TikTok-Videos: 15 Sekunden können bis zu 20 Megabyte verbrauchen

MTN Nigeria führt den höheren Verbrauch auf Nutzeraktionen und Hintergrundprozesse zurück und empfiehlt Einstellungen zum Datensparen.

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Auf dem Forum „Data on Trial“ in Abuja am 26. Oktober 2026, das am Rande des 32. Nigerian Economic Summit stattfand, hat MTN Nigeria Mobilfunkkunden praktische Ratschläge erteilt, um den mobilen Datenverbrauch zu senken. Der Telekommunikationsanbieter empfiehlt Abonnenten unter anderem, automatische Downloads abzuschalten, Hintergrunddaten zu begrenzen und die Videoauflösung zu reduzieren.

Ursachen für steigenden Datenverbrauch

Mike Ndukwe, General Manager Network Performance bei MTN Nigeria, wies Vorwürfe über unbemerkte Datenabzüge zurück. Das Unternehmen stehle keine Daten seiner Kunden. Das Datenvolumen werde vielmehr durch Aktionen der Nutzer oder durch Prozesse auf den Telefonen selbst verbraucht. Laut Ndukwe stieg der netzweite Datenverbrauch bei MTN Nigeria im Vorjahresvergleich um 43 Prozent.

Als ein Beispiel für intensive Datennutzung nannte das Unternehmen kurze Videos: Ein 15-Sekunden-Video auf TikTok verbrauche je nach Auflösung zwischen 2 und 20 Megabyte. In Standardauflösung (SD) liege der Wert bei 2 bis 3 Megabyte, während in HD-Qualität mehr als 15 Megabyte anfallen können.

Auch Statusmeldungen, Medien in Chatgruppen sowie automatische Downloads in WhatsApp leeren gebuchte Datenpakete zügig, selbst wenn die entsprechenden Inhalte von den Anwendern gar nicht geöffnet werden. Kevin Kojode, Manager bei Xiaomi, verwies zudem auf automatische Updates, Cloud-Backups und unbegrenzte Hotspots als wesentliche Treiber für den Datenverbrauch.

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David Ogunsola, General Manager IT Operations bei MTN Nigeria, ging auf Abweichungen zwischen den Verbrauchsanzeigen auf den Telefonen und den Messungen im Netzbetreibersystem ein.

Unterschiede von bis zu 12 Prozent seien auf unterschiedliche Messmethoden, Hintergrundverkehr, das Session-Timing sowie Rundungen zurückzuführen. Zudem stellte er klar, dass Netzstandards wie 3G oder 4G lediglich die Verbindungsgeschwindigkeit beeinflussen, nicht jedoch die übertragene Datenmenge.

Konkrete Maßnahmen zur Datenersparnis

Um das gebuchte Inklusivvolumen zu schonen, gab MTN Nigeria den Verbrauchern einen Katalog an Empfehlungen an die Hand:
– Automatische Downloads in Messaging-Diensten wie WhatsApp deaktivieren
– Videoqualität in Streaming- und Social-Media-Apps herabsetzen und Autoplay-Funktionen abschalten
– Software-Updates und Backups ausschließlich über WLAN-Verbindungen abwickeln
– Hintergrunddaten für Apps einschränken und große Dateien nur im Festnetz übertragen
– Integrierte Datensparmodi auf den Endgeräten nutzen
– Den eigenen Verbrauch regelmäßig über bordeigene Werkzeuge des Telefons sowie Betreiber-Tools abgleichen

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Zusätzlich verwies das Unternehmen auf Verbrauchsalarme innerhalb der hauseigenen MyMTN-App sowie auf MTN FiberX als Option für unbegrenzte Datenübertragung.

Hohe Betriebskosten und Netzsituation im Markt

MTN-Geschäftsführer Karl Toriola thematisierte auf der Veranstaltung auch die Rahmenbedingungen für die Infrastruktur. Allein im Jahr 2025 habe MTN Nigeria rund 4,05 Billionen Naira für Strom ausgegeben. Die Stromkosten seien in Nigeria höher als im Vereinigten Königreich und trieben die Betriebspreise des Unternehmens.

Peter Akpatason, Vorsitzender des Kommunikationsausschusses des nigerianischen Repräsentantenhauses, bezeichnete die Aufklärungsinitiative als sinnvoll und forderte weitere Investitionen in den Ausbau.

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte MTN Nigeria einen Umsatz von 2,99 Billionen Naira (rund 2,2 Milliarden US-Dollar) und plante Netzausgaben in Höhe von 1 Billion Naira (rund 739 Millionen US-Dollar).

Nach Angaben der Nigerian Communications Commission (NCC) stieg die Zahl der Mobilfunkabonnements der vier Anbieter MTN, Airtel, Globacom und T2 im August auf 197.416.694 Anschlüsse, verglichen mit 195.108.814 im Juli.

Für das erste Halbjahr 2026 registrierte die Regulierungsbehörde NCC insgesamt 413.587 Kundenbeschwerden, wovon 124.405 Beschwerden MTN betrafen. Wie NCC-Chef Aminu Maida mitteilte, haben sich die Betreiber verpflichtet, im Jahr 2026 rund 12.000 Netzstandorte aufzurüsten, nachdem im Jahr 2025 etwas über 3.000 Standorte modernisiert worden waren.