Threadripper Halo Station: AMDs neue KI-Workstation für 1 Billion Parameter

AMD stellt eine 96-Kern-Workstation für Billionen-Parameter-Modelle vor und erweitert sein Angebot um mobile Chips sowie kompakte KI-Systeme.

Im Rahmen der Technikmesse IFA in Berlin hat der Halbleiterhersteller AMD mit der Vorstellung der Threadripper Halo Station eine neue Leistungsklasse für lokale KI-Workstations angekündigt.

Die Hardware zielt auf die Verarbeitung massiver Sprachmodelle ab und wird durch neue Prozessorgenerationen für mobile und kompakte Systeme ergänzt. Parallel dazu positionieren Partnerunternehmen wie Lenovo, ASUS und NVIDIA eigene Lösungen für den wachsenden Markt der lokalen Inferenz-Hardware.

Hochleistungs-Workstation für Billionen-Parameter-Modelle

Die neu vorgestellte Threadripper Halo Station ist als High-End-System konzipiert, das mit einem Threadripper Pro 9995WX ausgestattet ist, der über 96 Kerne verfügt.

Zur grafischen und KI-spezifischen Beschleunigung setzt AMD auf zwei flüssigkeitsgekühlte Instinct MI350P-Beschleuniger, die jeweils mit 144 GB HBM3E-Speicher arbeiten und eine Leistungsaufnahme von 600 Watt aufweisen. Das System verfügt über insgesamt 2 TB DDR5-Arbeitsspeicher.

Laut AMD ist die Workstation in der Lage, KI-Modelle mit mehr als einer Billion Parameter lokal auszuführen. Zukünftige Ausbaustufen sollen bis zu vier Grafikprozessoren und damit insgesamt 576 GB HBM3E-Speicher unterstützen.

Branchenberichten zufolge wird sich der Preis für die Halo Station zwischen 100.000 US-Dollar und 150.000 US-Dollar bewegen. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum oder spezifische OEM-Partner für dieses System wurden bisher nicht benannt.

Neue Ryzen AI Max PRO-Serie für mobile Anwendungen

Zusätzlich zur Workstation-Klasse hat AMD die Prozessorserie Ryzen AI Max PRO 400 vorgestellt, die intern unter dem Namen Gorgon Halo geführt wird. Das Spitzenmodell der Serie, der Ryzen AI Max+ PRO 495, verfügt über 16 Zen-5-Kerne und eine integrierte Radeon-8065S-Grafikeinheit. Die Plattform unterstützt bis zu 192 GB LPDDR5X-8533 Unified Memory mit einer Bandbreite von 273 GB/s.

Die Rechenleistung der NPU wird mit 55 TOPS angegeben. Nach Angaben des Herstellers ermöglichen diese Spezifikationen die lokale Ausführung von Modellen mit 300 Milliarden Parametern bei Nutzung einer 4-Bit-Quantisierung.

Neben dem Topmodell umfasst die Serie den 490 (12 Kerne) und den 485 (8 Kerne). Erste Geräte von HP und Lenovo sollen im dritten Quartal 2026 verfügbar sein, wobei Branchenexperten darauf hinweisen, dass eine anhaltende DRAM-Knappheit die Liefermengen begrenzen könnte.

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Hardware-Partner präsentieren kompakte KI-Lösungen

Diverse Hersteller nutzen die neue AMD-Architektur für spezialisierte Endgeräte. Lenovo kündigte den ThinkCentre X Ultra an, ein kompaktes 1,6-Liter-Gehäuse, das mit dem Ryzen AI Max+ PRO 495 bestückt ist.

Das System soll im November 2026 zu einem Startpreis von 3.669 US-Dollar erscheinen und unterstützt bis zu 128 GB Speicher. Besonderes Merkmal ist die Cluster-Fähigkeit, bei der bis zu vier Geräte kombiniert werden können, um einen gemeinsamen Speicherpool von 512 GB zu bilden.

Auch Acemagic stellte mit der F9A Mini Workstation ein System auf Basis des Ryzen AI Max+ PRO 495 vor. Das Gerät erreicht Taktraten von bis zu 5,2 GHz und soll in der Lage sein, das DeepSeek V4 Flash-Modell mit 284 Milliarden Parametern lokal zu betreiben.

Weitere Ankündigungen kamen von Minisforum mit dem AI Agent NAS N5 sowie von Acer, die mit der Veriton RI110 eine Workstation auf Basis von Intel Core Ultra X7-Prozessoren präsentierten, die Ende 2026 in Nordamerika erscheinen soll.

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Software-Integration und vernetzte Rechenleistung

Flankiert wird die Hardware-Offensive durch neue Software-Projekte. Microsoft stellte das „Project Zenith“ vor, eine spezialisierte Windows-Umgebung für Entwickler. Diese setzt mindestens 64 GB Unified Memory voraus und ist für die Ausführung von Modellen mit über 30 Milliarden Parametern auf AMD Ryzen AI Halo-Hardware optimiert.

NVIDIA präsentierte unterdessen den Personal AI Router (PAIR). Diese Open-Source-Software ermöglicht es, ungenutzte Rechenkapazitäten von GPUs im lokalen Netzwerk – etwa von RTX-Karten oder Apple-Rechnern ab der M4-Serie – zu einem Cluster zu bündeln. Damit soll die Inferenzleistung im privaten Haushalt deutlich gesteigert werden können, ohne auf Cloud-Dienste angewiesen zu sein.

Zudem kündigte NVIDIA für Oktober 2026 die Veröffentlichung der ersten RTX Spark Windows-PCs an, die mit Blackwell-GPUs ausgestattet sind und eine Leistung von einem Petaflop erreichen sollen.

Im Bereich der spezialisierten Superchips meldete ASUS die Bestellbarkeit des ExpertCenter Pro ET900N G3. Dieses System nutzt den NVIDIA GB300 Grace Blackwell Ultra Desktop Superchip und stellt 748 GB kohärenten Speicher zur Verfügung, was die Verarbeitung von Modellen mit bis zu einer Billion Parameter ermöglicht.

Mehr zum Thema bei Tom’s Hardware: „AMD unveils Threadripper Halo Station, an AI workstation packing 96 cores and dual liquid-cooled MI350P …“