TSMC meldet Rekordumsatz: N2-Prozess wächst auf 100.000 Wafer

TSMC steigert den Juli-Umsatz um 44,7 Prozent zum Vorjahr, während der N2-Prozess an Bedeutung gewinnt und höhere Investitionen anstehen.

Der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC hat laut einem Bericht vom 4. September 2026 für Juli einen Rekordumsatz gemeldet. Der Monatsumsatz stieg gegenüber dem Vormonat um 5,6 Prozent und im Jahresvergleich um 44,7 Prozent. Für den Zeitraum Januar bis Juli 2026 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 37,0 Prozent im Jahresvergleich.

N2-Prozess gewinnt an Gewicht

Der neue N2-Fertigungsprozess, dessen Massenproduktion seit Juni läuft, trägt inzwischen 3 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die etablierten Knoten bleiben jedoch weiterhin die tragenden Säulen des Geschäfts: Der 3-Nanometer-Prozess steuert 30 Prozent bei, der 5-Nanometer-Prozess 33 Prozent.

Die N2-Fabriken produzieren aktuell rund 20.000 Wafer pro Monat. TSMC hat sich das Ziel gesetzt, diese Kapazität bis Ende 2026 auf 100.000 Wafer pro Monat zu steigern.

Laut SVP Kevin Zhang verzeichnet N2 bereits die vierfache Anzahl an Tape-outs im Vergleich zum Vorgängerprozess N3. Die zugrundeliegende GAAFET-Technologie soll gegenüber dem Vorgänger entweder 15 Prozent mehr Leistung oder 30 Prozent weniger Energieverbrauch bei gleichzeitig 15 Prozent höherer Dichte ermöglichen.

Die Massenproduktion von N2 war bereits im vierten Quartal 2025 angelaufen. Zu den Kunden zählen AMD mit seiner EPYC-Serie „Venice“ sowie Apple mit dem A20 Pro.

Zur Qualität der neuen Fertigung berichtete das Portal epnc.co.kr am 5. September 2026, dass die Ausbeute beim 2-Nanometer-Prozess bereits über 80 Prozent liege und sich bei rund 90 Prozent stabilisiere.

Starkes zweites Quartal als Basis

Die aktuellen Julizahlen setzen den Trend eines bereits starken zweiten Quartals 2026 fort, über das fool.com am 4. September berichtete. Demnach erzielte TSMC im Q2 einen Umsatz von 40,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 33,7 Prozent im Jahresvergleich, bei einer Bruttomarge von 67,7 Prozent und einer Nettomarge von 55,6 Prozent. Der 2-Nanometer-Prozess machte im zweiten Quartal 3 Prozent des Wafer-Umsatzes aus.

Der Gewinn legte laut einem Bericht von jn19tv.com im Jahresvergleich um 77,4 Prozent zu – ein Rekord-Nettoeinkommen und das fünfte Rekordquartal in Folge.

Anzeige

Während die technologische Vernetzung weltweit rasant zunimmt, steigen auch die Risiken für die digitale Infrastruktur von Unternehmen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Ihre IT-Sicherheit stärken und sich proaktiv vor modernen Cyberangriffen schützen. Gratis-Ratgeber für proaktive IT-Sicherheit herunterladen

Fortgeschrittene Technologien mit 7 Nanometer oder kleiner machten 77 Prozent des Wafer-Umsatzes aus. Nach Anwendungsbereichen entfielen 66 Prozent auf High-Performance-Computing, 22 Prozent auf Smartphones und 5 Prozent auf IoT-Anwendungen.

An der Börse spiegelt sich die Entwicklung wider: Die TSMC-Aktie legte seit Jahresbeginn um 36 Prozent zu und binnen zwölf Monaten um 78 Prozent – laut fool.com eine bessere Performance als die der „Magnificent Seven“.

Kapazitätsausbau unter Zeitdruck

Die starke Nachfrage zwingt TSMC zu massiven Investitionen. Laut etnews.com vom 4. September ist der Ausrüstungsbedarf bis Juli 2026 gegenüber der ursprünglichen Schätzung vom Dezember auf das 1,9-Fache gestiegen, wie TSMC-Manager Cliff Hou mitteilte.

Das Unternehmen hat laut ranzware.com im Juli sein Capex-Ziel für 2026 von zuvor 52 bis 56 Milliarden US-Dollar auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar angehoben.

Anzeige

Wer sich mit der globalen Chip-Produktion befasst, erkennt schnell die Bedeutung robuster Sicherheitsstandards in einer zunehmend KI-gesteuerten Welt. Dieser kostenlose Report klärt darüber auf, welche neuen rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer im Bereich der IT-Sicherheit jetzt kennen müssen. Kostenlosen Report zu neuen Cyberrisiken und Gesetzen sichern

Parallel baut TSMC laut bloomingbit.io rund 20 neue Fabriken auf, davon 13 in Taiwan und 5 bis 6 im Ausland. Als Engpass gilt dabei der Mangel an Bauarbeitern.

In den USA investiert TSMC zudem 100 Milliarden US-Dollar in neue Fabriken mit 2-Nanometer-Prozess, aufbauend auf bestehenden Projekten in Arizona, wo die Gesamtinvestition mittlerweile 265 Milliarden US-Dollar erreicht.

Für die kommenden Jahre plant TSMC eine 3-Nanometer-Expansion in Taiwan (erste Hälfte 2027), in einer zweiten Fabrik in Arizona (zweite Hälfte 2027) sowie in Kumamoto (2028).

Der Nachfolgeprozess A14 mit 1,4 Nanometer ist für 2028 vorgesehen und soll gegenüber dem Vorgänger 10 bis 15 Prozent mehr Geschwindigkeit sowie 20 Prozent höhere Dichte bieten.

CEO C.C. Wei rechnet damit, dass sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage im kommenden Jahr verengen wird, während Aufträge von Nvidia und AMD weiter zunehmen. MediaTek-CEO Rick Tsai forderte bereits mehr Fertigungskapazität ein. Laut bloomingbit.io wuchs der weltweite Foundry-Markt im Jahresvergleich um 29 Prozent, wobei TSMC im zweiten Quartal 2026 einen Marktanteil von 73 Prozent hielt.