Die Täter nutzen Schockanrufe und falsche Amtspersonen, um vor allem ältere Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen. Die Gesamtbeute liegt im sechsstelligen Bereich. Doch die Polizei kann mehrere Erfolge vermelden.
50.000 Euro weg: Der Fall Mannheim-Käfertal
Besonders dreist gingen die Täter am Donnerstagabend in Mannheim-Käfertal vor. Eine 88-jährige Frau erhielt einen Schockanruf. Die Betrüger täuschten am Telefon einen schweren Verkehrsunfall ihres Sohnes vor und forderten 90.000 Euro Kaution. Die Seniorin übergab schließlich 50.000 Euro an einen unbekannten Abholer. Der Betrug flog erst auf, als der echte Sohn wenig später zu Besuch kam.
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Ähnliche Muster in Hessen und Sachsen-Anhalt
Die Masche wiederholt sich. In Schaafheim gab sich ein Täter als Polizeibeamter aus. Er warnte einen Senior vor einem angeblichen Raub in der Nachbarschaft – und kassierte Bargeld und Wertsachen. In Wimmelburg traf es eine 90-Jährige mit dem sogenannten Kochtopf-Trick. Ein falscher Polizist brachte sie dazu, ihre Wertsachen in einem Gefäß vor die Tür zu stellen. Nur das Eingreifen eines aufmerksamen Bankmitarbeiters verhinderte einen zweiten Abhebeversuch.
Wien: 70.000 Euro unter Vorwand gestohlen
In Wien schlugen die Täter bereits vor Tagen zu. Unter dem Vorwand einer Schimmelbekämpfung verschafften sie sich Zutritt zur Wohnung eines 79-Jährigen. Während ein Täter das Opfer in der Küche ablenkte, entwendete ein Komplize einen Möbeltresor. Die Beute: mehr als 70.000 Euro.
Ermittlungserfolge: Festnahmen in drei Bundesländern
Trotz der Vielzahl an Taten vermelden die Behörden Erfolge. In Wülfrath (NRW) nahm die Polizei zwei Männer im Alter von 21 und 35 Jahren vorläufig fest. Sie hatten einer 93-Jährigen unter dem „Wassertrick“ das Portemonnaie gestohlen. Die Beamten stellten die Verdächtigen in einem Linienbus.
In Bayern ordnete ein Ermittlungsrichter am Freitag Untersuchungshaft gegen zwei Männer (18 und 25) an. Sie wurden in Bad Neustadt an der Saale festgenommen. Ein Rentner-Ehepaar war misstrauisch geworden und hatte die echte Polizei verständigt. Auch im nordrhein-westfälischen Sythen schnappte die Polizei zwei 18-Jährige auf einem Campingplatz.
Immer neue Maschen: Von Pflegekräften bis zur Umarmung
Die aktuellen Fälle zeigen die Bandbreite der Betrugsmethoden. Neben Schockanrufen und falschen Handwerkern treten neue Varianten auf:
Vorgetäuschte Pflegeleistungen: In Kornwestheim und Waldenbuch drangen Unbekannte in Seniorenheime ein. Sie gaben sich als Haushaltshilfen oder Masseure aus.
Behörden-Imitation: Das Landratsamt Ludwigsburg warnt vor Anrufen falscher Mitarbeiter von Pflegestützpunkten. Sie versuchen, persönliche Daten zu ergaunern oder kostenpflichtige Verträge unterzuschieben.
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Distanzlose Täter: In Kassel umarmte eine Unbekannte eine Seniorin auf offener Straße – und entwendete dabei deren Halskette.
Was tun? Die wichtigsten Warnhinweise der Polizei
Die Polizei rät zu äußerster Vorsicht. Bei unangekündigten Besuchen von Handwerkern oder Amtspersonen sowie bei Geldforderungen am Telefon gilt: Misstrauen ist angebracht. Offizielle Stellen verlangen niemals die Übergabe von Bargeld oder Wertsachen. Im Zweifel hilft der Notruf – oder ein kurzer Anruf bei Familienangehörigen.

