Die nächste reguläre Version der Linux-Distribution Ubuntu steht fest: Canonical bereitet die Veröffentlichung von Ubuntu 27.04 unter dem Codenamen „Tenacious T-Rex“ vor. Laut dem Release-Kalender des Unternehmens soll das Betriebssystem am 22. April 2027 erscheinen. Bei der Ausgabe handelt es sich um die 46. Ubuntu-Version und zugleich um die erste Veröffentlichung in der Geschichte des Systems, die ein Dinosaurier-Maskottchen trägt.
Als klassische Interimsversion erhält Ubuntu 27.04 einen Support-Zeitraum von neun Monaten. Im Gegensatz dazu werden die Long-Term-Support-Ausgaben (LTS) wie Ubuntu 26.04 über fünf Jahre hinweg mit Aktualisierungen versorgt. Die nächste LTS-Version ist laut Zeitplan für April 2028 vorgesehen.
Fokus auf speichersichere Systemkomponenten
Im technischen Unterbau setzt Canonical den Übergang zu speichersicheren Programmiersprachen fort. Nachdem in Version 26.10 bereits grundlegende Werkzeuge wie cp, mv und rm in Rust neu geschrieben wurden, soll in Ubuntu 27.04 der Dienst ntpd-rs zum Standard für die Zeitsynchronisation werden.
Begleitend tritt das Unternehmen als Gold-Sponsor der Trifecta Tech Foundation auf und unterstützt die Organisation mit 40.000 Euro jährlich, um die Entwicklung speichersicherer Open-Source-Software voranzutreiben.
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Zudem schlägt Canonical-Entwickler Juerg Haefliger für LTS-Systeme ein separates Paket namens linux-firmware-hwe vor, um Regressionen bei AMD-Hardware auf Systemen mit Standard-Kernel zu verhindern; die Entwicklung dazu wird gegen Ubuntu 27.04 nachverfolgt.
Neustart für Ubuntu Core Desktop
Eng verknüpft mit dem Entwicklungszyklus von 27.04 ist auch die Wiederaufnahme der Arbeiten an Ubuntu Core Desktop. Das vollständig Snap-basierte, unveränderliche Betriebssystem war nach einer ersten Entwicklervorschau im Jahr 2023 ins Stocken geraten.
Jon Seager, Vice President of Engineering bei Canonical, räumte ein, dass dieser frühere Stand die Erwartungen verfehlt habe, woraufhin die Entwicklung seit Anfang 2024 pausierte. Nun soll ein neues Team unter seiner Leitung noch vor der Veröffentlichung von Ubuntu 27.04 erste Builds bereitstellen. Für den Zyklus von 27.04 sind zudem tägliche Entwicklungsabbilder vorgesehen.
Bei Ubuntu Core Desktop laufen sämtliche Komponenten – vom Bootloader und Kernel über Hintergrunddienste bis hin zur Benutzeroberfläche und den Programmen – als isolierte Snaps. Das schreibgeschützte System aktualisiert sich transaktional. Die Basis wurde vom damaligen core22-Prototyp auf core26 umgestellt. Canonical peilt zunächst drei Einsatzgebiete an: browserbasierte Nutzung, Entwickler-Workstations und Gaming-Rechner.
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Da klassische Snaps wie Visual Studio Code auf dem unveränderlichen System nicht direkt laufen, plant Canonical den Einsatz von Containern für grafische Anwendungen.
Zudem führt das System eine Berechtigungsabfrage auf Systemaufrufebene zwischen Kernel, AppArmor und dem Snap-Dienst ein, die zunächst für Kamera, Mikrofon und das Home-Verzeichnis greift. Für Oberflächen jenseits von GNOME arbeitet Canonical mit dem KDE Neon Core Team und enioka Haute Couture an einer KDE-Plasma-Integration zusammen.
Das bisherige deb-basierte Ubuntu Desktop bleibt parallel bestehen. Obwohl Ubuntu Core Desktop langfristig als regulärer Standard-Desktop positioniert werden soll, gibt es noch keinen Termin für eine produktionsreife Endkundenfassung und derzeit keine herunterladbaren Abbilder. Canonical versteht den Schritt vorerst als Bekenntnis zur Entwicklungs-Roadmap.

