Canonical hat die Linux-Distribution Ubuntu 26.10 mit dem Codenamen „Stonking Stingray“ veröffentlicht. Bei der neuen Ausgabe handelt es sich um eine reguläre Zwischenversion (Interim-Release), die auf die Langzeitversion 26.04 LTS folgt.
Wie für diese Veröffentlichungen üblich, stellt Canonical Sicherheitsaktualisierungen und Systempflege für einen Zeitraum von neun Monaten bis Juli 2027 bereit. Die neuen Desktop- und Server-Abbilder stehen über die offizielle Projektwebseite zum Download bereit.
Kernel-Aktualisierung und erweiterte Hardware-Unterstützung
Unter der Haube nutzt Ubuntu 26.10 den Linux-Kernel 7.3, der initial auf der Vorabversion 7.3-rc6 basiert. Damit einher geht die Unterstützung kommender Hardware-Plattformen, darunter Intel Xe3P/Nova Lake, AMD Zen 6 sowie Grafiktreiber für NVIDIA 615. Ergänzend unterstützt die Distribution Prozessoren der Reihen Snapdragon X Elite und X2 Elite.
Für Entwickler stehen zudem erstmals dedizierte RISC-V-Desktop-Abbilder zur Verfügung, die Architekturen wie SpacemiT K3, SiFive BigSky und das Profil RVA23 abdecken. Der Grafik-Stack wird über Mesa 26.2 bereitgestellt.
Im Basissystem schließt Canonical die schrittweise Umstellung der Standard-Befehlszeilenwerkzeuge ab. Der seit Ubuntu 25.10 laufende Wechsel der Coreutils auf die Rust-basierte Implementierung uutils ist nun vollendet, was grundlegende Befehle wie cp, mv und rm umfasst. Als Standard-D-Bus-Nachrichtenbus ersetzt dbus-broker den bisherigen dbus-daemon.
Zudem ist systemd 261 ohne SysV-Skripte an Bord, ergänzt durch Überarbeitungen bei der Speicherbereinigung über verbesserte OOM-Scorings. Für Softwareentwickler liefert die Toolchain unter anderem LLVM 22.1.6, GCC 15.2.0, Python 3.14.7, Rust 1.97.1, Go 1.27, OpenJDK 27, Zig 0.16 und ROCm 10.0.
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Sicherheitsfunktionen für das Post-Quanten-Zeitalter
Im Bereich der Systemsicherheit führt Ubuntu 26.10 eine Post-Quantum-Paketsignierung über Sequoia PGP im Hauptarchiv ein, welche die bisherige GnuPG-Nutzung ablöst. Ergänzend bringt die integrierte Bibliothek OpenSSL 4 Unterstützung für Encrypted Client Hello, QUIC sowie Post-Quanten-Kryptografie mit.
Die TPM-gestützte Festplattenvollverschlüsselung lässt sich nun auch auf Systemen ohne Hardware Root of Trust über die Eingabe einer PIN oder Passphrase einrichten. Zudem wurde Secure Boot erweitert. Für Unternehmensumgebungen ermöglicht die Distribution eine Integration von Microsoft Entra ID, einschließlich Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) und passwortloser Anmeldung.
Desktop-Umgebung und Vorschau auf lokalen Sprachassistenten
Als Standard-Arbeitsumgebung dient GNOME 51. Die Desktop-Version bringt flüssigere Animationen, ein verbessertes Fenster- und Monitormanagement, automatische Bildschirmdrehung sowie Verbesserungen an der Barrierefreiheitsfunktion Orca.
Die Unterstützung für das veraltete WEP-Protokoll wurde entfernt, während die Dokumentenanzeige Papers nun PDF-Signaturen im Rahmen von Annotationen ermöglicht. Das App Center fasst Snap- und DEB-Pakete in einer einheitlichen Ansicht zusammen, bietet Funktionen zur NVIDIA-Treiberverwaltung und zeigt den Status der Ubuntu-Zertifizierung an.
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Erstmals liefert Canonical eine technische Vorschau des neuen Sprachassistenten Myna aus. Das optionale Werkzeug ist nicht vorinstalliert und verarbeitet Anfragen über lokale Sprachmodelle und Engines wie Whisper, Parakeet oder FunASR, die per Tastenkombination aufgerufen werden können. Zur kommenden Version Ubuntu 28.04 LTS soll der Assistent standardmäßig integriert werden.
Parallel zur Hauptdistribution erschien Edubuntu 26.10 mit Bildungswerkzeugen wie Sonic Pi, Foliate und Paperboy v0.8.1a. Die darauffolgende Ubuntu-Interim-Version wird den Codenamen „Tenacious T-Rex“ tragen.

