TikTok-Videos: 15 Sekunden können bis zu 20 Megabyte Daten verbrauchen

Anpassungen bei Hintergrunddaten, Netzwechseln und Sensoren können Mobilfunkvolumen sparen und die Akkulaufzeit verlängern.

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Aktuelle Ratgeber-Berichte zeigen auf, wie Nutzer über spezifische Systemeinstellungen die Hintergrundaktivitäten von Anwendungen regulieren können, um ungewollten Mobilfunk-Datenverbrauch und schnellen Akkuverlust einzudämmen. Oftmals greifen Smartphones und mobile Betriebssysteme auch bei scheinbar inaktivem Zustand auf Netzwerke und Gerätesensoren zu, was zu spürbaren Einbußen bei Datenkontingent und Laufzeit führt.

Verborgene Hintergrunddaten und mobile Verbindungen

Wie Fachberichte darlegen, bleibt das Mobilfunk-Modem unter Android über die standardmäßig aktivierte Einstellung für dauerhaft aktive mobile Daten selbst bei bestehender WLAN-Verbindung aktiv. Durch sogenannte Keep-alive-Pakete und kurzzeitiges Daten-Rerouting bei minimalen WLAN-Schwankungen können erhebliche Mengen an Datenvolumen verloren gehen; berichtet wurde von rund zwei Gigabyte unerklärter Datennutzung innerhalb eines Monats.

Zudem treiben moderne Anwendungen den Verbrauch massiv voran. Auf einem Wirtschaftsforum in Abuja nannte der Netzbetreiber MTN Nigeria hochauflösendes Video-Streaming, automatische Downloads, Hintergrund-Apps und Cloud-Backups als Hauptursachen für schnell schrumpfendes Datenvolumen.

Demnach verbraucht ein 15-sekündiges Video auf TikTok je nach Qualitätsstufe zwischen 2 und 20 Megabyte. Bei einem landesweiten Nutzerkreis von rund 45 Millionen Menschen bei WhatsApp verzeichnete MTN Nigeria ein Datenwachstum von 43 Prozent im Jahresvergleich, während netzseitige Messabweichungen im Vergleich zum Endgerät zwischen zwei und rund zwölf Prozent lagen.

Auch auf Desktop-Systemen schlagen Hintergrunddienste zu Buche: Laut Berichten konnte ein IT-Spezialist unter Windows den täglichen Verbrauch um drei Gigabyte reduzieren, indem er Synchronisierungen über OneDrive, automatische Aktualisierungen von Spiele-Plattformen wie Steam und Epic Games sowie Windows-Updates einschränkte und Verbindungen als getaktet definierte.

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Gezielte Konfiguration von Netzwerk und App-Rechten

Um unbemerktem Datenfluss entgegenzuwirken, empfiehlt sich zunächst die Prüfung der verbrauchsstärksten Anwendungen über die Systemeinstellungen – bei Android unter Netzwerk und Internet, bei Apple unter Mobilfunk. Zur Reduzierung eignen sich integrierte Daten-Sparmodi, das Unterbinden von Hintergrunddaten für entbehrliche Apps, App-Aktualisierungen und Cloud-Backups rein über WLAN sowie das Abschalten von Video-Autoplay.

Auf Systemebene lässt sich bei Android das Modem über die Entwickleroptionen anpassen, indem nach siebenmaligem Antippen der Build-Nummer die Option für dauerhaft aktive mobile Daten abgeschaltet wird. Zudem lassen sich automatische Netzwechsel deaktivieren, etwa Samsungs intelligentes WLAN oder Pixels adaptive Konnektivität. Der dabei entstehende Kompromiss beschränkt sich auf eine kurze Pause von wenigen Sekunden beim Abriss des WLAN-Signals.

Schutz vor Energieverlust bei inaktivem Bildschirm

Für die Akkulaufzeit spielen Sensoren und Aktualisierungsroutinen eine entscheidende Rolle. Neben dem Begrenzen der Hintergrundaktivität und selteneren Synchronisierungsintervallen hilft das Deaktivieren des permanenten Hintergrund-Scannings nach WLAN- und Bluetooth-Signalen in den Standorteinstellungen.

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Dieses Scanning läuft teils selbst bei ausgeschalteter Schnittstelle zur Geolokalisierung weiter. Die Deaktivierung beeinträchtigt die reguläre Funkverbindung nicht, kann jedoch in geschlossenen Räumen wie Einkaufszentren zu einer geringeren Standortgenauigkeit führen.

Bei Samsung-Geräten mit One UI kann das Deaktivieren des Always-On-Displays zwischen 10 und 15 Prozent Akkuladung pro Tag einsparen. Weitere Einsparungen bringen das Abschalten der Funktion zum Aufwecken beim Anheben sowie das Deaktivieren der Suche nach Geräten in der Nähe. Zudem zeigen Tests, dass Verbindungen über 5G pro Stunde rund ein bis zwei Prozent mehr Energie verbrauchen als ein stabiles WLAN.

Für Geräte ab One UI 5.0 wird daher die Einrichtung automatisierter Routinen beschrieben: Sobald das Smartphone mit dem heimischen WLAN verbunden ist, werden mobile Daten automatisch deaktiviert und erst beim Verlassen des Heimnetzes wieder eingeschaltet, was bis zu drei Stunden zusätzliche Laufzeit am Tag ermöglichen kann.