Trump ordnet KI-Offensive an: 90-Tage-Frist für autonome Waffen

Neue US-Direktive beschleunigt KI-Einsatz in Verteidigung und Nachrichtendiensten mit strengen Vorgaben für Unternehmen.

US-Präsident Donald Trump hat mit einer neuen Direktive den beschleunigten Einsatz künstlicher Intelligenz in Verteidigung und Nachrichtendiensten angeordnet.

Der am Freitag unterzeichnete Erlass NSPM-11 ersetzt die bisherigen Regelungen der Vorgängerregierung und schafft einen neuen Rahmen für die militärische Nutzung von KI. Das Weiße Haus setzt damit ein klares Signal: Die USA wollen bei der KI-gestützten Kriegsführung die Nase vorn haben – und zwar schnell.

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Vier Säulen für die KI-Offensive

Die neue Strategie ruht auf den Säulen Adoption, Adaptation, Assurance und Accountability – also Einführung, Anpassung, Absicherung und Verantwortlichkeit. Konkret bedeutet das: KI soll in sämtlichen Bereichen von Aufklärung bis Kampfeinsatz zum Einsatz kommen.

Um das zu ermöglichen, ordnet die Regierung den Bau hochsicherer Rechenzentren an. Zudem wird eine KI-Reserve für nationale Sicherheit geschaffen, die externe Experten in Regierungsprojekte einbindet. Das erinnert an bewährte Modelle aus der IT-Wirtschaft, wo Unternehmen wie SAP oder die Deutsche Telekom auf externe Innovationspartner setzen.

Harte Regeln für Privatfirmen

Besonders brisant: Die Direktive enthält klare Vorgaben für private Technologieunternehmen. Die US-Regierung behält sich vor, Verträge mit Firmen zu kündigen, die KI-Systeme ohne vorherige Genehmigung abschalten. Hintergrund sind zuletzt aufgetretene Spannungen mit Unternehmen wie Anthropic, die sich gegen militärische Nutzung ihrer Technologien sträubten.

Neue Fristen für autonome Waffensysteme

Der Erlass hebt die bisherige National Security Memorandum 25 auf. Der Verteidigungsminister hat nun 90 Tage Zeit, die Richtlinien für autonome Waffensysteme zu aktualisieren – zuletzt überarbeitet 2023. Parallel dazu muss ein geheimer Anhang erstellt und die KI-Governance modernisiert werden.

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Während die USA neue militärische Standards setzen, müssen hiesige Unternehmen klären, welche ihrer KI-Anwendungen unter die strengen Hochrisiko-Regeln fallen. Ein kostenloser Report analysiert die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen und zeigt auf, was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?

Innerhalb von 120 Tagen müssen Bundesbehörden ihre Beschaffungsprozesse anpassen. Künftig sind jährliche Überprüfungen der KI-Richtlinien Pflicht.

Klare Grenzen für den Einsatz

Trotz des Tempos: Die Direktive verbietet ausdrücklich den Einsatz von KI zur Zensur, ideologischen Beeinflussung oder illegalen Überwachung von Bürgern. Ein wichtiger Unterschied zu autoritären Systemen, die KI vor allem zur Kontrolle der eigenen Bevölkerung nutzen.

Vorab-Prüfung für Spitzenmodelle

Bereits am 2. Juni hatte Trump eine weitere Anordnung unterzeichnet. Sie führt eine freiwillige Vorab-Prüfung für sogenannte „Covered Frontier Models“ ein – also besonders leistungsfähige KI-Systeme. Behörden wie die Cybersicherheitsbehörde CISA, der Geheimdienst NSA und das Finanzministerium dürfen diese Modelle bis zu 30 Tage vor Veröffentlichung testen.

Eine verpflichtende Lizenzierung gibt es nicht. Stattdessen entsteht eine KI-Cybersicherheits-Clearingstelle. Das Justizministerium wurde angewiesen, Straftaten mit KI-Bezug prioritär zu verfolgen.

Menschliche Kontrolle bleibt entscheidend

Militärvertreter wie Admiral Frank Bradley vom Kommando für Spezialoperationen betonen: Trotz aller Beschleunigung bleibe die menschliche Kontrolle über KI-Systeme oberste Priorität des Verteidigungsministeriums. Die neuen Regelungen bauen auf einer breiteren Strategie auf, die einen KI-Aktionsplan vom Juli 2025 und Vereinbarungen mit acht KI-Unternehmen vom Mai 2026 umfasst.