Ubuntu 26.10: Canonical veröffentlicht Linux mit Kernel 7.3

Canonical liefert GNOME 51, KI-Komponenten und RISC-V-Desktop-Images; Sicherheitskorrekturen für zlib und PHP folgten.

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Canonical hat am 15. Oktober 2026 die Linux-Distribution Ubuntu 26.10 mit dem Codenamen „Stonking Stingray“ freigegeben. Die neue Zwischenversion setzt auf den Linux-Kernel 7.3, nutzt Snap als Standard-Paketmanagement und wird über einen Zeitraum von neun Monaten bis zum Sommer 2027 mit Aktualisierungen versorgt.

Mit dem Veröffentlichungsdatum zog Canonical dem ursprünglichen Zeitplan des Linux-Kernels 7.3 voraus, der ursprünglich für den 18. Oktober vorgesehen war. Die Distribution Fedora 45, die noch nicht erschienen ist, setzt im Vergleich dazu auf Kernel 7.2.

Desktop-Neuerungen und KI-Funktionen

Ubuntu 26.10 bringt die Desktop-Umgebung GNOME 51 und trennt sich vollständig vom klassischen X.Org-Server, sodass das System ausschließlich auf Wayland aufsetzt. Die Benutzeroberfläche bietet erweitertes Fenster-Tiling sowie Unterstützung für echte handschriftliche Signaturen in PDF-Dateien.

Zur Systemverwaltung löst der dbus-broker den bisherigen dbus-daemon ab. Bei den Anmeldefunktionen über den Display-Manager GDM unterstützt das System nun FIDO2-Logins sowie Microsoft Entra ID. Für Nutzer modernerer AMD-Ryzen-Prozessoren steht zudem ein integriertes Monitoring für Neural Processing Units (NPUs) bereit.

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Im Bereich der künstlichen Intelligenz enthält die neue Version ROCm 10.0 inklusive vLLM und SGLang, während Fedora 45 auf ROCm 7.2 zurückgreift. Canonical liefert mit Myna zudem eine Vorschau auf ein optionales lokales Spracherkennungswerkzeug, das auf den Modellen Whisper und Parakeet basiert. Das Installationsimage fällt mit einer Dateigröße von 6,5 GB umfangreich aus.

Im App Center, das sowohl DEB- als auch Snap-Pakete bereitstellt, zeigen sich bei einzelnen Softwareständen Unterschiede zu alternativen Quellen: Das Programm Darktable liegt im Snap-Format in Version 5.4 vor, während auf Flathub Version 5.6 bereitsteht. Auf älterer Hardware wie einem Haswell-Rechner mit Radeon RX 580 kam es bei ersten Tests zu Beginn zu ruckelnden GNOME-51-Animationen.

Umstellung der Coreutils auf Rust

Unter der Haube vollzieht Canonical einen grundlegenden Wechsel bei den Systemwerkzeugen. Als Standard ersetzt Ubuntu 26.10 die letzten drei GNU-Dateibefehle cp, mv und rm durch uutils-coreutils. Diese in Rust geschriebene Implementierung steht unter der MIT-Lizenz, während die GNU-Werkzeuge unter der GPL 3.0+ lizenziert sind.

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Werkzeuge wie ls, cat, chmod und du waren bereits in vorherigen Versionen ausgetauscht worden. Die Befehle cp, mv und rm waren wegen Problemen mit Race Conditions (Time-of-Check to Time-of-Use) zunächst aus der Version 26.04 LTS zurückgehalten worden, nachdem Ubuntu 25.10 als erstes Release uutils standardmäßig genutzt hatte.

Anwender können die klassischen GNU-Werkzeuge über das Paket coreutils-from-gnu wiederherstellen. Zwei Sicherheitsprüfungen durch das Sicherheitsunternehmen Zellic zwischen Dezember 2025 und März 2026 hatten in uutils 113 Schwachstellen identifiziert, von denen 44 eine CVE-Kennung erhielten.

Hardware-Plattformen und Sicherheitsupdates

Neben den Standard-Installationsmedien bietet Ubuntu 26.10 ein neues x86-64-v3-ISO für Systeme ab Intel Haswell und AMD Ryzen; Fedora hat die Bereitstellung entsprechender x86-64-v3-Pakete auf frühestens Fedora 46 verschoben.

Zudem stehen nun offizielle Desktop-Images für RISC-V-Rechner bereit, nachdem erste Vorabversionen bereits im Juni 2026 als tägliche Builds verfügbar waren. Parallel zur Hauptversion erscheinen Varianten mit anderen Desktops, darunter Kubuntu mit Plasma 6.7, Xubuntu mit Xfce 4.20, Ubuntu Budgie 10.10, Ubuntu Cinnamon 6.6.9, Lubuntu mit LXQt 2.4 sowie Ubuntu Unity 7.7.

Kurz nach der Veröffentlichung adressierte Canonical Sicherheitsaspekte: In Ubuntu 26.10 besteht eine Schwachstelle in zlib (CVE-2026-85091), die durch fehlerhafte nicht-blockierende Schreiboperationen zu einem Heap-Buffer-Overflow führen kann. Dies birgt das Risiko von Dienstausfällen oder beliebiger Codeausführung.

Ali Firas entdeckte das Problem, für das der Sicherheitshinweis USN-8954-1 das bereinigte Paket zlib1g in Version 1:1.3.dfsg+really1.3.2-3ubuntu1.1 bereitstellt. Darüber hinaus integriert Ubuntu 26.10 Korrekturen gegen PHP2Shell (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619); die zugrunde liegenden Aktualisierungen für PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35 wurden am 21. Oktober 2026 freigegeben.