Thermaltake Retro Series: 90er-Nostalgie trifft auf High-Tech

Thermaltake präsentiert auf der CES 2026 eine komplett neue Serie mit nostalgischem Beige-Design, die modernste Kühltechnik und Hardware in sich vereint.

Thermaltake bringt mit einer komplett neuen Serie das Design der 90er Jahre zurück – inklusive modernster Kühlung und Hardware.

LAS VEGAS — Während der PC-Markt seit Jahren von gläsernen Gehäusen mit RGB-Beleuchtung dominiert wird, setzt Thermaltake auf der CES 2026 einen radikal anderen Akzent. Das Unternehmen stellte diese Woche seine „Retro Series“ vor – eine Kollektion, die das Aussehen klassischer Beige-Boxen aus den frühen 1990ern mit der Leistung aktueller High-End-Hardware vereint. Die Serie umfasst Gehäuse, eine Wasserkühlung und passende Peripheriegeräte und spricht damit gezielt Enthusiasten an, die sich ein einzigartiges, nostalgisches System bauen möchten.

Retro-Look, moderne Technik im Inneren

Das Herzstück der Serie ist das Retro 360 TG Mid-Tower-Gehäuse. Optisch ist es eine detailgetreue Hommage an die Workstations der 386/486-Ära: in klassischem Beige, mit einer Frontblende, die nicht funktionierende Nachbildungen eines 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerks und 5,25-Zoll-Schächte zieren. Doch der Schein trügt. Im Inneren verbirgt sich ein durchdachtes, modernes Layout.

Das Gehäuse unterstützt die neuesten Mainboard-Standards mit versteckten Anschlüssen, wie etwa ASUS BTF oder MSI Project Zero, für ein kabellos wirkendes Innenleben. Bis zu zwölf 120-mm-Lüfter und ein 360-mm-Radiator finden Platz – Kühlleistung, von der man in den 90ern nur träumen konnte. Für kompaktere Builds bietet Thermaltake zudem das Retro 260 TG im Micro-ATX-Format an.

Die „CRT“-Wasserkühlung als Eyecatcher

Der größte Hingucker auf dem Thermaltake-Stand ist jedoch die Retro Ultra ARGB Sync AIO Liquid Cooler. Die Pumpe dieser All-in-One-Wasserkühlung ist wie ein winziger Röhrenmonitor (CRT) geformt. In ihrem Gehäuse verbirgt sich ein 3,6-Zoll-TFT-Display, das Echtzeit-Temperaturen, Wetterdaten oder eigene GIF-Animationen anzeigen kann. Mit dieser Mischung aus Kühltechnik von heute und Display-Design von gestern trifft Thermaltake offenbar genau den Nerv der Community.

Komplett-Set für den Nostalgie-Build

Abgerundet wird das Ökosystem durch die Peripherie: Die drahtlose RetroCraft-Tastatur und die RetroSwift-Maus teilen sich die beige Farbgebung und die eckige Designsprache der Gehäuse. Sie bieten moderne mechanische Schalter und Performance, fühlen und sehen aber aus wie die Eingabegeräte von vor 30 Jahren. Damit löst Thermaltake ein Problem vieler Modder: Erstmals kann man ein stimmiges Retro-System direkt aus einer Hand beziehen, ohne aufwändig Komponenten verschiedener Hersteller anpassen zu müssen.

Die Nostalgie-Welle erreicht den Hardware-Markt

Thermaltake positioniert sich mit diesem Schritt als Vorreiter in einem wachsenden Nischenmarkt. Der Trend zu Retro-Design gewann 2025 spürbar an Fahrt, etwa mit erfolgreichen Gehäusen von SilverStone. Die Zielgruppe ist klar: Millennials und Angehörige der Generation X, die mit den beigen Kisten aufgewachsen sind und heute einen großen Teil des Premium-Hardware-Markts ausmachen. Für sie ist der Retro-Build nicht nur Technik, sondern auch emotionale Erinnerung.

Die Retro Series soll noch in diesem Jahr in den Handel kommen. Die Preise für den europäischen Markt stehen noch nicht fest. Sollte sich der „Beige-Aesthetic“-Trend als mehr als eine kurzlebige Mode erweisen, könnten bald weitere große Hersteller nachziehen. Thermaltake hat mit seiner Retro Series jedenfalls bewiesen: In der PC-Welt kann die Zukunft manchmal erstaunlich aussehen wie die Vergangenheit.