Technische Fehlfunktionen im System des texanischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit (DPS) haben zu einem massiven Rückstau bei der Verarbeitung von Wählerregistrierungsanträgen geführt.
Unvollständige Anträge aus dem Online-Führerscheinportal wurden über Monate hinweg nicht an die Wahlbeamten der Countys weitergeleitet. Dadurch ist nun eine aufwendige manuelle Nacharbeit durch die lokalen Wahlbehörden erforderlich, wie aus einem Bericht vom 24. September 2026 hervorgeht.
Hunderttausende Anträge belasten die lokalen Verwaltungen
Das Büro des Texas Secretary of State begann am 22. September 2026 mit der Weiterleitung der zurückgehaltenen Registrierungen an die zuständigen Countys. Die Datenflut trifft die lokalen Verwaltungen unvorbereitet.
Das Bexar County Elections Department erhielt über Nacht mehr als 45.000 Registrierungstransaktionen, die zuvor nicht vollständig in das zentrale TEAM-System übermittelt worden waren, und verlängerte umgehend die Arbeitszeiten.
Dallas County muss 68.104 Registrierungen abarbeiten, die seit Oktober 2025 nicht weitergeleitet wurden. Collin County erhielt mehr als 40.000 Dateien, während in Travis County am 23. September 2026 über 35.000 Formulare eingingen.
Mindestens 178.000 Datensätze von Texas DPS wurden nach Bestätigung von sieben der 254 texanischen Countys am 23. September 2026 zunächst nicht weitergegeben. Neben Dallas, Collin und Travis meldete Williamson County 18.000, Hays County 8.200, Lubbock County 7.400 und Cameron County 4.500 Fälle.
Auch ländliche Regionen sind stark belastet: In Randall County gingen am 23. September 2026 statt der üblichen rund 100 Fälle 3.388 Anträge ein, in Potter County rund 1.450 Datensätze.
Montgomery County hat rund 34.780 Fälle zu bewältigen. Chris McGinn von der Vereinigung der Wahlbeamten der texanischen Countys kontaktierte alle 254 Bezirksverwaltungen und wies darauf hin, dass der Fehler Wähler bereits an der Teilnahme an den Vorwahlen im März gehindert haben könnte.
Über Nacht gingen in einzelnen Countys Tausende Registrierungstransaktionen ein, die seit Oktober 2025 nicht weitergeleitet wurden — und die Frist am 5. Oktober rückt näher. Wer die manuelle Nacharbeit jetzt strukturiert aufsetzt, verhindert, dass Wähler an der Stimmabgabe gehindert werden. Kostenlosen Leitfaden zur manuellen Antragsbearbeitung anfordern
Technische Ausfälle und Kritik an den Kontrollmechanismen
Der aufgelaufene Rückstau umfasst Vorgänge aus dem Zeitraum von Oktober 2025 bis zum 13. September 2026. Das Wählerverwaltungssystem TEAM, das von dem IT-Dienstleister Civix betrieben wird, wies bereits seit Juli 2025 Funktionsprobleme auf.
Civix meldete den konkreten Systemfehler am 16. September 2026 an das Büro des Secretary of State. State Elections Director Christina Adkins erklärte, dass Dateien vorübergehend entfernt werden mussten und Countys mit eigener Software die Datensätze eigenständig prüfen müssen.
Texas DPS teilte mit, der technische Fehler sei inzwischen behoben worden; unvollständige Online-Datensätze hätten die automatische Weiterleitung verhindert. Warum das Problem fast ein Jahr lang unentdeckt blieb, ließen DPS und das Büro des Secretary of State bislang unbeantwortet.
Politischer Druck vor den anstehenden Wahlen
Der Vorfall sorgt im Bundesstaat für erhebliche politische Auseinandersetzungen. Senator Paul Bettencourt forderte am 23. September 2026 Rechenschaft und betonte, die Behörden hätten den Fehler früher erkennen müssen. Die Demokratische Partei in Texas forderte Gouverneur Greg Abbott zu einer Untersuchung auf, während Abgeordnete zusätzliche Ressourcen für die Countys verlangten.
Der Systemfehler im DPS-Portal blieb fast ein Jahr unentdeckt — erst der IT-Dienstleister meldete ihn am 16. September. Für County-Verwaltungen heißt das: eigene Prüfroutinen und ein klarer Kommunikationsplan für betroffene Wähler sind jetzt überfällig. Leitfaden zur Systemfehler-Früherkennung jetzt anfordern
Abbott verwies in der Angelegenheit auf DPS und das Büro des Secretary of State. Secretary of State Robert Howden, der das Amt im Juli antrat, räumte die Probleme am 23. September 2026 ein und kündigte die Prüfung einer Kostenübernahme für die betroffenen Bezirke an.
Das DPS-Portal wurde im Zeitraum von 2020 bis 2024 von rund 6 Millionen Bürgern genutzt; insgesamt verzeichnet Texas mehr als 18 Millionen registrierte Wähler. Für die anstehenden Wahlen am 3. November gilt der Tag der Transaktion im DPS-System als Wirksamkeitsdatum der Registrierung, sofern dieser bis zum 5. Oktober liegt. Zudem können betroffene Bürger bei Bedarf vorläufige Stimmzettel einreichen.

