Sicherheitsforscher haben eine umfangreiche Betrugswelle identifiziert, die den aktuellen Hype um den Kinofilm „The Odyssey“ ausnutzt. Laut Berichten des IT-Sicherheitsunternehmens Bitdefender werden gefälschte Streaming-Seiten und vermeintliche Raubkopien eingesetzt, um sensible Nutzerdaten wie Passwörter, Zahlungsdetails und Informationen zu Kryptowährungs-Wallets zu entwenden.
Lumma-Stealer-Malware umgeht Sicherheitsvorkehrungen
Die Kampagne setzt auf die Verbreitung der sogenannten Lumma-Stealer-Malware. Diese Schadsoftware wird häufig als HD-Rip des Films getarnt und in Form von ausführbaren Dateien (.exe) verbreitet, die VLC-Media-Player-Icons verwenden, um Seriosität vorzutäuschen.
Einmal ausgeführt, ist die Malware in der Lage, Passwörter, Authentifizierungs-Cookies und Daten aus Krypto-Wallets zu extrahieren. Besonders kritisch bewerten Experten die Fähigkeit der Software, gängige Zwei-Faktor-Authentifizierungen (2FA) durch den Diebstahl von Sitzungs-Cookies zu umgehen.
Die Sicherheitsanalysten von Bitdefender konnten bereits spezifische Command-and-Control-Domains (C2) wie auditva[.]cyou und logmabx[.]click identifizieren und blockieren.
Die Lumma-Malware ist in der Branche bekannt; sie tauchte in den letzten Monaten erneut verstärkt auf, nachdem im Mai 2025 bereits rund 2.300 damit verbundene Domains abgeschaltet worden waren. Die aktuelle Vorgehensweise weise zudem deutliche Parallelen zu einer ähnlichen Kampagne rund um die „Mission: Impossible“-Reihe im vergangenen Jahr auf.
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Universal reagiert auf Leaks und illegale Verbreitung
Der Medienkonzern Universal sieht sich unterdessen mit der unautorisierten Verbreitung des Filmmaterials konfrontiert. Auf der Plattform X kursierte eine vollständige Bootleg-Kopie des Werks, die bis zu ihrer Löschung rund 2,1 Millionen Aufrufe verzeichnete.
Universal reagierte mit umfassenden Takedown-Anfragen, um die Verbreitung in sozialen Medien zu unterbinden. Fans des Films reagierten teilweise mit Humor auf die Piraterieversuche und lockten Nutzer, die nach illegalen Streams suchten, mit sogenannten Rickrolls auf harmlose Scherzseiten.
Trotz der Leaks verzeichnet „The Odyssey“ an den Kinokassen erhebliche Erfolge. In den letzten Wochen spielte der Film weltweit über 600 Millionen US-Dollar ein. Allein am zweiten Wochenende nach dem Kinostart erzielte die Produktion einen Umsatz von 87 Millionen US-Dollar. Dabei entfielen 57 Prozent der Einnahmen auf Großbildformate wie IMAX, PLFs oder 70MM-Projektionen.
Der Inhaber der Plattform X, Elon Musk, kommentierte die Veröffentlichung ebenfalls, wobei er die Besetzung kritisierte und ein Remake mittels künstlicher Intelligenz vorschlug.
Experten warnen vor Malvertising und Droppern
Zusätzlich zu den Warnungen von Bitdefender mahnen auch Sicherheitsforscher von Malwarebytes zur Vorsicht. Stefan Dasic wies darauf hin, dass Cyberkriminelle die Popularität des Films gezielt für Malvertising und gefälschte Film-Dropper nutzen.
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Nutzer sollten unter keinen Umständen ausführbare Dateien herunterladen, die als Videomaterial deklariert sind. Da der Film aktuell weltweit in den Kinos angelaufen ist, sei die Gefahr durch gefälschte Online-Angebote besonders hoch.
Branchenexperten raten dringend dazu, Streaming-Inhalte ausschließlich über autorisierte Anbieter zu beziehen und auf die Installation unbekannter Software zu verzichten, um den Diebstahl persönlicher Informationen und den Zugriff auf Finanzkonten zu verhindern.

