ToxicPanda 2.0: Trojaner sperrt Google Play und stiehlt Banking-Daten

Der Android-Trojaner ToxicPanda 2.0 attackiert Finanz-Apps in 16 Ländern, fängt 2FA-Codes ab und verbreitet sich über inoffizielle Quellen.

In der Cybersicherheitslandschaft ist eine neue, hochgefährliche Variante einer Android-Malware aufgetaucht. Der als ToxicPanda 2.0 identifizierte Trojaner hat es gezielt auf sensible Finanzdaten abgesehen und greift dabei Nutzer in insgesamt 16 Ländern an.

Aktuellen Berichten zufolge stehen 349 verschiedene Finanz- und Krypto-Applikationen im Fokus der Angreifer. Eine Besonderheit dieser Schadsoftware ist die systematische Blockade des Google Play Store auf infizierten Endgeräten, um Sicherheitsüberprüfungen und die Installation von Schutzprogrammen zu erschweren.

Technische Raffinesse und weitreichende Zugriffsrechte

Die Funktionsweise von ToxicPanda 2.0 wird von Experten als technologisch fortgeschritten beschrieben. Die Malware nutzt insgesamt 167 verschiedene Remote-Befehle, um die Kontrolle über das befallene Gerät auszuüben. Dabei missbraucht der Trojaner gezielt die Android Accessibility Services (Bedienungshilfen), um Aktionen des Nutzers zu überwachen und zu manipulieren.

Besonders kritisch ist der Missbrauch der Android Debug Bridge (ADB) sowie des Wireless Debugging. Über diese Schnittstellen verschafft sich die Schadsoftware einen Shell-Zugriff und damit administrative Rechte auf dem Betriebssystem. Dies ermöglicht es den Hintermännern, Sicherheitsmechanismen zu umgehen und weitreichende Änderungen am System vorzunehmen.

ToxicPanda 2.0 ist zudem in der Lage, Zwei-Faktor-Authentisierungscodes (2FA) abzufangen, wodurch selbst durch zusätzliche Sicherheitscodes geschützte Bankkonten und Krypto-Wallets angreifbar werden.

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Diebstahl von Zugangsdaten durch Overlay-Angriffe

Um an die Anmeldedaten der Opfer zu gelangen, setzt die Malware auf sogenannte Overlays. Dabei werden über die echten Benutzeroberflächen der Banking-Apps täuschend echte, gefälschte Eingabemasken gelegt.

Sobald Nutzer ihre PINs oder Passwörter eingeben, werden diese Informationen direkt an die Angreifer übermittelt. Zusätzliche VPN-Tricks und die Simulation von Systemupdates werden eingesetzt, um die bösartigen Aktivitäten im Hintergrund zu verschleiern und die Nutzer zur Preisgabe weiterer Daten zu verleiten.

Verbreitungswege über inoffizielle Quellen

Die Infektion der Geräte erfolgt in den meisten Fällen nicht über den regulären Google Play Store, sondern über das sogenannte Sideloading. Nutzer werden dazu verleitet, Apps aus unbekannten Quellen oder über Drittanbieter-Websites zu installieren.

Oftmals tarnen sich die Schadprogramme als harmlose Hilfsprogramme oder notwendige Systemaktualisierungen. Als Infrastruktur für die Verbreitung und die Kommunikation mit den infizierten Geräten nutzen die Angreifer nach Analysen der Sicherheitsforscher häufig Amazon AWS-Dienste.

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Risikobewertung und empfohlene Schutzmaßnahmen

Aufgrund der massiven Eingriffe in die Systemsicherheit und des hohen Schadpotenzials stuft das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Bedrohung durch ToxicPanda 2.0 als hoch ein. Auch das Sicherheitsunternehmen Zimperium warnt eindringlich vor der Installation von Anwendungen aus unbekannten Quellen.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, raten Experten und Sicherheitsbehörden zu einer konsequenten Einhaltung grundlegender Sicherheitsregeln. Apps sollten ausschließlich aus offiziellen Quellen wie dem Google Play Store bezogen werden.

Zudem ist es ratsam, die vergebenen Berechtigungen installierter Anwendungen regelmäßig kritisch zu prüfen und das Betriebssystem durch zeitnahe Updates auf dem neuesten Stand zu halten.

Da ToxicPanda 2.0 gezielt auf die Deaktivierung von Sicherheitsdiensten setzt, sollten Nutzer bei einer plötzlichen Funktionsunfähigkeit des Google Play Store oder ungewöhnlichen Aufforderungen zur Eingabe von Zugangsdaten alarmiert sein.

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