TSMC in Arizona: 100 Milliarden Euro für zehn neue Chipfabriken

TSMC baut US-Produktion massiv aus und meldet Rekordgewinne dank KI-Boom. Neue Fabriken in Arizona geplant.

Am Mittwoch kündigte das Unternehmen eine zusätzliche Investition von umgerechnet rund 100 Milliarden Euro an, um seine Produktionskapazitäten in Arizona zu erweitern. Damit steigt das Gesamtinvestment auf etwa 265 Milliarden Euro – ein klares Bekenntnis zur Fertigung modernster Halbleiter auf amerikanischem Boden.

Zwölf Werke in Arizona geplant

Mit dem neuen Kapital sollen vier weitere Fabriken entstehen. Insgesamt plant TSMC damit bis zu zehn Chipfabriken und zwei Anlagen für die Weiterverarbeitung im Großraum Phoenix. Der Fokus liegt auf der 2-Nanometer-Technologie und noch fortschrittlicheren Verfahren.

Die Ankündigung ist Teil einer Serie von Aufstockungen. Erst im März 2025 hatte das Unternehmen seine Zusage von 65 auf 165 Milliarden Euro erhöht. Der Zeitplan für die neuen Werke bleibe flexibel und hänge von der Marktentwicklung ab, hieß es aus dem Konzern.

Die erste Fabrik in Arizona produziert bereits seit Ende 2024 Chips in der 4-Nanometer-Technologie. Eine zweite Anlage soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit der 3-Nanometer-Fertigung beginnen. TSMC-Chef C.C. Wei nannte die rasant steigende Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz als Haupttreiber für den Ausbau. Das Wachstum werde voraussichtlich bis 2029 und 2030 anhalten.

Rekordzahlen im zweiten Quartal

Die Investitionsankündigung fiel mit den Quartalszahlen zusammen – und die können sich sehen lassen. TSMC verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Nettogewinn von rund 22 Milliarden Euro – ein Plus von 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte auf etwa 39 Milliarden Euro, ein Anstieg um 36 Prozent.

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Haupttreiber ist das Geschäft mit Hochleistungsrechnern, das inzwischen 66 Prozent zum Umsatz beiträgt. Smartphones folgen mit 22 Prozent. Angesichts der starken Nachfrage hob TSMC seine Investitionsprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 60 bis 64 Milliarden Euro an. Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzwachstum von über 40 Prozent.

Handelsabkommen als Grundlage

Der Ausbau steht im Zusammenhang mit einem Handelsabkommen zwischen den USA und Taiwan vom Januar 2026. Damals wurden die Zölle auf 15 Prozent gesenkt – im Gegenzug sagte Taiwan Investitionen in Höhe von 250 Milliarden Euro in den USA zu.

Das US-Handelsministerium bezeichnete die Expansion als bedeutenden Schritt für die heimische Fertigung. Handelsminister Howard Lutnick betonte, das Projekt werde Zehntausende Arbeitsplätze schaffen. Auch die Gouverneurin von Arizona und der Bürgermeister von Phoenix sprachen von einer „historischen Entwicklung“, die die Region als globalen Technologiestandort festige.

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Apple bleibt erster Kunde – aber nicht der einzige

Trotz des massiven US-Engagements hält TSMC an seinen asiatischen Standorten fest. Das Unternehmen betreibt weiterhin 13 moderne Fabriken in Taiwan und hat kürzlich die 3-Nanometer-Fertigung in Japan aufgenommen.

Apple bleibt der erste und größte Kunde des Arizona-Werks. Bereits heute werden dort A16-Chips für iPhones produziert. Branchenkreisen zufolge prüft der iPhone-Konzern jedoch auch Alternativen bei Intel und Samsung, um seine Lieferkette breiter aufzustellen. Ob die modernsten Fertigungsprozesse tatsächlich vollständig in die USA verlagert werden können, bleibt unter Experten umstritten.