Thomson Reuters C-Track: Datenleck in 12 US-Bundesstaaten und Kanada

Ein Angriff auf C-Track legte Gerichts- und Personendaten offen. Thomson Reuters bietet Überwachung und ab 4. September ein Callcenter an.

Die Informationsplattform C-Track von Thomson Reuters, die für das Management von Gerichtsverfahren eingesetzt wird, ist Ziel einer weitreichenden Sicherheitsverletzung geworden. Ein unbefugter Dritter erlangte Zugriff auf versiegelte Gerichtsinformationen sowie persönliche Daten in insgesamt zwölf US-Bundesstaaten, den US-Jungferninseln und der kanadischen Provinz Ontario.

Als Reaktion auf den Vorfall leitet das Unternehmen nun weitere Betreuungsmaßnahmen ein und richtet ab dem 4. September ein spezielles Callcenter für Betroffene ein.

Umfang und Zeitraum des Datenabflusses

Untersuchungen zufolge erstreckte sich der unbefugte Zugriff auf einen Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 29. Juni 2026. Erste Dateien seien bereits im März durch den externen Akteur entwendet worden. Die Sicherheitsverletzung wurde von Thomson Reuters am 30. Juni 2026 förmlich gemeldet, nachdem das Leck in der C-Track-Infrastruktur entdeckt worden war.

Die Liste der betroffenen US-Gerichtsbarkeiten ist umfangreich. Dazu gehören Berufungsgerichte in Alabama, Pennsylvania, Kentucky, Montana, Nevada, North Dakota, South Carolina, Tennessee, Ohio, New Hampshire, Wyoming und Minnesota. In Kanada sind zudem Systeme in Ontario betroffen. Während die Plattform grundsätzlich für das Fallmanagement genutzt wird, variiert das Ausmaß der gefährdeten Informationen je nach Region.

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Betroffene Datensätze und regionale Besonderheiten

Zu den kompromittierten Informationen zählen sensible personenbezogene Daten wie Namen, Sozialversicherungsnummern und Geburtsdaten. Darüber hinaus erlangten die Angreifer Zugriff auf Führerscheinnummern sowie teilweise auf medizinische Informationen und Finanzdaten.

Die West Publishing Corporation informierte das Büro des Berufungsgerichts in Tennessee am 27. Juli darüber, dass unbefugte Zugriffe auf Backup-Daten stattgefunden hätten. In diesem speziellen Fall umfassten die Daten Namen, Sozialversicherungsnummern sowie medizinische Details. Das Gericht betonte jedoch, dass das System weiterhin betriebsbereit geblieben sei.

Ähnliche Beobachtungen meldete der Oberste Gerichtshof von New Hampshire. Dort sei der Zugriff bereits im April entdeckt worden, nachdem er im März erfolgt war. Hier gab es laut den Verantwortlichen jedoch keine Hinweise darauf, dass Sozialversicherungsnummern offengelegt wurden.

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Auch in Minnesota reagierte die Justizbehörde auf die Meldung von Thomson Reuters und veranlasste eine flächendeckende Rücksetzung von Passwörtern, um die Systemsicherheit wiederherzustellen.

Maßnahmen für Betroffene und aktueller Status

Trotz der Schwere des Vorfalls gibt es laut Thomson Reuters bisher keine Anzeichen dafür, dass die entwendeten Daten für betrügerische Aktivitäten missbraucht wurden. Das Unternehmen betonte zudem, dass es zu keiner Zeit zu betrieblichen Unterbrechungen innerhalb der betroffenen Gerichtssysteme gekommen sei.

Um das Risiko für die betroffenen Personen zu minimieren, bietet Thomson Reuters Dienste zur Kreditüberwachung an. Ergänzend dazu dient das ab dem 4. September zur Verfügung stehende Callcenter als zentrale Anlaufstelle für Rückfragen.

Experten raten dennoch dazu, persönliche Kontobewegungen und Identitätsnachweise in den betroffenen Regionen aufmerksam zu verfolgen. Die Ermittlungen zum genauen Hergang und den Hintergründen des Angriffs dauern an.