Tesla treibt seine KI-Strategie mit zwei Meilensteinen voran: fahrerlosen Taxis in Texas und einem Verkaufsziel für seinen humanoiden Roboter.
Der Elektroauto-Pionier hat in Austin, Texas, eine neue Phase seines autonomen Fahrtdienstes eingeläutet. Seit dem 22. Januar sind dort erstmals Robotaxis ohne menschlichen Sicherheitsfahrer im Sitz unterwegs. Parallel dazu gab Konzernchef Elon Musk beim Weltwirtschaftsforum in Davos ein klares Ziel aus: Der Optimus-Roboter soll bis Ende 2027 für die Öffentlichkeit käuflich sein. Diese parallelen Schritte markieren einen strategischen Fokuswechsel – weg vom reinen Autobauer, hin zum Anbieter skalierbarer KI-Anwendungen.
Fahrerlose Taxis: Test unter realen Bedingungen
Der Schritt in Austin ist lang erwartet. Der Dienst startete bereits im Juli 2025, damals noch mit Aufsichtspersonen. Jetzt fährt ein Teil der Flotte in einem als „unbeaufsichtigt“ bezeichneten Modus. Tesla verfolgt eine vorsichtige Expansionsstrategie. Nur wenige Fahrzeuge ohne Innenkontrolleur sind zunächst im Einsatz, der Großteil der Flotte behält den Sicherheitsfahrer. Dieser Anteil soll steigen, sobald das System seine Fähigkeiten unter Beweis stellt.
Teslas Vorstoß mit fahrerlosen Robotaxis und dem Optimus‑Roboter zeigt, wie schnell KI‑Systeme in die reale Welt gelangen – und die EU‑KI‑Verordnung verlangt jetzt klare Nachweise zu Risikobewertung, Transparenz und Kennzeichnung. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt in verständlichen Schritten, welche Pflichten Entwickler und Anbieter von KI‑Systemen erfüllen müssen, welche Übergangsfristen gelten und wie Sie Dokumentation rechtskonform aufbauen. Praktische Checklisten helfen, Bußgelder zu vermeiden. KI‑Verordnung: Gratis‑Leitfaden für Unternehmen herunterladen
Doch der Begriff „unbeaufsichtigt“ ist mit Vorsicht zu genießen. Berichten zufolge wurden die Sicherheitsmonitore nicht abgeschafft, sondern in Verfolgungsfahrzeuge umgesetzt, die den Robotaxis nachfahren. Diese Praxis wirft Fragen auf und deutet darauf hin, dass für diese erste Phase weiterhin eine Fernüberwachung stattfindet.
Um den Dienst zu stützen, baut Tesla seine Flotte rasch aus. Allein in den letzten neun Tagen kamen 40 neue Model Y hinzu, 23 davon in Austin. Insgesamt umfasst die nachverfolgte Flotte nun etwa 240 Fahrzeuge. Rund 72 operieren in Texas, der Rest im Raum San Francisco, wo weiterhin ein Sicherheitsfahrer an Bord ist.
Optimus: Tesla setzt sich 2027 als Verkaufsziel
Während die Taxis durch Austin navigieren, wird der humanoide Optimus-Roboter in Teslas Fabriken getestet. Das neue Ziel, ihn Ende 2027 öffentlich zu verkaufen, ist die bisher konkreteste Zeitangabe für das ambitionierte Projekt.
Die Entwicklung verläuft schrittweise. Aktuell führen Prototypen in den Werken einfache Aufgaben aus. Bis Ende 2026 sollen ihre Fähigkeiten auf komplexere Tätigkeiten ausgeweitet werden. Die nächste Generation, Optimus Gen 3, wird 2026 ausschließlich in den eigenen Fabriken eingesetzt, um Daten zu sammeln und Sicherheit zu gewährleisten.
