Tesla stellt Luxus-Elektroautos ein – für den Roboter-Optimus

Tesla beendet die Produktion seiner Flaggschiff-Modelle und verlagert Kapazitäten auf die Serienfertigung des Optimus-Roboters. CEO Elon Musk warnt vor einem langsamen Produktionsanlauf.

Tesla opfert seine Modelle S und X, um Platz für die Serienfertigung seines humanoiden Roboters Optimus zu schaffen. CEO Elon Musk warnt jedoch vor einer „quälend langsamen“ Produktionsanlaufphase.

Die Entscheidung markiert einen strategischen Wendepunkt für den Elektroauto-Pionier. Bis Ende des zweiten Quartals 2026 soll die Fertigung der beiden Flaggschiff-Modelle im kalifornischen Werk Fremont auslaufen. Die freiwerdenden Linien werden für die Massenproduktion des Optimus-Roboters umgerüstet. Tesla sieht hier die Zukunft seines Wachstums, während das Kerngeschäft mit Elektroautos unter Druck gerät: Im letzten Quartal 2025 brach der Umsatz in dieser Sparte um elf Prozent ein.

Vom Auto- zum Roboterbauer: Ein radikaler Strategiewechsel

„Die Geschwindigkeit des Produktionshochlaufs ist umgekehrt proportional zur Anzahl neuer Teile und Prozesse“, erklärte Musk kürzlich. Beim Optimus sei so gut wie alles neu – von den Komponenten bis zur gesamten Lieferkette. Das zwinge zu einem extrem langsamen Start, der sich erst allmählich beschleunigen könne. Erste signifikante Stückzahlen erwartet das Unternehmen frühestens Ende 2026.

Die Herausforderungen sind immens. Experten verweisen auf die technische Komplexität und den enormen Datenbedarf für das Training der künstlichen Intelligenz, die den Roboter steuert. Zwar testet Tesla bereits Prototypen für einfache Aufgaben in eigenen Fabriken, doch von einem produktiven Einsatz ist man noch weit entfernt. Musk vergleicht den Weg mit einem Marathon, bei dem das „langsamste, unglücklichste Bauteil“ das Tempo diktiert.

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Milliardenschwere Wette auf die Zukunft der Arbeit

Trotz der kurzfristigen Hürden hält Tesla an seinen ambitionierten Langfristzielen fest. Nach der Pilotlinie in Fremont plant das Unternehmen eine dedizierte Großfabrik in Texas für eine spätere „Optimus 4″-Generation. Diese soll perspektivisch bis zu zehn Millionen Einheiten pro Jahr produzieren.

Um diesen Wandel zu finanzieren, will Tesla seine Investitionsausgaben 2026 mehr als verdoppeln – auf über 20 Milliarden US-Dollar. Musk ist überzeugt, dass vielseitige, lernfähige Roboter die Wirtschaft revolutionieren und sogar das US-Bruttoinlandsprodukt spürbar beeinflussen könnten. Der Zielpreis pro Roboter-Einheit liegt bei etwa 20.000 US-Dollar.

Analyse: Ein hohes Risiko in unsicheren Zeiten

Die Entscheidung, profitreiche, etablierte Fahrzeuglinien für ein völlig unerprobtes Roboter-Geschäft zu opfern, gilt als eines der gewagtesten Manöver der jüngeren Industriegeschichte. Analysten sehen enormes langfristiges Potenzial, mahnen aber zu erheblichen kurzfristigen Risiken.

Der Elektroautomarkt wird immer wettbewerbsintensiver, während Tesla gleichzeitig eine komplett neue Fertigungs- und Lieantenkette für den Optimus aufbauen muss. Der Erfolg hängt nicht nur von der Lösung technischer Probleme wie Geschicklichkeit und Energieeffizienz ab, sondern auch von der Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts. Die nächsten 18 bis 24 Monate werden zeigen, ob Teslas Marathon in die robotische Zukunft ein erfolgreicher sein wird.

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