Mozilla hat mit Thunderbird 159 eine neue Version seines quelloffenen E-Mail-Clients veröffentlicht. Die Aktualisierung führt Verbesserungen für den Arbeitsalltag ein, darunter eine überarbeitete Anzeige für ungelesene Nachrichten im System-Tray unter Linux sowie eine optimierte Erkennung von Kalendern bei der Kontoeinrichtung. Zudem schließt das Update eine dreistellige Zahl an Sicherheitslücken und behebt zahlreiche funktionale Probleme bei Schnittstellen und Protokollen.
Bessere Integration unter Linux und automatische Kalendererkennung
Nutzer des Betriebssystems Linux erhalten mit der Version 159 eine verbesserte Statusanzeige im System-Tray. Das Symbol im Infobereich signalisiert nun direkt das Vorhandensein ungelesener E-Mails, während die genaue Anzahl über einen Tooltip angezeigt wird.
Darüber hinaus erleichtert Thunderbird die Einrichtung von Microsoft-Konten: Das Programm erkennt Microsoft-Graph-Kalender bei der Erstellung neuer Konten nun automatisch. Die Anwendung steht für Windows, macOS und Linux sowohl als direktes Update als auch über den regulären Download bereit.
Zahlreiche Fehlerbehebungen für Exchange und Webdienste
Neben den neuen Komfortfunktionen widmet sich die Veröffentlichung diversen Stabilitätsproblemen im Zusammenspiel mit externen Diensten. Zuvor konnten übermäßige Anfragen an die Microsoft-Graph-API zu einer Drosselung durch den Server und damit zu Verzögerungen bei der Anzeige von Nachrichten führen.
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Diese API-Anfragen wurden ebenso korrigiert wie unvollständige Einstellungen für den Ausgangsserver bei Exchange Web Services (EWS) und Graph-Konten sowie Fehler innerhalb der Konfigurationsbearbeitung.
Auch bei anderen Synchronisationsdiensten besserten die Entwickler nach. Behoben wurden Verbindungsprobleme beim CalDAV-Abgleich nach aufgetretenen Netzwerkfehlern sowie Fehlfunktionen bei CardDAV-Passwortabfragen und Synchronisations-Tokens.
Bislang wurden CardDAV-Passwörter teils fehlerhaft hinterlegt, was nach einem Neustart des Programms eine erneute Passworteingabe erforderte. Zudem führten sehr große ICS-Kalenderdateien in früheren Fassungen zu einer hohen Speicherlast, die das Programm einfrieren lassen konnte.
Protokollverbesserungen und Korrekturen bei Anhängen
Im Bereich der Standardprotokolle wurden Schwierigkeiten mit der NTLM-Authentifizierung über POP3, mit IMAP-Namespace-Root-Ordnern sowie mit Tags außerhalb des ASCII-Zeichensatzes im IMAP-Betrieb beseitigt. Zudem wurden Startprobleme behoben, die im Zusammenhang mit geöffneten IMAP- oder PDF-Tabs auftraten. Defekte Datenbanken für Nachrichten, die zeitweise eine hohe Prozessorlast verursachten, werden ebenfalls adressiert.
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Beim Umgang mit E-Mail-Anhängen wurden zwei Fehler behoben: Das unbeabsichtigte Kürzen von MP4-Videodateien beim Weiterleiten sowie Probleme beim Ausführen der Befehle zum gesammelten Speichern oder Abtrennen von Dateianhängen, sofern ungültige Dateipfade vorlagen.
Umfangreiches Sicherheitspaket schließt 173 Schwachstellen
Einen wesentlichen Schwerpunkt des Versionssprungs bildet die IT-Sicherheit. Am 28. Oktober 2026 wurden Details zu geschlossenen Sicherheitslücken bekannt: Thunderbird 159 schließt im Rahmen des Sicherheitsbulletins MFSA 2026-121 insgesamt 173 Schwachstellen. Die parallel gepflegte Version Thunderbird 153.6 umfasst im Bulletin MFSA 2026-122 Korrekturen für 154 Schwachstellen.
Die Sicherheitsaktualisierungen beheben unter anderem Risiken im Umgang mit Zeilenumbrüchen in SMTP-Adressen, die eine Befehlsinjektion ermöglichen konnten, sowie Unicode-Adressen mit verdeckten Antwortadressen.
Weitere geschlossene Einfallstore betrafen das Nachladen externer Inhalte in Newsgroups ohne entsprechende Header sowie RSS-Injektionen über Nachrichten-IDs und Referenzfelder. Zudem schließt das übergeordnete Sicherheitsbulletin von Mozilla Schwachstellen, die für Rechteausweitungen, Spoofing-Angriffe und den unbefugten Zugriff auf sensible Nutzerdaten ausgenutzt werden konnten.

