Texas verklagt Router-Hersteller TP-Link wegen Sicherheitsrisiken

Der texanische Generalstaatsanwalt wirft dem Netzwerkausrüster vor, Verbraucher über die Produktherkunft zu täuschen und schwere Sicherheitsrisiken zu ignorieren, die chinesischen Hackern Zugang ermöglichen.

Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton verklagt den Netzwerkausrüster TP-Link. Die Klage wirft dem Unternehmen vor, Verbraucher über die Herkunft seiner Produkte zu täuschen und schwere Sicherheitslücken zu ignorieren. Diese könnten chinesischen Staatsspitzen Zugriff auf amerikanische Daten verschaffen.

„Made in Vietnam“ – nur eine Fassade?

Im Zentrum steht der Vorwurf der Verbrauchertäuschung. TP-Link vermarktet Router und Smart-Home-Geräte in den USA mit dem Label „Made in Vietnam“. Die texanische Staatsanwaltschaft behauptet, dies sei eine bewusste Irreführung.

Ihren Ermittlungen zufolge findet in Vietnam nur die Endmontage statt. Die Schlüsselkomponenten, die Software-Entwicklung und die Lieferkette seien weiterhin fest in China verankert. Damit unterliege das Unternehmen faktisch chinesischen Sicherheitsgesetzen, die eine Kooperation mit staatlichen Diensten vorschreiben.

Bekannte Lücken, staatliche Hacker

Die Klage listet konkrete Sicherheitsvorfälle auf. Demnach nutzten chinesische Hackergruppen wie „Camaro Dragon“ bekannte Schwachstellen in TP-Link-Routern aus. Ihr Ziel: Malware zu implantieren und Datenverkehr abzufangen.

Auch das „Quad7“-Botnet, das 2024 zehntausende Router infizierte, wird als Beleg angeführt. Die Anklage wirft TP-Link vor, diese Risiken nicht ausreichend behoben und Kunden nicht gewarnt zu haben.

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TP-Link weist Vorwürfe entschieden zurück

Das Unternehmen kontert mit einer eigenen Darstellung. TP-Link Systems Inc. sei eine unabhängige US-Gesellschaft mit Sitz in Kalifornien. Nutzerdaten würden ausschließlich auf US-Servern von Amazon Web Services gespeichert.

Zudem betont der Hersteller eine organisatorische Trennung von der chinesischen Muttergesellschaft im Jahr 2024. Die texanischen Ermittler halten diese Abspaltung jedoch für kosmetisch und sehen weiterhin operative Abhängigkeiten.

Teil einer breiten Offensive gegen China-Tech

Die Klage ist kein Einzelfall. Generalstaatsanwalt Paxton kündigte diese Woche eine koordinierte Aktion gegen den Einfluss chinesischer Technologie in Texas an. Parallel wurde auch der Drohnenhersteller Anzu Robotics ins Visier genommen.

Gouverneur Greg Abbott hat zudem die Liste verbotener Technologien für Behörden aktualisiert. TP-Link-Geräte sind für den dienstlichen Gebrauch nun explizit untersagt. Diese Schritte folgen auf ähnliche Maßnahmen gegen TV-Hersteller wie Hisense Ende 2025.

Was bedeutet das für den Markt?

TP-Link ist ein Gigant im Markt für Consumer-Router. Ein Erfolg der Klage könnte dem Unternehmen daher hohe Strafen und einen massiven Vertrauensverlust bescheren.

Branchenbeobachter deuten die Klage als neue Eskalationsstufe im Tech-Konflikt. Der Fokus verlagert sich von der Bundes- auf die Staatsebene. Für Verbraucher wächst die Unsicherheit: Einstige Standardlösungen fürs Heimnetzwerk gelten plötzlich als Sicherheitsrisiko.

Besitzer von TP-Link-Geräten sollten jetzt Firmware-Updates sofort installieren und Standardpasswörter ändern. Der Rechtsstreit könnte zudem zu einstweiligen Verfügungen führen, die den Verkauf bestimmter Produkte in Texas vorläufig stoppen.