Tesla stellt Produktion auf humanoiden Roboter Optimus um

Tesla beendet die Produktion seiner Modelle S und X, um die Stammfabrik in Fremont auf die Serienfertigung des humanoiden Roboters Optimus umzurüsten. Dies markiert einen strategischen Wechsel hin zu KI und Robotik.

Tesla stellt seine legendäre Fabrik in Fremont auf die Serienfertigung des humanoiden Roboters Optimus um – und beendet dafür die Produktion der Modelle S und X. Diese strategische Neuausrichtung markiert einen historischen Wendepunkt für den Konzern, der sein künftiges Wachstum stärker auf Künstliche Intelligenz und Robotik als auf das klassische Elektroauto-Geschäft setzt.

Die Entscheidung, die Flaggschiffe der Marke nach über einem Jahrzehnt auszulisten, fiel nach dem Quartalsbericht für das vierte Quartal 2025. Sie ist ein klares Signal: Tesla sieht im Markt für humanoide Roboter ein langfristiges Potenzial, das den Elektroauto-Markt bei Weitem übertreffen könnte. Die umgerüsteten Fertigungslinien in Kalifornien sollen künftig bis zu eine Million Optimus-Einheiten pro Jahr produzieren.

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Vom Autohersteller zur KI- und Robotik-Plattform

Der radikale Umbau der Stammfabrik ist mehr als nur eine Anpassung. Er steht für einen fundamentalen Strategiewechsel. Tesla tauscht einen Teil seines kapitalintensiven Autogeschäfts gegen das, was es als zukunftsträchtigeres, softwaregetriebenes Geschäftsmodell betrachtet. Analysten sehen das Unternehmen nun zunehmend als KI- und Robotik-Plattform, die nicht nur mit Autoherstellern, sondern auch mit Technologiekonzernen konkurriert.

Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der Tesla im globalen Wettbewerb um Elektroautos unter Druck gerät. Der Konzern verzeichnete 2025 erstmals einen Umsatzrückgang. Die Neuorientierung auf Robotik soll neue, potenziell gewaltige Einnahmequellen abseits des Fahrzeugverkaufs erschließen. Die Fabrik in Fremont wird zur Produktionsstätte für die dritte Generation des Optimus, die erstmals für die Massenfertigung konzipiert ist.

Gen 3: Der Durchbruch bei der Fingerfertigkeit

Aktuelle Demonstrationen haben den Optimus von einem Konzept zu einer greifbaren Ingenieursleistung werden lassen. Ein Video von Mitte Februar 2026 zeigt den enormen Fortschritt bei den Händen des Roboters – einer der komplexesten Komponenten überhaupt.

Die Hände der Gen-3-Version verfügen über 50 Aktuatoren, eine dramatische Steigerung gegenüber den 11 Freiheitsgraden des Vorgängermodells. Diese verbesserte Feinmotorik ist entscheidend, damit der Roboter in realen Umgebungen nützliche Arbeit verrichten kann. Die Fähigkeit, präzise verschiedene Objekte zu manipulieren, soll ihn vom Kuriosum zum praktischen Werkzeug in Fabriken, Lagern und später auch im Haushalt machen. Nach Unternehmensangaben machen die Hände fast die Hälfte der gesamten technischen Herausforderung beim Bau des Roboters aus.

Börsenbewertung: Getrieben von der KI-Prämie

Die Tesla-Aktie wird an der Börse längst nicht mehr nach klassischen Automobilkennzahlen bewertet. Sie profitiert von der Erwartungshaltung an die KI-Projekte des Unternehmens. Ende Februar 2026 liegt die Marktkapitalisierung bei rund 1,5 Billionen US-Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2026 wird auf etwa das 200-Fache des erwarteten Gewinns je Aktie geschätzt.

Für Anleger gilt Optimus als „asymmetrische Wette“. Ein Erfolg mit Millionen humanoiden Robotern könnte Billionen an wirtschaftlichem Wert freisetzen und den aktuellen Aktienkurs rechtfertigen. Scheitert das Projekt oder kommt es zu großen Verzögerungen, droht eine deutliche Korrektur. Geplant ist ein Abonnementmodell für die Steuerungssoftware – ähnlich wie beim Full Self-Driving-Paket –, das nach dem Verkauf der Hardware wiederkehrende, hochprofitable Einnahmen generieren soll.

Der Fahrplan: Erst die Fabrikhalle, dann das Eigenheim

Tesla verfolgt bei der Einführung eine vorsichtige Strategie. Die ersten Serieneinheiten sollen 2026 zunächst in den eigenen Fabriken des Konzerns zum Einsatz kommen. Dies dient als groß angelegter Praxistest, um Daten zu sammeln, die Fähigkeiten des Roboters zu verfeinern und Sicherheit sowie Zuverlässigkeit vor einem breiten Verkauf zu gewährleisten.

Eine erste Kleinserie ist bis Ende 2026 angepeilt. Die allgemeine kommerzielle Verfügbarkeit wird jedoch nicht vor 2027 erwartet. Die langfristige Vision von CEO Elon Musk ist ambitioniert: Er sieht eine Zukunft mit Milliarden humanoiden Robotern in Fabriken und Haushalten. Tesla strebt langfristig einen Verkaufspreis von etwa 20.000 US-Dollar pro Einheit an. Damit könnte Optimus für Privathaushalte als persönlicher Assistent erschwinglich werden. Der strategische Umbau in Fremont ist der Startschuss für dieses ehrgeizige Vorhaben.