Tracking erwachsener Kinder: 52% der Eltern überwachen per GPS

Google weitet Kindersicherung auf alle Android-Geräte aus. Eine Studie zeigt: Viele Eltern orten auch ihre volljährigen Kinder per GPS.

Google hat am Dienstag mit Android 17 neue Funktionen für die elterliche Kontrolle ausgerollt, während eine aktuelle Studie zeigt: Mehr als die Hälfte aller Eltern verfolgt auch ihre erwachsenen Kinder per GPS.

Android 17: Neue Kontrollmöglichkeiten für alle

Google macht seine integrierten Elternkontrollen nun für alle Geräte ab Android 10 verfügbar. Bislang waren die Funktionen weitgehend Pixel-Nutzern vorbehalten. Über die App Family Link können Eltern künftig Bildschirmzeiten begrenzen, App-Nutzung einschränken und Standorte verfolgen – und zwar geräteunabhängig.

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Mit dem Update auf Android 17 für Pixel 6 und neuere Modelle kommen weitere Features hinzu. Ein neuer Standort-Button erlaubt die einmalige Freigabe des Aufenthaltsorts, ein „Kontakt-Auswähler“ gibt feinere Kontrolle über die Weitergabe von Kontaktdaten. Parallel dazu stockt Google seinen Digital Wellbeing Fund in den USA auf über 50 Millionen Euro auf. Das Geld fließt in Projekte, die einen gesunden Umgang mit Technologie bei Kindern fördern sollen.

Studie belegt: Tracking endet selten mit 18

Eine Untersuchung der University of Michigan bringt Licht in die Praxis der Standortüberwachung. Die Umfrage unter 1.542 Eltern vom Februar 2026 zeigt: 52 Prozent verfolgen den Standort ihrer volljährigen Kinder zwischen 18 und 25 Jahren zumindest gelegentlich.

Besonders auffällig: Zwei Drittel dieser Eltern lassen die Standortfreigabe dauerhaft laufen. Hauptgrund ist das Sicherheitsgefühl – doch elf Prozent der Befragten gaben an, gar keinen konkreten Anlass für die Überwachung zu haben. Ein Viertel der Eltern berichtet sogar von gesteigerter Angst durch die permanente Ortung. Kritisch: Weniger als die Hälfte gab ihren erwachsenen Kindern die Möglichkeit, die Überwachung abzulehnen.

Experten warnen vor Kontrollverlust

Die Entwicklung bereitet Psychologen und Entwicklungsforschern Sorgen. Laurence Steinberg von der Temple University hält dauerhaftes Tracking ohne gegenseitiges Einverständnis für problematisch. Sarah Clark von der Mott Poll warnt vor einer „Bevormundung“ junger Erwachsener.

Die Experten empfehlen klare Absprachen und gegenseitiges Einverständnis, bevor die Standortfreigabe ins Erwachsenenalter verlängert wird. Immerhin zeigt die Studie auch eine erfreuliche Entwicklung: Die Hälfte der erwachsenen Kinder verfolgt im Gegenzug die Standorte ihrer Eltern – ein Zeichen für gegenseitige Fürsorge in digitalen Familiennetzwerken.

Sicherheitslücken bei Kinder-Smartwatches

Die wachsende Nutzung von Überwachungstechnik wirft auch Fragen zur Zuverlässigkeit auf. Aktuelle Berichte über GPS-Smartwatches für Kinder offenbaren erhebliche Mängel: ungenaue Standortdaten, schwache Akkus und unzuverlässige SOS-Notrufe. Experten fordern klare Datenschutzrichtlinien und eine Akkulaufzeit von mindestens 24 bis 48 Stunden für solche Geräte.

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Datenschutz: Milliardenstrafe gegen US-Telekomriesen

Auf Unternehmensebene sorgt ein Urteil des US-Supreme Court für Aufsehen. Das Gericht bestätigte eine Strafe von umgerechnet rund 180 Millionen Euro gegen die großen US-Telekommunikationsanbieter AT&T, Verizon und T-Mobile. Hintergrund: Die Konzerne hatten Standortdaten von Kunden ohne ausreichende Zustimmung an Datenhändler weitergegeben.

Deutschland: Klare Regeln fürs Smartphone in der Schule

Auch in Deutschland gewinnt das Thema an Dynamik. Rheinland-Pfalz kündigte am Dienstag verbindliche Regeln für die Smartphone-Nutzung in Schulen an. Demnach sollen private Handy-Nutzungen während des Unterrichts nur zu Bildungszwecken erlaubt sein.

Parallel dazu läuft noch bis Sonntag die Aktionswoche „#KinderSindKeinContent“. Sie macht auf die Gefahren des sogenannten Sharentings aufmerksam – dem Teilen von Kinderbildern im Netz. Im Zeitalter von KI-gestützter Bildmanipulation warnen Experten vor den Risiken, die von unbedachten Elternposts ausgehen können.