Die Konzernführung warnt jedoch vor anfänglichen Schwierigkeiten. Der Produktionshochlauf für Optimus und das geplante „Cybercab“-Robotaxi werde langsam und herausfordernd. Die Zeitpläne für die Serienproduktion des Roboters wurden bereits von Anfang 2026 auf Ende 2026 verschoben.
Die Technik im Hintergrund
Getrieben werden diese Ambitionen durch stetige Hardware-Updates. Neu ausgelieferte Model Y enthalten unangekündigt ein verbessertes „Hardware 4.5“-System (AI4.5) für das autonome Fahren. Dies deutet auf fortlaufende Architekturverbesserungen für komplexere KI-Software hin.
Weiter in der Zukunft liegt der nächste Generationen-Sprung: Der finale Entwurf des AI5-Chips steht kurz vor dem Abschluss. Dieser Chip ist entscheidend für die Fähigkeiten von „Full Self-Driving“ und Optimus. Für die Massenproduktion plant Tesla eine Doppelstrategie: Samsung und TSMC sollen den Chip in US-Fabriken fertigen. Erste Produktionsläufe sind für 2026 geplant, der große Hochlauf für 2027 – genau passend zu den Zeitplänen für die Robotaxi-Expansion und den Roboter-Verkauf.
Strategischer Fokus auf KI als Erlösquelle
Teslas Ankündigungen zeigen einen klaren strategischen Pivot. Angesichts eines zunehmend gesättigten und wettbewerbsintensiven globalen E-Auto-Marktes positioniert sich das Unternehmen mit Robotaxis und Robotern als neue Differenzierungsmerkmale und künftige Umsatzträger.
Der Schritt in Austin – selbst mit dem Vorbehalt der Verfolgungsfahrzeuge – ist eine direkte Herausforderung an Konkurrenten wie Waymo. Dieses Unternehmen betreibt einen größeren Dienst in mehreren Städten, setzt aber auf einen anderen Technologie-Stack inklusive LiDAR und Radar. Teslas rein kamerabasierter Ansatz könnte, wenn erfolgreich, einen kostengünstigeren und besser skalierbaren Weg zum autonomen Fahrdienst ebnen.
Der Fokus auf wiederkehrende Erlöse zeigt sich auch im Geschäftsmodell: Ab dem 14. Februar 2026 wird die FSD-Software nur noch per Abo verfügbar sein. Der Einmalkauf entfällt. Dies schafft eine stetige Einnahmequelle und koppelt den Wert der Software an ihre kontinuierlichen Updates.
2026: Das Jahr der Bewährung
Die kommenden Monate werden für Tesla entscheidend. Für das Robotaxi-Programm ist der Maßstab, wie schnell und sicher der Anteil wirklich fahrerloser Fahrzeuge steigen und der Dienst auf neue Städte ausgeweitet werden kann. Für Optimus ist der erfolgreiche Einsatz der Gen-3-Roboter in den eigenen Fabriken 2026 der zentrale Beweis für Herstellbarkeit und kommerziellen Nutzen.
Mit dem geplanten Start der Cybercab-Produktion wird 2026 zum Jahr, in dem Tesla seine lang gehegten KI-Versprechen in greifbare, skalierbare und kommerziell erfolgreiche Produkte übersetzen muss. Der Fortschritt auf den Straßen von Austin und in den Werkshallen wird von der Tech- und Autoindustrie genau beobachtet – als Gradmesser für die Zukunft von Transport und Arbeit.
PS: Übrigens: Wenn Ihr Unternehmen KI‑Systeme entwickelt, vertreibt oder einsetzt — etwa für autonome Fahrzeuge oder Robotik — sollten Sie jetzt die Anforderungen der EU‑KI‑Verordnung kennen. Der kostenlose Leitfaden fasst Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und notwendige Dokumentation kompakt zusammen und zeigt konkrete Umsetzungsschritte. Enthalten sind außerdem Checklisten für Entwickler und Hinweise zu Übergangsfristen, damit Sie Compliance nachweisen können. Jetzt Umsetzungsleitfaden zur KI‑Verordnung anfordern





