Im Segment der leistungsstarken 16-Zoll-Laptops liefern sich Lenovo und Apple ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. In einem Vergleichstest des Fachportals Notebookcheck, über den die Plattform am 6. November 2026 berichtete, erzielte das ThinkPad P1 Gen 9 eine Gesamtwertung von 91 Prozent. Damit platzierte sich die mobile Workstation von Lenovo nur minimal hinter dem MacBook Pro 16 von Apple, das im selben Test auf ein Gesamtergebnis von 92 Prozent kam. Beide Geräte richten sich an anspruchsvolle professionelle Nutzer, setzen bei Ausstattung und Architektur jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.
Aufrüstbarkeit und Anschlüsse als Kernkompetenz
Punkten kann Lenovos ThinkPad P1 Gen 9 insbesondere bei den Erweiterungsmöglichkeiten. Die Workstation verfügt über ein Aluminiumgehäuse nach dem Militärstandard MIL-STD-810H mit einem Einstiegskonfigurationsgewicht ab 1,77 Kilogramm.
Im Inneren setzt Lenovo auf den modernen LPCAMM2-Speicherstandard mit LPDDR5X-8533, wodurch sich der Arbeitsspeicher von 32 Gigabyte auf 64 oder bis zu 96 Gigabyte flexibel erweitern lässt. Für massenspeicher stehen zwei M.2-2280-Steckplätze (PCIe 5.0 x4 und PCIe 4.0 x4) zur Verfügung, die eine Gesamtkapazität von bis zu 8 Terabyte sowie RAID 0/1 unterstützen.
Auch bei der Schnittstellenauswahl präsentiert sich das Lenovo-Modell vielseitig: Neben zwei Anschlüssen für Thunderbolt 5 und einem für Thunderbolt 4 sind eine USB-A-Buchse mit 10 Gbit/s, HDMI 2.1 sowie ein SD-Express-7.0-Kartenleser an Bord. Für mobile Datenverbindungen bietet der Hersteller optional ein Snapdragon-X61-Modem für 5G an, ergänzt durch Wi-Fi 7 BE211 und Bluetooth 5.4.
Rechenleistung: Spezialisierte Grafik versus einheitlicher Speicher
Hinsichtlich der Rechenleistung zeigen sich im Vergleichstest klare funktionale Differenzen. Das ThinkPad P1 Gen 9 nutzt Intel-Prozessoren der Reihe Panther Lake beziehungsweise Core Ultra (Series 3) H bis hin zum Core Ultra X9 388H mit 16 Kernen und Taktraten von bis zu 5,1 GHz.
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Bei der Grafikausstattung stehen dedizierte Beschleuniger bis zur Nvidia RTX PRO 2000 Blackwell mit 8 Gigabyte GDDR7-Speicher zur Wahl, während die integrierte Intel Arc B390 den Modellen Core Ultra X7 und X9 vorbehalten bleibt. Diese Kombination verleiht dem ThinkPad Vorteile bei Arbeitslasten in den Bereichen CAD und CUDA.
Demgegenüber setzt Apple im MacBook Pro 16 auf den hauseigenen M5-Max-Chip in Verbindung mit drei Thunderbolt-5-Ports und MagSafe-Ladeanschluss. Mit einem gemeinsamen Arbeitsspeicher von bis zu 512 Gigabyte führt das MacBook Pro bei der reinen Rohleistung und eignet sich dem Testbericht zufolge besser für anspruchsvolle lokale KI-Anwendungen.
Hohe Akkulaufzeiten und Kritikpunkte unter Last
Ein bemerkenswertes Ergebnis erzielte das ThinkPad P1 Gen 9 bei der Energieeffizienz. Das von Notebookcheck getestete Modell (Modellnummer 21UE000MGE, Gewicht 1,947 Kilogramm) mit Core Ultra 7 366H, 64 Gigabyte LPDDR5X-8533, einer 1 Terabyte großen PCIe-5.0-SSD und einer auf 75 Watt limitierten RTX PRO 2000 Blackwell erreichte im Wi-Fi-Test bei 150 cd/m² über 22 Stunden Akkulaufzeit.
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Für die P1-Serie markiert dies einen Rekordwert, nachdem frühere Generationen bei 5 bis 10 Stunden lagen. Verantwortlich hierfür ist unter anderem das sparsamere 16-Zoll-WUXGA-IPS-Panel mit 1920 mal 1200 Bildpunkten bei 60 Hertz und 500 Nits, während Lenovo alternativ WQUXGA-IPS mit 800 Nits oder ein 3.2K-Tandem-OLED-Touchdisplay mit 1500 Nits HDR und 40 bis 120 Hertz offeriert.
Das MacBook Pro 16 hingegen nutzt standardmäßig stets MiniLED- oder Tandem-OLED-Bildschirme. Der 90-Wattstunden-Akku des ThinkPads lässt sich über ein 140-Watt-USB-C-Netzteil nach PD 3.1 innerhalb einer Stunde zu 80 Prozent laden.
Trotz der starken Bewertung verzeichnete der Test Schwachstellen bei Lenovo: Unter Volllast entwickelt das ThinkPad hohe Gehäusetemperaturen, wenngleich die Lüfterlautstärke auf dem Niveau des MacBook Pro 16 verharrt. Zudem ist die Tastatur nicht mehr durch den Nutzer austauschbar.
Auch preislich bewegt sich das Gerät auf hohem Niveau: Während die Baureihe in den USA ab etwa 3.200 US-Dollar startet, schlägt die konkrete Testkonfiguration gelistet mit 4.499 US-Dollar und regulär mit rund 5.100 US-Dollar zu Buche.

