Tiger Global Management hat im zweiten Quartal 2026 signifikante Anpassungen an seiner Anlagestrategie vorgenommen. Wie aus einer aktuellen SEC-Einreichung hervorgeht, reduzierte die Investmentgesellschaft ihre Anteile an mehreren führenden Technologieunternehmen deutlich, darunter Schwergewichte wie Microsoft und Nvidia.
Gleichzeitig nutzte der Hedgefonds den Berichtszeitraum, um neue Positionen bei AMD und SpaceX aufzubauen und bestehende Beteiligungen in anderen Bereichen zu erweitern.
Deutliche Kürzungen bei Alphabet und Broadcom
Im Zentrum der Portfolio-Bereinigung stand eine massive Reduzierung der Anteile am Google-Mutterkonzern Alphabet. Das Unternehmen veräußerte in den letzten Monaten Aktien im Wert von etwa 1,72 Milliarden US-Dollar, was einer Kürzung der Position um 45,4 Prozent entspricht. Zum Ende des Quartals hielt Tiger Global damit noch 5,81 Millionen Alphabet-Aktien.
Ähnlich drastisch fielen die Kürzungen beim Halbleiterhersteller Broadcom aus. Hier reduzierte die Investmentgesellschaft ihren Bestand um 51 Prozent auf nunmehr 1,75 Millionen Aktien.
Auch bei den sogenannten Markttreibern im Bereich der Künstlichen Intelligenz und Cloud-Dienste wurde das Engagement zurückgefahren. Die Beteiligung an Nvidia sank um 6,8 Prozent auf 11,20 Millionen Aktien, während der Anteil an Microsoft um 9,3 Prozent auf 2,27 Millionen Papiere verringert wurde.
Darüber hinaus umfassten die Verkäufe weitere prominente Namen des Sektors. Die Beteiligung an Amazon wurde um 3,2 Prozent auf 9,68 Millionen Aktien reduziert, Meta-Anteile sanken um 8,5 Prozent auf 2,82 Millionen Aktien und die Position beim Chiphersteller TSMC ging um 12,3 Prozent auf 4,88 Millionen ADRs zurück.
Vollständig trennte sich Tiger Global von seiner Position beim Streaming-Dienst Netflix. Dieser Verkauf umfasste 2,44 Millionen Aktien mit einem geschätzten Wert von rund 234,5 Millionen US-Dollar.
Neue Investitionen in AMD und SpaceX
Trotz der allgemeinen Reduzierung im Tech-Sektor setzte Tiger Global im abgelaufenen Quartal neue Akzente durch den Einstieg bei anderen Branchengrößen. Der Hedgefonds eröffnete eine neue Position beim Chiphersteller AMD mit einem Volumen von 674.727 Aktien, was einem Marktwert von etwa 392 Millionen US-Dollar entspricht. Zudem investierte die Gesellschaft in SpaceX und erwarb 375.000 Aktien für rund 64,07 Millionen US-Dollar.
Eine deutliche Aufstockung gab es zudem bei Intel. Hier erhöhte Tiger Global seinen Anteil von zuvor 1,64 Millionen auf nun 4,25 Millionen Aktien.
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Marktanalysten warnen vor Überbewertung
Trotz des Neueinstiegs bei AMD betrachten Branchenanalysten die aktuelle Bewertung des Chipherstellers mit Skepsis. Eine Analyse von GuruFocus stuft die Position als um 90,9 Prozent überbewertet ein. Während der berechnete GF-Wert bei 269,40 US-Dollar liegt, wurde die Aktie zuletzt zu einem Preis von 514,39 US-Dollar gehandelt.
Auch das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 132,23 liegt deutlich über dem Fünf-Jahres-Median von 100,87. Begleitet wurde diese Entwicklung durch Insider-Verkäufe bei AMD in Höhe von 80,7 Millionen US-Dollar innerhalb der letzten drei Monate.
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Die Umschichtungen bei Tiger Global spiegeln einen breiteren Trend unter institutionellen Anlegern wider. In den letzten Monaten agierten viele Fonds vorsichtiger gegenüber den hochbewerteten Technologiekonzernen der „Magnificent Seven“.
Den Daten zufolge reduzierten rund 44 Prozent von insgesamt 6.371 untersuchten Fonds ihre entsprechenden Anteile, während 42 Prozent ihre Positionen weiter ausbauten. Die Offenlegung der Portfolio-Anpassungen erfolgte im Rahmen der vierteljährlichen 13F-Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC.

