzern nun vollständig auf zwei unerprobte Technologien: vollautonomes Fahren und humanoide Robotik.

Die Vision vom universellen Wohlstand sei faszinierend, so Marktexperten, der Zeitrahmen für eine solche Wirtschaftstransformation bleibe aber spekulativ. Die offene Aussage, dass Optimus noch keine praktische Arbeit verrichtet, unterstreiche die Lücke zwischen Vision und technologischer Realität. Die Umwidmung der Fabrik und die milliardenschweren Investitionen zeigen jedoch: Tesla behandelt Robotik nicht länger als Nebenprojekt, sondern als zentrales Geschäftsmodell.

Der Blick nach vorn: Alles hängt an der Gen 3

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf die Vorstellung des Optimus Gen 3 in den kommenden Monaten. Dessen Fähigkeiten werden entscheidend für die Investorenzuversicht in dieser Übergangsphase sein. Ein weiterer, kurzfristigerer Indikator ist der Produktionsstart des Cybercab im April 2026. Er wird zeigen, ob Tesla seine Ziele bei der autonomen Hardware erreichen kann.

Musk betonte, der Weg zum universellen Wohlstand sei mit tiefgreifendem Wandel verbunden, stelle aber die beste Zukunft für die Menschheit dar. Zunächst steht Tesla jedoch die unmittelbare Herausforderung bevor, ein Jahr mit hohen Ausgaben und Produktwechseln zu meistern – während die Verheißung einer Roboter-Revolution ganz von der Umsetzung des Fahrplans für 2026 abhängt.

Anzeige

PS: Die KI‑Regeln sind in Kraft und Übergangsfristen laufen — bei der schnellen Umstellung auf Optimus & Autonomie sollten Unternehmen jetzt wissen, welche Dokumentation, Kennzeichnung und Risikobewertung erforderlich ist. Unser gratis E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung bietet eine klare Schritt‑für‑Schritt‑Checkliste, Praxishinweise und die wichtigsten Fristen, damit Ihre KI‑Projekte rechtssicher bleiben. Gratis E‑Book zur KI‑Verordnung herunterladen