Trotz Endmontage in den USA bleibt Teslas humanoider Roboter „Optimus“ auf eine tiefe Zuliefererbasis in China angewiesen. Die Abhängigkeit von Schlüsselkomponenten birgt erhebliche geopolitische Risiken.
Die ambitionierten Produktionsziele für den Optimus-Roboter sind eng mit chinesischen Partnern verflochten. Das zeigt eine aktuelle Branchenanalyse. Zwar will Tesla die Serienfertigung im kalifornischen Fremont aufbauen. Doch die Kernkomponenten – Aktuatoren, Sensoren und Präzisionsmotoren – kommen überwiegend aus China.
Diese Abhängigkeit ist kein Provisorium, sondern eine strukturelle Notwendigkeit. Tesla pflegt diese Lieferantenbeziehungen seit rund drei Jahren. Das Unternehmen kopiert damit das erfolgreiche „Apple-Modell“: Es nutzt Chinas industrielle Tiefe, behält aber Design und Endmontage im Westen. Dieses als „Optimus-Kette“ bekannte Netzwerk liefert bereits fortgeschrittene Prototypen, etwa spezielle gebogene Glas-Kopfkomponenten, in die USA.
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Kostendruck treibt Abhängigkeit voran
Der Zwang zur Effizienz ist der Haupttreiber. Teslas Ziel, den Roboter für 20.000 bis 30.000 US-Dollar anzubieten, ist ohne chinesische Zulieferer kaum erreichbar. Experten schätzen: Ein Aufbau der gesamten Komponenten-Ökologie außerhalb Chinas würde die Produktionskosten um bis zu 50 Prozent erhöhen. Das könnte den Roboter für den Massenmarkt unverkäuflich machen.
China dominiert global den Markt für seltene Erdmagnete und hochpräzise Linearaktuatoren. Beide sind für die flüssigen, menschlichen Bewegungen des Optimus essenziell. Berichte zeigen, dass chinesische Zulieferer aktiv an der Hardware-Entwicklung mitarbeiten. Sie liefern bereits Kleinstmengen von Proben, etwa Getriebe und Hardware für Vision-Systeme, die in Teslas US-Laboren getestet werden.
Geopolitisches Risiko als ständige Bedrohung
Die wirtschaftlichen Vorteile haben einen hohen Preis: geopolitisches Risiko. Die anhaltenden Handelskonflikte und Exportkontrollen zwischen Washington und Peking behindern die Logistik. Besonders heikel sind chinesische Beschränkungen für den Export seltener Erden. Sie könnten die Hochvolumen-Produktion von Motoren ausbremsen.
Tesla-Manager räumen diese Herausforderungen ein. Das Unternehmen navigiere durch komplexe Lizenzanforderungen, um den Nachschub an magnetischen Materialien zu sichern. Die sogenannte „Fremont-Wende“ – die Umstellung von Teilen der Fabrik von Elektroautos auf Roboter – soll diese Risiken durch zentralisierte Montage mildern. Doch die Rohstoffe und Teilmontagen für diese neuen Linien unterliegen weiterhin den Launen des Welthandels. Analysten warnen: Verschärfte Exportregeln könnten den Produktionshochlauf verzögern und Volumenziele weit in das Jahr 2027 verschieben.
Wettlauf mit günstigeren chinesischen Konkurrenten
Der Druck, die Lieferkette abzusichern, wächst mit dem Wettbewerb. Chinesische Konkurrenten wie Unitree drängen mit preiswerteren Alternativen auf den Markt. Sie nutzen ihre Nähe zum lokalen Zulieferernetz, um Entwicklungszyklen zu beschleunigen. Das zwingt Tesla, seine Produktionsstrategie schnell zu finalisieren.
Die Erwartung der Branche ist klar: Tesla wird einen Zweispur-Kurs fahren. Die Beziehungen zu Schlüsselpartnern in China werden vertieft, um die kurzfristige Verfügbarkeit zu sichern. Parallel soll schrittweise eine sekundäre Lieferkette in Nordamerika und Europa aufgebaut werden. Für das restliche Jahr 2026 bleibt die „Optimus-Kette“ durch China jedoch die Lebensader für Teslas Roboter-Ambitionen. Der Erfolg des Programms hängt davon ab, wie gut das Unternehmen den Balanceakt zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und geopolitischer Resilienz meistert.
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