Tesla beendet die Produktion seiner Luxusmodelle, um sich voll auf humanoide Roboter zu konzentrieren. Der Schritt markiert einen radikalen Strategiewechsel des Elektroauto-Pioniers.
In einer strategischen Zäsur stellt Tesla die Produktion seiner ikonischen Modelle Model S und Model X ein. Das Unternehmen bestätigte am Sonntag, die Fertigung der längstlaufenden Baureihen im kommenden Quartal auslaufen zu lassen. Die letzten Einheiten sollen bis Ende Juni 2026 vom Band rollen. Der freiwerdende Platz im Stammwerk Fremont in Kalifornien wird für die Serienfertigung des humanoiden Optimus-Roboters umgerüstet. Für Tesla-Chef Elon Musk ist das kein Abschied, sondern ein „ehrenvoller Abgang“ in eine neue Ära.
Das Ende einer Gründungsära
Das Model S revolutionierte 2012 die Welt der Elektroautos. Es bewies, dass E-Autos leistungsstark, alltagstauglich und begehrenswert sein können. Das 2015 vorgestellte Model X mit seinen markanten Flügeltüren setzte diesen Kurs im SUV-Segment fort. Doch in den letzten Jahren wurden die Premium-Modelle von den günstigeren Massenmodellen Model 3 und Model Y überflügelt.
2025 machten die beiden Volumenmodelle bereits etwa 97 Prozent der 1,6 Millionen Fahrzeugauslieferungen aus. Der Anteil von Model S und X schrumpfte auf weniger als drei Prozent. Die schwindende Nachfrage bei gleichzeitig schärferem Wettbewerb im Premium-Segment lieferte das betriebswirtschaftliche Argument für die Produktionseinstellung. Tesla betont, dass die bestehenden Fahrzeuge weiterhin mit Service und Ersatzteilen versorgt werden.
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Fremont wird zur Roboter-Fabrik
Die Einstellung ist kein Rückzug, sondern eine Neuausrichtung auf das, was Tesla als nächsten großen Wachstumstreiber sieht. Die Fließbänder in Fremont, einst Heimat der Flaggschiff-Modelle, werden zur dedizierten Fabrik für Optimus umgebaut.
Das Ziel ist ehrgeizig: Bis zu eine Million Einheiten des humanoiden Roboters will Tesla jährlich in der umgerüsteten Fabrik produzieren. Dieser Schritt ist der bisher konkreteste Beleg für den Wandel vom Autohersteller zu einem „physischen KI-Unternehmen“. Für Musk hat Optimus das Potenzial, wertvoller als das Autogeschäft zu werden. Noch im ersten Quartal 2026 soll eine für die Massenproduktion optimierte dritte Generation des Roboters vorgestellt werden.
Strategiewende trotz rückläufiger Umsätze
Der Schritt fällt in eine wirtschaftlich herausfordernde Phase. Der Konzern meldete für 2025 mit 94,8 Milliarden US-Dollar den ersten Jahresumsatzrückgang seiner Geschichte. Der Vorjahreswert lag bei 97,7 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal 2025 brachen die Automobil-Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent ein.
Dennoch übertraf der Gewinn pro Aktie die Erwartungen der Wall Street. Die klaren Zukunftssignale in Richtung KI und Robotik scheinen Anleger zu überzeugen. Der Strategiewechsel ist teuer: Die geplanten Investitionen für 2026 übersteigen 20 Milliarden Dollar. Dieses Kapital fließt in den Ausbau der Fertigung für Optimus, den autonomen Cybercab, KI-Infrastruktur und Batterieproduktion.
Was bedeutet das für die Branche?
Teslas Entscheidung, zwei Fahrzeugmodelle für seine Roboter-Ambitionen zu opfern, ist ein klares Signal. Das Unternehmen setzt seine Zukunft nicht auf eine weitere Ausdifferenzierung der Modellpalette, sondern auf die Pionierrolle bei der Integration von KI in die physische Robotik. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb auf dem globalen E-Auto-Markt härter wird. Mit Chinas BYD hat ein Konkurrent Tesla kürzlich sogar als weltweiten Verkaufsleader für Elektrofahrzeuge abgelöst.
Ab Mitte 2026 konzentriert sich Tesla voll auf Model 3, Model Y, den Cybertruck und die neuen Zukunftsprojekte. Die erfolgreiche Umrüstung des Fremont-Werks und der Produktionshochlauf von Optimus werden zum Lackmustest für Teslas Fertigungskompetenz in einem völlig neuen Feld. Für die Automobil- und Tech-Branche markiert dieser Pivot einen Wendepunkt: Ein führender Hersteller priorisiert offiziell eine Zukunft mit autonomen Robotern über die Fahrzeuge, die ihn einst berühmt machten.
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