Trickdiebstahl-Welle: Kettentrick und Wunderheilerinnen treffen Senioren

Polizei registriert bundesweit vermehrte Trickdiebstähle auf Parkplätzen. Senioren sind bevorzugte Opfer, die Täter nutzen vielfältige Methoden.

Besonders Senioren stehen im Fokus der Täter. In Bottrop wurde am heutigen Freitag eine Seniorin Opfer eines Diebstahls – die Polizei fahndet mit Bildmaterial nach dem Unbekannten.

Kettentrick und Wunderheilerinnen: Die Methoden der Täter

Die Vorgehensweise ist vielseitig. In Koblenz warnten die Behörden Anfang Juli vor dem sogenannten Kettentrick. Unbekannte sprechen ältere Menschen an, bitten um Hilfe und täuschen Dankbarkeit vor – indem sie Modeschmuck anbieten. Während der Übergabe wird den Opfern unbemerkt ihr hochwertiger Echtschmuck abgenommen und gegen die minderwertige Ware getauscht.

In Rheda-Wiedenbrück wurde einem 71-jährigen Mann am Mittwochvormittag auf der Hauptstraße eine Goldkette gestohlen. Ein ähnlicher Vorfall mit umgekehrter Rollenverteilung ereignete sich in Wilhelmshaven: Ende Juni wurde eine 74-Jährige Opfer von zwei angeblichen Wunderheilerinnen. Die Täterinnen führten ein religiös motiviertes Ritual durch und tauschten das Ersparte der Seniorin unbemerkt gegen wertloses Papier.

Auch im Saarland schlug ein angebliches Medium zu. In Neunkirchen übergab eine Frau bereits im Frühjahr einen niedrigen fünfstelligen Betrag an einen Unbekannten. Die Polizei sucht nun mit einem Phantombild nach dem Mann.

Immer mehr Diebstähle in Geschäften

Nicht nur auf Parkplätzen, auch in den Verkaufsräumen nehmen die Delikte zu. In Obernkirchen verhinderte ein 71-jähriger Kunde am Donnerstag einen versuchten Taschendiebstahl in einem Discounter. Zwei Frauen im Alter von 28 und 30 Jahren versuchten, sein Portemonnaie zu entwenden – konnten aber bis zum Eintreffen der Beamten festgehalten werden.

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In Hausham wurden Ende Juni drei Männer festgenommen, die Waren im Wert von knapp 500 Euro aus einem Markt stehlen wollten. In Essen-Altenessen erwischte die Polizei am Mittwoch einen 51-Jährigen beim Diebstahl von Pfandflaschen – gegen ihn lag bereits ein offener Haftbefehl vor.

Zu Jahresbeginn verzeichnete die Kölner Polizei einen schweren Betrug durch einen falschen Polizeibeamten. Er brachte eine Seniorin um 4.000 Euro, nachdem er sich Zugang zu ihren Bankdaten verschafft hatte.

Mobile Wache soll Sicherheitsgefühl stärken

Die Polizei Recklinghausen reagiert auf die Sicherheitslage: In der kommenden Woche wollen Beamte mit einer mobilen Wache und einer Radstaffel an zentralen Umsteigepunkten und in den Innenstädten von Bottrop, Recklinghausen, Marl und Castrop-Rauxel präsent sein.

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Die mobile Wache ist unter anderem am Montag und Mittwoch am ZOB in Bottrop sowie an weiteren Tagen in den Nachbarstädten stationiert. Ziel ist es, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken und über aktuelle Betrugsmaschen aufzuklären.

Die Ermittler raten grundsätzlich zur erhöhten Wachsamkeit bei der Ansprache durch Fremde. Zeugen sollen verdächtige Beobachtungen umgehend den zuständigen Dienststellen melden. Für die Identifizierung der Täter aus den aktuellen Fällen in Bottrop, Neunkirchen und Köln wurden Fahndungshilfen veröffentlicht.