True-Wireless-Kopfhörer: Klassisches Format verliert, Open-Ear boomt

Der globale TWS-Absatz sank im zweiten Quartal 2026 leicht, während offene OWS-Kopfhörer zweistellig zulegten und Marktanteile gewannen.

Der weltweite Markt für True-Wireless-Kopfhörer (TWS) verzeichnete im zweiten Quartal 2026 erstmals seit dem zweiten Quartal 2023 einen Rückgang im Jahresvergleich.

Die Auslieferungen sanken laut Marktforschungsunternehmen Omdia um 0,7 Prozent auf 82,1 Millionen Einheiten, wie am 17. September 2026 berichtet wurde. Während der klassische TWS-Markt schwächelt, legt eine neue Gerätekategorie kräftig zu: offene drahtlose Kopfhörer, sogenannte Open Wearable Stereo-Geräte (OWS).

Klassisches TWS-Segment unter Druck

Der Bereich der konventionellen In-Ear-Kopfhörer mit geschlossenem Design verzeichnete im zweiten Quartal 2026 laut Omdia ein Minus von 2 Prozent im Jahresvergleich. Besonders deutlich fiel der Rückgang in Festlandchina aus, dem nach Omdia-Angaben größten TWS-Markt weltweit: Dort sanken die Auslieferungen um 9,5 Prozent. Auch in den USA und in Indien gingen die Stückzahlen zurück, wie aus dem Omdia-Bericht hervorgeht.

OWS-Segment wächst zweistellig

Gegenläufig entwickelte sich der Markt für offene, ohrhörer-ähnliche Modelle. Nach Omdia-Zahlen stiegen die OWS-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 um 12 Prozent auf 11,1 Millionen Einheiten. Damit erhöhte sich der Anteil dieser Geräteklasse am Gesamtmarkt für kabellose Ohrhörer auf 13,5 Prozent, verglichen mit 12,0 Prozent im Vorjahresquartal.

Innerhalb des OWS-Segments dominieren laut Omdia sogenannte Clip-on-Modelle mit einem Anteil von 61 Prozent, während Ear-Hook-Varianten auf 39 Prozent kommen.

Anzeige

Der Kopfhörer-Markt dreht sich: Klassische In-Ear-Modelle verlieren erstmals seit 2023, offene Bauformen wachsen zweistellig. Wer jetzt kauft, sollte wissen, welches Format zu Sport und Alltag passt. Unser kostenloser Leitfaden vergleicht Open-Ear und klassische TWS, zeigt den Preis-Check von unter 50 bis 199 US-Dollar und stellt 5 Modelle gegenüber. Jetzt kostenlosen Kopfhörer-Leitfaden anfordern

Preiswerte Modelle treiben Wachstum

Besonders dynamisch entwickelte sich laut Omdia das Einstiegssegment: Geräte unter 50 US-Dollar legten um 323 Prozent im Jahresvergleich zu. Auch die Preisklasse zwischen 100 und 199 US-Dollar wuchs kräftig, mit einem Plus von 253 Prozent. Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich OWS-Geräte nicht mehr nur als Nischenprodukt für Premium-Kunden etablieren, sondern zunehmend auch preissensible Käuferschichten erreichen.

Ausblick bis 2030

Omdia rechnet mit einer weiteren Ausweitung des OWS-Segments in den kommenden Jahren. Die Marktforscher prognostizieren einen Anstieg von 43,9 Millionen Einheiten im Jahr 2026 auf 90,5 Millionen Einheiten im Jahr 2030. Damit würde nach Omdia-Schätzungen bis zum Ende des Jahrzehnts fast jeder fünfte ausgelieferte TWS-Kopfhörer auf das offene Design entfallen.

Anzeige

Beim Joggen oder im Straßenverkehr wollen Sie Musik hören und trotzdem hören, was um Sie herum passiert — genau dafür wurden offene Kopfhörer gebaut. Ihr Anteil am Markt steigt laut Omdia auf 13,5 Prozent. Unser Leitfaden zeigt in 5 Modell-Vergleichen, welche Open-Ear-Variante zu Ihrem Alltag passt und was sie kosten darf. Open-Ear-Vergleich jetzt kostenlos sichern

Die Entwicklung markiert einen Einschnitt für die Branche der kabellosen Audiogeräte: Nach Jahren nahezu ununterbrochenen Wachstums beim klassischen TWS-Format verschiebt sich die Nachfrage zunehmend hin zu offenen Bauformen, die etwa während sportlicher Aktivitäten oder im Alltag ein besseres Umgebungsbewusstsein ermöglichen sollen.

Für Hersteller dürfte die Entwicklung Anlass sein, ihre Produktportfolios stärker auf diese wachsende Kategorie auszurichten, während der Kernmarkt für geschlossene In-Ear-Modelle in gesättigten Regionen wie China, den USA und Indien an Dynamik verliert.