TikTok markiert 3 Milliarden KI-Videos: Neue Regeln für synthetische Inhalte

Plattformen kennzeichnen synthetische Beiträge, begrenzen deren Monetarisierung und entwickeln Prüfwerkzeuge; 80 Prozent wünschen klare Hinweise.

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Führende soziale Netzwerke und Videoplattformen gehen verstärkt gegen die Flut automatisierter digitaler Erzeugnisse vor. YouTube, TikTok und Instagram intensivieren ihre Schritte gegen synthetische Produktionen, um ihre Feeds vor minderwertigen Beiträgen zu schützen.

Während YouTube kreatives und originelles Storytelling mithilfe künstlicher Intelligenz weiterhin belohnt, werden massenhaft generierte oder emotional manipulative KI-Videos systematisch von der Monetarisierung ausgeschlossen.

Ein Unternehmenssprecher von YouTube bezeichnete diese Linie als Klarstellung bereits bestehender Vorgaben zu unechten Inhalten. Bereits in einem Trust-and-Safety-Update vom 20. Juli hatte die Plattform ihre Richtlinien präzisiert.

Wie groß der Handlungsdruck ist, zeigten bereits Maßnahmen im Januar, als YouTube mehr als ein Dutzend reichweitenstarke Kanäle mit Millionen Aufrufen sperrte. Einem Bericht von Kapwing zufolge machten KI-Videos zeitweise geschätzt 21 Prozent des YouTube-Feeds aus.

Kennzeichnungspflichten und technische Prüfwerkzeuge

Parallel zu den Monetarisierungsbeschränkungen bauen die Betreiber ihre technischen Kontrollsysteme aus. Am 14. Oktober startete YouTube Music den Rollout neuer Kennzeichnungen für Musikstücke, die primär mit generativer künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Das Label erscheint direkt auf der Player-Seite unter Titel und Interpret; ein Antippen öffnet entsprechende Hintergrundinformationen.

Erkennungswerkzeuge und Hinweise von Musikpartnern sollen die Zuweisung absichern, während Auto-Tune ausdrücklich nicht als generative KI gewertet wird. Allerdings sorgen unterschiedliche interne Formulierungen über den genauen Standard für Diskussionen, da bisher weder feste Genauigkeitsraten noch Widerspruchsmöglichkeiten für Kunstschaffende hinterlegt sind.

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Auch TikTok setzt auf strikte Vorgaben. Die Kurzvideo-App verlangt eine Kennzeichnung von KI-Material und nutzt unsichtbare Wasserzeichen. Nach eigenen Angaben wurden weltweit bereits über 3 Milliarden KI-generierte Videos markiert, unter anderem über Content Credentials und C2PA-Standards.

Neben Erkennungssystemen gegen automatisierte Spam-Konten bietet TikTok seit November eine Funktion, mit der Anwender den Anteil synthetischer Inhalte im eigenen Feed direkt über die Einstellungen für Privatsphäre und Themen regulieren können. Für Kreative formulierte das Unternehmen Leitlinien, die unter anderem einen transparenten und bedarfsgerechten Einsatz der Technologie empfehlen.

Branchenweite Anpassungen von Meta bis zu Streamingdiensten

Meta kennzeichnet entsprechende Beiträge in seinen Netzwerken Facebook, Instagram und Threads bereits seit längerer Zeit mit Hinweisen und weitete dies im Juni auf Werbeanzeigen aus. Ergänzend dazu stellte der Konzern ein öffentlich zugängliches Verifikationstool bereit.

Über die Adresse meta.ai/identification können Nutzer per Upload oder URL prüfen, ob Bild-, Video- oder Audiodateien von hauseigenen Modellen wie Muse stammen. Ein unsichtbares digitales Wasserzeichen namens Content Seal soll diese Erkennung selbst nach Zuschnitt, Kompression oder Skalierung ermöglichen.

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Die Regulierungswelle erfasst auch die Musikindustrie und Blogging-Netzwerke. Plattformen wie Pinterest begrenzen KI-Inhalte über spezielle Feed-Werkzeuge, während Substack seit dem 21. Juli eine automatisierte Erkennung über Pangram anbietet. Bei Musikdiensten kündigte Deezer die Einführung eines Schalters an, mit dem Abonnenten rein synthetische Musik ausblenden können.

Nach Unternehmensangaben sind dort täglich über 90.000 Uploads beziehungsweise mehr als 50 Prozent der Neueinreichungen KI-generiert. Während Tidal solche Tracks gänzlich von der Vergütung ausschließt und Spotify visuelle Badges für künstliche Künstlerprofile einführt, plant Apple Music Transparenz-Tags bis zum Jahresende.

Eine Umfrage des Instituts Ipsos unter 9.000 Personen in acht Ländern unterstreicht die Verbrauchererwartung: Demnach fordern 80 Prozent der Befragten eine klare Kennzeichnung von KI-Werken.