TV-Markt dreht sich: Portable Displays ersetzen feste Fernseher

Samsung bringt in Australien einen drehbaren 27-Zoll-Fernseher auf den Markt. LG und weitere Anbieter erweitern das Angebot mobiler Displays.

Samsung hat in Australien den portablen Smart-TV „Movingstyle“ gestartet – ein 27-Zoll-Gerät mit Touchscreen, das horizontal wie vertikal rotieren kann und sich von Raum zu Raum bewegen lässt. Der unverbindliche Verkaufspreis liegt bei 1.999 australischen Dollar. Damit reiht sich Samsung in einen Trend ein, bei dem mehrere Hersteller derzeit auf flexible, ortsungebundene Bildschirmlösungen setzen.

Neue Sehgewohnheiten als Treiber

Begleitend zum Launch veröffentlichte Samsung Forschungsergebnisse zu den Fernsehgewohnheiten australischer Nutzer. Demnach setzen 42 Prozent der Befragten ihren Fernseher zum Gaming ein, 24 Prozent nutzen ihn für Musik und Podcasts und 16 Prozent für Fitnessanwendungen.

Gleichzeitig greifen 26 Prozent bei großen Übertragungsereignissen eher zu Laptop, Tablet oder Smartphone als zum klassischen Fernseher. Auffällig ist zudem ein wachsender Wunsch nach individuell passender Technik: 63 Prozent der Befragten wollen Geräte, die zu ihrem persönlichen Stil passen, und 10 Prozent äußerten explizit den Wunsch nach einem rollbaren, flexiblen oder portablen Fernseher.

Dieselben Studienergebnisse zu den australischen Sehgewohnheiten wurden auch international aufgegriffen, etwa in thailändischen Wirtschaftsmedien, die den Markteintritt des Movingstyle mit dem genannten Preis von 1.999 US-Dollar ebenfalls bestätigten.

Konkurrenz zieht nach

Samsung ist mit seinem Vorstoß nicht allein. Auch LG hat einen 32-Zoll-Portable-Touchdisplay namens StanbyME 2 Max in Australien eingeführt, ausgestattet mit 4K-Auflösung, KI-gestütztem Bildprozessor, Dolby Vision, virtuellem Surround-Sound, vierstündigem Akkubetrieb und einem Rollständer; der empfohlene Verkaufspreis liegt bei 2.499 australischen Dollar.

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Das Unternehmen Smart Haven Innovation wiederum bringt mit der SH-Vision-Serie zwei kleinere portable Smart-TVs speziell für Heim-Gaming auf den Markt – die 22-Zoll-Variante „Lite“ und die 32-Zoll-Variante „Pro“, beide mit Full-HD-Auflösung, USB-C-Anschluss, 8 GB Arbeitsspeicher, 128 GB Speicherplatz, Android 13 und einem Akku mit 15.000 mAh.

Auch im High-End-Segment tut sich etwas: DreamWall stellte auf der CEDIA Expo 2026 das Monarch Portable MicroLED Display vor, einen faltbaren, motorisierten 4K-Bildschirm ohne feste Installation, der in den Größen 108, 136 und 162 Zoll erhältlich ist, sich um 180 Grad falten lässt und dabei sein Volumen um rund 60 Prozent reduziert. Der Aufbau soll laut Hersteller nur etwa drei Minuten dauern.

Größerer Markttrend

Die Entwicklung fügt sich in eine Marktbeobachtung von Nikkei und Counterpoint Research ein, wonach die weltweiten Auslieferungen von LCD-Fernsehern über 70 Zoll in den vergangenen vier Jahren deutlich zugenommen haben – bei Modellen über 98 Zoll sogar um das Zwölffache.

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Parallel meldete Omdia für das zweite Quartal 2026 ein Wachstum der globalen TV-Auslieferungen um 3,6 Prozent im Jahresvergleich auf 48,8 Millionen Einheiten, wobei Mini-LED-Geräte bereits 13 Prozent der Auslieferungen ausmachten. Samsung führte den Markt in diesem Zeitraum mit einem Anteil von 28,2 Prozent an.

Der Vorstoß in Richtung beweglicher, individuell platzierbarer Bildschirme scheint damit weniger ein Nischenprodukt einzelner Anbieter zu sein als vielmehr Ausdruck eines branchenweiten Umbruchs im Nutzungsverhalten, bei dem klassische, fest installierte Fernseher zunehmend durch flexible Lösungen ergänzt werden.