Ein massiver Phishing-Vorfall bei dem sanktionierten Krypto-Mixer Tornado Cash hat in den vergangenen Stunden zu einem erheblichen Vermögensverlust geführt. Ein einzelner Nutzer verlor dabei 1.010 ETH, was einem Gegenwert von rund 2,3 Mio. USD entspricht. Die Angreifer machten sich dabei die abgelaufene offizielle Domain des Dienstes zunutze, um unbemerkt Zugangsdaten abzugreifen.
Manipulation der ursprünglichen Web-Adresse
Hintergrund des Vorfalls ist die Domain tornado.cash, die nach den gegen den Dienst verhängten Sanktionen des US-Finanzministeriums (OFAC) nicht mehr rechtzeitig erneuert wurde.
Diese Lücke nutzten unbekannte Akteure aus, um die Domain neu zu registrieren und ein gefälschtes Frontend zu errichten. Über diese manipulierte Benutzeroberfläche gelang es den Angreifern, sogenannte Deposit-Notes beziehungsweise Deposit-Credentials der Nutzer abzufangen.
Nach aktuellen On-chain-Daten konnten die Täter die Gelder innerhalb eines Zeitfensters von nur 12 Stunden erbeuten. Eine Analyse der Wallet-Aktivitäten bestätigt, dass sich rund 810 ETH (zirka 1,86 Mio. USD) derzeit auf einer zentralen Wallet mit der Adresse 0xd8B…3b745 befinden. Der restliche Betrag wurde auf verschiedene andere Adressen verteilt.
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Obwohl die Übernahme der Domain in einigen Branchenkreisen noch als unbestätigt gilt, deuten die dokumentierten Abflüsse auf ein gezieltes Vorgehen hin. Es wird spekuliert, dass dieselbe Gruppe in den vergangenen 12 Monaten für den Diebstahl von insgesamt rund 4.000 ETH verantwortlich sein könnte, wobei diese Zahl bisher nicht abschließend verifiziert ist.
Erhöhte Aktivitäten rund um Tornado-Fonds
Parallel zu dem aktuellen Phishing-Vorfall verzeichnen Beobachter weitere umfangreiche Bewegungen von Kapital, das ursprünglich aus dem Krypto-Mixer stammt. So erwarb ein Hacker innerhalb von fünf Stunden 18.273 ETH zu einem Durchschnittspreis von 2.109 USD.
Die dafür aufgewendeten 38,535 Mio. DAI/USDS stammten laut Analysen aus 17.124 ETH, die vor etwa neun Monaten über Tornado Cash bezogen worden waren. Zuvor seien diese Bestände zu einem Preis von rund 3.308 USD veräußert worden.
In einem ähnlichen Muster bewegte ein sogenannter Whale 13.313,5 ETH für insgesamt 27,93 Mio. USD bei einem Durchschnittspreis von 2.098,43 USD. Auch hier wird ein Zusammenhang mit Tornado-Fonds vermutet, nachdem zuvor Verkäufe bei einem Kurs von 4.400 USD stattgefunden hatten. Die betroffene Entität hält nun einen Gesamtbestand von 15.718 ETH mit einem Marktwert von etwa 35,65 Mio. USD.
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Zusammenhang mit früheren Sicherheitsvorfällen
Die aktuelle Dynamik rund um Tornado Cash wird durch den Transfer von weiteren 3.700 ETH verstärkt, die aus einem bereits im September 2023 verzeichneten Phishing-Angriff auf Rocket Pool stammen. Damals wurden insgesamt 9.579 stETH und 4.851 rETH entwendet. Die nun bewegten Mittel sind Teil eines größeren Bestands von 24 Mio. ETH aus diesem Vorfall, die schrittweise in den Optimizer transferiert werden.
Sicherheitsfirmen wie PeckShield dokumentierten zudem die Umwandlung von 13.785 ETH und 1,64 Mio. DAI in diesem Kontext. Die Vorfälle verdeutlichen die anhaltenden Risiken im Bereich dezentraler Finanzprotokolle, insbesondere wenn offizielle Kommunikationswege wie Domains durch regulatorischen Druck oder administrative Versäumnisse kompromittiert werden.
Experten weisen darauf hin, dass die Nutzung von Mixern trotz internationaler Sanktionen weiterhin ein zentraler Bestandteil bei der Verschleierung und dem Handel mit entwendeten digitalen Vermögenswerten bleibt.

