Thailand FastPass: 700 Milliarden Baht für 13.000 neue Jobs

Regierungen in Europa, Asien und Afrika treiben die Digitalisierung von Verwaltungsdiensten voran. Neue Plattformen und E-Rechnungspflichten sollen Bürokratie abbauen.

Von Moldau bis Thailand – Regierungen auf drei Kontinenten treiben die Digitalisierung ihrer Verwaltungsdienste massiv voran. Neue Plattformen für Unternehmensgründungen, Steuerverfahren und Cybersicherheit sollen Bürokratie abbauen und Geschäftsprozesse vollständig digitalisieren.

Osteuropa im Digitalisierungsfieber

Die moldauische Regierung hat am 24. Juni einen umfassenden Aktionsplan zur Digitalisierung zentraler Wirtschaftsdienste verabschiedet. Das Programm „Kontaktloses Geschäft in Moldau“ zielt darauf ab, den gesamten Unternehmenslebenszyklus – von der Gründung bis zur Abmeldung – online abzuwickeln. Dazu gehören die Digitalisierung von Notariatsdiensten, Grundbucheinträgen und die Möglichkeit zur Kontoeröffnung aus der Ferne.

Parallel dazu startete Kasachstan ein neues Online-Angebot auf seiner Plattform „Einheitliches persönliches Konto des Unternehmers“ (ELK). Seit dem 24. Juni können Einzelunternehmer ihre Geschäftstätigkeit vollautomatisiert beenden. Auch die vereinfachte Liquidation von GmbHs ist nun möglich. Der Rollout erfolgt in mehreren Phasen, weitere Funktionen für Freiberufler und Unternehmen in Umstrukturierung sind geplant.

Österreich zieht nach: Das GISA-Express-Portal hat sein digitales Angebot am 26. Juni erweitert. Unternehmen können nun Zweigstellen an- oder abmelden sowie Reisevermittlungslizenzen online kündigen. Bereits 12.064 Anträge wurden laut Verwaltungsangaben bis zum 25. Juni über die digitalen Kanäle bearbeitet.

Pflicht zur elektronischen Rechnung

Mehrere europäische Länder setzen auf verpflichtende E-Rechnungen, um Steuertransparenz zu erhöhen. In Polen ist das KSeF-System seit dem 1. Februar für Großunternehmen Pflicht, andere Steuerzahler mussten bis zum 1. April folgen. Kleine und mittlere Unternehmen mit monatlichen Umsätzen unter einer bestimmten Grenze sind bis Ende 2026 ausgenommen. Umfragen der Beratungsfirma Grant Thornton zeigen: Das System spart Papier und automatisiert Abläufe, doch Unternehmen wünschen sich mehr Stabilität und bessere Benachrichtigungsfunktionen.

Kroatien verzeichnet hohe Akzeptanz seiner „Fiskalisierung 2.0″-Reform seit dem 1. Januar. In den ersten 13 Tagen wurden rund 1,6 Millionen E-Rechnungen nach einem dezentralen Modell fiscalisiert – über zertifizierte Austauschpunkte mit Meldung an die Steuerbehörde.

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Auf kommunaler Ebene hat Porto Velho in Brasilien die App PVH+ gestartet. Seit dem 24. Juni können Steuerzahler dort E-Rechnungen ausstellen, Schuldbescheinigungen abrufen und Risikobewertungen einsehen – mit einem einheitlichen nationalen Authentifizierungskonto.

Sicherheit und Infrastruktur in Afrika und Asien

Tansania hat am 25. Juni zwei Großprojekte gestartet: Das Government Service Directory (GSD) bietet Zugang zu 9.777 Diensten in 554 Behörden. Das Cybersicherheitssystem „Ngao“ schützt Daten in über 700 Regierungsstellen.

Auch Südkorea rüstet auf: Das Ministerium für Wissenschaft und ICT sowie KISA haben am 26. Juni sieben kostenlose Cybersicherheitsprogramme für KMU eingeführt. Dazu gehören KI-gestützte Schwachstellentests und Leitfäden für Sicherheitsinvestitionen.

In Thailand startete am 23. Juni das „FastPass“-Programm mit 25 Pilotprojekten zur Investitionsbeschleunigung. Erwartet werden über 13.000 neue Arbeitsplätze und ein Investitionsvolumen von mehr als 700 Milliarden Baht. In Vietnam zeigen Weltbank-Projekte Effizienzgewinne: In Ho-Chi-Minh-Stadt verkürzte eine Hochwasser-Meldeplattform die Bearbeitungszeit von zwei Stunden auf 90 Minuten. In Da Nang half ein digitales Gebäudemanagement, erhebliche Vermögenswerte zu sichern.

Griechenland auf dem Digital-Decade-Kurs

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Die EU-Kommission bescheinigt Griechenland in ihrem Digital-Decade-Bericht 2026: 57 Prozent der nationalen Ziele sind mit den EU-Vorgaben für 2030 abgestimmt. Das Land hat 22 Prozent seines Wiederaufbauplans – rund 7,8 Milliarden Euro – für digitale Initiativen reserviert. Zu den Highlights zählen die 2025 errichtete KI-Fabrik „Pharos“ und ein nationales Chip-Kompetenzzentrum.

Ergänzend zu den staatlichen Initiativen gibt es private Vorstöße: Auf den Philippinen wurden am 25. Juni Partnerschaften zwischen lokalen Telekommunikationsfirmen und globalen Technologieanbietern bekannt gegeben. Ziel ist es, 1.000 lokale Unternehmen in den nächsten drei Jahren mit KI-Tools und Cloud-Diensten auszustatten.