ThinkCentre X Ultra: Lenovos kompakter KI-Desktop mit 55 TOPS

Lenovo präsentiert auf der IFA den kompakten ThinkCentre X Ultra für KI-Anwendungen. Der Marktstart ist für November 2026 vorgesehen.

Im Rahmen der IFA 2026 in Berlin hat der Technologiekonzern Lenovo neue Hardware-Lösungen für den digitalen Arbeitsplatz präsentiert. Im Zentrum der Vorstellung stand der ThinkCentre X Ultra, ein kompakter Desktop-Computer mit einem Gehäusevolumen von 1,6 Litern.

Das System ist speziell auf die Anforderungen von Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (KI) ausgerichtet und markiert eine technologische Erweiterung des professionellen Portfolios des Herstellers.

Hochleistungs-Hardware im Kompaktformat

Der ThinkCentre X Ultra wird von einem AMD Ryzen AI Max+ PRO 495 angetrieben und verfügt über eine integrierte Radeon 8065S Grafikeinheit. Für die Berechnung von KI-Modellen ist das System mit einer Neural Processing Unit (NPU) ausgestattet, die eine Leistung von 55 TOPS (Tera Operations Per Second) erreicht. In der maximalen Ausbaustufe unterstützt der Desktop bis zu 128 GB LPDDR5X-8533 Unified Memory sowie bis zu 8 TB Speicherplatz.

Über die Grafikeinheit Radeon 8065S können laut technischen Spezifikationen bis zu 96 GB Grafikspeicher adressiert werden. Das System bietet zudem zwei M.2-2280-Slots für Speichererweiterungen. Die Konnektivität wird durch moderne Standards wie Wi-Fi 7, einen 10GbE-Ethernet-Anschluss sowie zwei Thunderbolt-4-Ports sichergestellt.

Skalierbarkeit und Marktstart

Eine Besonderheit des ThinkCentre X Ultra ist die Möglichkeit zur Clusterbildung. Bis zu vier dieser Systeme können miteinander verbunden werden, um die Rechenkapazität für komplexe Aufgaben zu bündeln. Lenovo plant die Markteinführung des Geräts für November 2026. Der Einstiegspreis für die Basiskonfiguration wurde mit 3.100 Euro angegeben.

Neben der neuen Workstation zeigte das Unternehmen in Berlin weitere Geräte der Think-Familie. Dazu gehören die Modelle ThinkCentre M75s und M75q Gen 6, die eine KI-Leistung von bis zu 50 TOPS erreichen.

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Im Bereich der mobilen Endgeräte wurden das ThinkBook 14 Gen 9 mit einem Snapdragon X Plus Prozessor sowie das besonders flache ThinkBook 14x Gen 2 vorgestellt. Letzteres weist eine Bauhöhe von 12,9 Millimetern und ein Gewicht von 990 Gramm auf.

Innovative Konzepte und Peripherie

Lenovo nutzt die Messeplattform zudem für die Präsentation von Konzeptstudien. Mit dem „Project AeroBlade“ wurde ein lüfterloses System gezeigt, das unter 10 Millimeter dünn ist und weniger als 830 Gramm wiegt. Das Konzept „Swan“ demonstriert ein flexibles Display, das sich von 14 auf 17 Zoll erweitern lässt.

Im Bereich der Monitore wurde der ThinkVision P34WD-4v angekündigt. Dabei handelt es sich laut Herstellerangaben um den ersten Thunderbolt-Monitor mit einer Microsoft-VoIP-Zertifizierung. Für den Consumer-Bereich ergänzen das IdeaPad Vibe mit Copilot+-Funktionen und das IdeaCentre AIO i das Messe-Line-up.

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Branchenweites Wettrüsten bei KI-Hardware

Die Neuvorstellungen von Lenovo stehen im Kontext einer breiten Branchenbewegung hin zu spezialisierter KI-Hardware. So präsentierte Nvidia auf der IFA den RTX-Spark-Superchip, der unter anderem eine Blackwell-GPU und 128 GB Unified Memory umfasst. Dieser chip soll ab Oktober 2026 in Windows-PCs von Herstellern wie Lenovo und Acer zum Einsatz kommen.

Auch Microsoft flankiert diese Entwicklung mit der Ankündigung von „Project Zenith“. Diese Initiative zielt auf Geräte der Entwicklerklasse ab, die mindestens 64 GB Unified Memory und eine hohe Bandbreite bieten, um KI-Modelle mit mehr als 30 Milliarden Parametern lokal betreiben zu können.

Konkurrenten wie Dell und Acer stellten ebenfalls neue Workstations und Laptops vor, die auf die steigenden Leistungsanforderungen im professionellen Segment reagieren. So kündigte Acer für das vierte Quartal 2026 die Mini-Workstation Veriton RI110 an, die speziell für den Betrieb großer Sprachmodelle ausgelegt ist.