TH-AI-Passport: Thailand startet kostenloses KI-Programm für 5 Millionen

Thailand schaltet TH-AI-Passport frei: Fünf Millionen Menschen erhalten ein Jahr lang Zugang zu 33 KI-Modellen von 14 Anbietern.

Das thailändische Ministerium für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft hat am 31. August 2026 den offiziellen Start der Plattform TH-AI-Passport bekannt gegeben. Das Programm soll rund fünf Millionen thailändischen Bürgern einen kostenfreien Zugang zu fortschrittlichen Technologien der künstlichen Intelligenz (KI) ermöglichen und die digitale Transformation im Land beschleunigen.

Kostenloser Zugang zu 33 KI-Modellen

Die neue Plattform bietet registrierten Nutzern ab einem Alter von 15 Jahren Zugriff auf KI-Dienste der sogenannten Pro-Stufe. Insgesamt stehen 33 verschiedene Modelle von 14 Anbietern zur Verfügung. Das Projekt ist zunächst auf eine Laufzeit von einem Jahr ausgelegt.

Das Gesamtbudget für diese Initiative beläuft sich auf 48 Millionen US-Dollar. Ein wesentliches Merkmal der Finanzierung ist die Anwendung eines Pay-Per-Active-User-Modells, bei dem die Kosten flexibel auf Basis der tatsächlichen Nutzung durch die Teilnehmer abgerechnet werden.

Die Nachfrage nach dem Angebot war bereits vor der offiziellen Freischaltung am 31. August erheblich. Laut Ministeriumsangaben wurden bis zum 30. August 2026 insgesamt 1.337.088 Vorregistrierungen verzeichnet.

Strategische Bedeutung im nationalen KI-Aktionsplan

Die Einführung von TH-AI-Passport ist ein zentraler Bestandteil des thailändischen KI-Aktionsplans für die Jahre 2022 bis 2027. Das Ministerium bezeichnete das Programm als Kernmission, um die technologische Souveränität und die digitale Kompetenz der Bevölkerung zu stärken.

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Hintergrund der staatlichen Förderung ist ein deutlicher Nachholbedarf bei der KI-Adoption. Marktdaten aus dem ersten Quartal 2026 zeigen, dass die KI-Nutzungsrate in Thailand bei 12,4 Prozent liegt, während der globale Durchschnitt im gleichen Zeitraum mit 17,8 Prozent beziffert wurde.

Zudem weist der thailändische KI-Markt, dessen Volumen auf insgesamt 50 Milliarden Baht geschätzt wird, eine starke Abhängigkeit von internationalen Akteuren auf: Rund 40 Milliarden Baht des Marktvolumens entfallen derzeit auf ausländische Technologien.

Diskussionen um Altersgrenzen und juristische Auseinandersetzungen

Trotz des Starts gibt es erste Forderungen nach Anpassungen der Zugangskriterien. Während Besuchen in Schulen in der Provinz Nakhon Phanom stellte der Abgeordnete Alongkorn fest, dass auch Schüler unter 15 Jahren ein ausgeprägtes Interesse an der Plattform zeigen. Da diese aufgrund der aktuellen Altersgrenze von der Teilnahme ausgeschlossen sind, regte er eine Prüfung an, um den Zugang künftig auch für jüngere Jugendliche zu öffnen.

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Parallel zum operativen Start sieht sich das Projekt einer juristischen Kontroverse gegenüber. Karndee Leowpairoj, die stellvertretende Vorsitzende der Demokraten, ist mit einer strafrechtlichen Klage des Auftragnehmers der Plattform konfrontiert.

Das Verfahren bezieht sich auf den Computer Crime Act. Leowpairoj erklärte dazu, dass ihre Handlungen dem Schutz öffentlicher Steuergelder gedient hätten. Ein erster Gerichtstermin in diesem Fall ist für den 28. September 2026 angesetzt.